Edeka Rhein-Ruhr führt die Tengelmann Filiale „Kaisers Kaffee“ in Bad Neuenahr weiter
Aus Kaisers wird Edeka
Bad Neuenahr. Da half das Kaffeekännchen doch noch, dass sich die Neuenahrer Filialleiterin Marion Decker tätowieren ließ.. Mehr als zwei Jahre nach der Ankündigung des Verkaufs der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann ist der Weg für die Übernahme durch Edeka endlich frei. Rewe wird wohl seine Klage gegen die Ministererlaubnis demnächst zurückziehen und im Gegenzug rund die Hälfte der Kaiser’s-Tengelmann-Filialen in Berlin und ein paar Geschäfte in Nordrhein-Westfalen und Bayern erhalten. Der Bad Neuenahrer Lebensmittelmarkt und mit ihm die Arbeitsplätze in der Telegrafenstraße bleiben erhalten, Edeka Rhein-Ruhr wird in den kommenden fünf Jahren die Tengelmann Filiale „Kaisers Kaffee“ in Bad Neuenahr weiterführen. Das teilte der Gewerkschaftssprecher Heino Georg Kassler am Montagnachmittag mit. Das Kaisers-Tengelmann Geschäft wird nicht an einen der schon vorhandenen Edeka-Filialisten in der Stadt weitergereicht. Was aber wird jetzt mit dem Tattoo, das sich Filialleiterin Marion Decker auf den Po stechen ließ, fragte Blick aktuell neugierig? Und enttäuschend verlief der Pressetermin am Montagnachmittag, Filialleiterin Marion Decker ließ die Hose nicht runter, ihr Tattoo soll nur den Saunabesuchern vorbehalten bleiben. Eines war aber klar, für Edeka lässt sie sich im Moment kein neues Tattoo stechen, der Slogan „Wir lieben Lebensmittel“ fände auf ihrem schlanken Körper auch keinen Platz. Der Einigung bei Tengelmann ging ein erbittertes Ringen voraus. Größter Gewinner sind die rund 15 000 Mitarbeiter von Kaiser’s Tengelmann. Ihnen sichert die Ministererlaubnis bei der Übernahme eine fünfjährige Arbeitsplatzgarantie zu. Als Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub seine Verkaufspläne im Oktober 2014 bekannt gab, war von einer solchen Absicherung noch nicht die Rede. Vielmehr wurde mit dem Abbau zahlreicher Arbeitsplätze in der Verwaltung und der Logistik der Supermarktkette, sowie mit der Schließung etlicher defizitärer Filialen gerechnet. Erst die Einschaltung der Politik durch den Antrag auf die Ministererlaubnis und die Gegenangebote des Rivalen Rewe bescherten den Kaiser’s-Tengelmann-Beschäftigten die ungewöhnlich umfassenden Arbeitsplatz- und Standortgarantien Rewe-Chef Alain Caparros klagte sich erfolgreich an den Verhandlungstisch und hat dafür gesorgt, dass sein Unternehmen einen Teil der Kaiser’s-Tengelmann-Filialen bekommt. Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub kann zufrieden sein. Der Unternehmer ist sein größtes Sorgenkind los. Die defizitäre Supermarktkette hatte seit 2000 über 500 Millionen Euro an Verlusten beschert. Gleichzeitig kann der Unternehmer für sich reklamieren, mit dem hartnäckigen Festhalten am einmal eingeschlagenen Weg am Ende doch die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiter gesichert zu haben. Edeka-Chef Markus Mosa bekam zwar am Ende nicht alle Filialen, doch mehr, als ihm das Bundeskartellamt zugestehen wollte. Der unter Vermittlung von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder ausgehandelte Kompromiss sichert dem Handelsriesen Zugriff auf den Löwenanteil der gut 400 verbliebenen Läden von Kaiser’s-Tengelmann.
Filialleiterin Marion Deckert ist erleichtert.
