Politik | 08.06.2021

Stadtrat Bad Breisig tagte wieder in Präsenz

B9 ist ein weiteres Sorgenkind der Quellenstadt

Die Arbeiten an den Bahnsteigen werden voraussichtlich 2022 beginnen. Foto: HE

Bad Breisig. Seit Jahrzehnten wird die Stadt Bad Breisig durch die Bundesstraße 9 geteilt. Es ist die direkte Verbindung zwischen Koblenz und Bonn, vor und hinter der Stadt vierspurig als Schnellstraße ausgebaut. So quetschen sich tagtäglich PKW und LKW durch die Stadt, die Anzahl summierte sich bei einer Zählung im November 2018 auf wöchentlich 53.000 Fahrzeuge, gezählt in nur einer Richtung. Der „kurortgerechte“ Ausbau mit der dritten Spur in der Mitte für Abbieger bewährte sich als Verkehrsberuhigung nur semioptimal, die Verbannung durchfahrender LKW sollte die Lösung sein. Daran müssten sich die Fahrer aber halten, was bei vielen angesichts der verführerischen Abkürzung zu den umliegenden Autobahnen ebenfalls nicht klappt. Lärmbelästigung und hohes Fahrzeugaufkommen sind die Folge. Seit Jahren versuch der Stadtrat, Konzepte zu entwickeln, um aus dieser Misere herauszukommen, scheitert aber immer wieder an der Hürde „LBM“, denn der Betrieb Landesmobilität hat das Sagen bei Veränderungen an Bundesstraßen. In der jüngsten Stadtratssitzung befasste man sich nun erneut mit den Risiken und Nebenwirkungen dieser Hauptverkehrsader. Dabei kristallisierten sich drei Punkte heraus. Die längerfristige Lösung soll die Prüfung einer Umgehung für Bad Breisig sein. Ratsmitglied Guido Ernst regte für die CDU-Fraktion hierzu an, die Aufnahme in den Verkehrswegeplan 2030 zu beantragen. Kurzfristig bringe das jedoch keine Erleichterung. Hier müsse über machbare und schnell durchzuführende Maßnahmen gesprochen werden, so SPD und FWG übereinstimmend. Alle Ratsmitglieder waren sich einig, dass jetzt Handlungsbedarf bestehe. Dies sei zum einen die strenge und engmaschige Kontrolle der durchfahrenden LKW. Hierfür sei das Land zuständig, betonte Guido Ernst, „das liegt nicht im Ermessen der Remagener Behörde.“ Zum mittelfristigen Lärmschutz zählt der Auftrag eines „Flüsterasphaltes“, lange bei der LBM beantragt, immer noch nicht ausgeführt. Im Augenblick wird der diesjährige August als Termin gehandelt. Und das dritte Schwert zur Lärmbekämpfung soll die Geschwindigkeitsreduzierung sein. 30 km/h statt 50, das wäre eine Maßnahme, zumindest nachts, denn tagsüber geht oft wegen hohem Verkehrsaufkommen und Staus sowieso nicht mehr.

Der Ausbau des Drosselweges wird verschoben, da die Kosten für die Anlieger sehr hoch wären. So wartet man lieber auf die Einführung der wiederkehrenden Beiträge. Am 1.1.2024 müssen alle rheinland-pfälzischen Gemeinden und Städte ihr Ausbaubeitragssystem dahingehend geändert haben, dass große „Abrechnungsgemeinschaften“ wie Dörfer oder Stadtteile ihre Straßenausbaumaßnahmen bündeln und die Kosten im Rahmen der wiederkehrenden Beiträge auf alle Bürger verteilen. Zwar muss man den bereits zugesagten Zuschuss von 87.000 Euro nun wieder zurückgeben, hofft aber, ihn nach besagtem Datum wieder aktivieren zu können.

Dem Antrag auf Kiesabbau in der Goldenen Meile wurde nicht zugestimmt. Die Aussicht, weitere bis zu 40 LKW in die Stadt zu „locken“, aber auch der Gewässer- und Naturschutz ließen die Ratsmitglieder dieses Vorhaben ablehnen.

Und schließlich beschäftigte man sich mit dem Umbau des Bahnhofes. Hier ist ein umfangreicher Umbau geplant, beginnend mit der Bahnsteigerhöhung auf 76 cm auf einer Länge von beidseiteig 225 m, um die neuen Züge anfahren lassen zu können und barrierefrei und sicher einzusteigen. Zum Stichwort barrierefrei plant die Bahn auch den Bau zweier Aufzüge, die das Erreichen der Bahnsteige erleichtern sollen. Im Zuge der Umbauarbeiten soll auch die Unterführung umfassend renoviert werden, ebenso ist die Erneuerung der Dachflächen geplant. Die Mittel, die die Stadt aufbringen muss, sind aus den Jahren 2019 und 2020 in den Haushalt der Stadt für das Jahr 2021 übernommen worden. Sie belaufen sich auf bisher 319.000 Euro. Der Baubeginn ist für 2022 geplant, der Abschluss für 2023. „Erst danach“, so Marcel Caspers, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Breisig und Kandidat für das Amt des Stadtbürgermeisters, „macht es Sinn, sich um die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes Gedanken zu machen.“

Am 11. Juli wird ein neuer Stadtbürgermeister gewählt. Das Aufgabenpaket ist schon jetzt gut geschnürt. -HE-

Das Bahnhofsumfeld soll nach der Bahnsteigerhöhung und der Arbeiten am Bahnhof geplant werden.Foto: HE

Das Bahnhofsumfeld soll nach der Bahnsteigerhöhung und der Arbeiten am Bahnhof geplant werden.Foto: HE

Die Arbeiten an den Bahnsteigen werden voraussichtlich 2022 beginnen. Foto: HE

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Einladung zum Neujahrsempfang

  • S.Bastian: @ Boomerang: Bitte bringen Sie Licht ins Dunkel, was die Ahmadiyya Muslim Jamaat mit der von Ihnen genannten Moschee und dem dahinter stehenden Verein gemeinsam hat. Sie scheinen hier etwas durcheinander...
  • Boomerang : Die Koblenzer Abu-Bakkr-Moschee beziehungsweise der dahinterstehende „Verein der Islamischen Kultur Koblenz“ steht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Das teilt das rheinland-pfälzische Innenministerium...
  • S. Bastian: Troll! Die Ahmadiyya Muslim Jamaat werden nicht vom Verfassungsschutz beobachtet.
  • Dr. Axel Ritter: Das Problem werden u.a. die „neuen“ Brücken sein, von denen die meisten unterseitig zerklüftet sind bzw. sein werden - siehe z.B. „neue“ „Bachemer Brücke“ und „neue“ „Landgrafenbrücke“ -, an denen bei...
  • H. Schüller: Der Stromschlagschutz bei der Bahn ist auf dem Stand vor 100 Jahren. Deshalb passiert fast alle zwei Wochen ein Bahnstromunfall und leider kommen in keinem Bahnsystem so viele Menschen und Tiere um wie im elektrischen.
Dauerauftrag 2026
Dienstleistungen
Anzeige Messe Go
Rosenmontag
Karnevalssamstag
Betriebsferien Karneval 2026
Anzeige SALE
Lossprechungsfeier der KFZ Innung Ahrweiler
VW Fahrzeugangebote
Empfohlene Artikel

Bendorf. Auf Einladung der FDP-Stadtratsfraktion hat sich die FDP-Direktkandidatin für den Landtagswahlkreis 10, zu dem auch Bendorf gehört, über die derzeit aktuellen Projekte und Probleme der Stadt informiert. Sandra Krämer, 24jährige WHU-Studentin, stammt aus Andernach, und hat Bildungs- und Wirtschaftspolitik als die aus ihrer Sicht wichtigsten Politikbereiche bezeichnet.

Weiterlesen

Bendorf. Der Stadtverband der FDP Bendorf hat auf seinem Ortsparteitag am Mittwochabend einen neuen Vorstand gewählt. Zum neuen Vorsitzenden wurde der 40-jährige Unternehmer und Kommunikationsexperte Jan Wambach einstimmig gewählt.

Weiterlesen

Bendorf. Junge Menschen haben eine Stimme – und in Bendorf auch ein eigenes Gremium: den Jugendbeirat. Er ist die offizielle Interessenvertretung der Kinder und Jugendlichen der Stadt und bietet jungen Menschen zwischen 12 und 18 Jahren die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen, ihre Ideen umzusetzen und bei jugendrelevanten Themen demokratisch mitzuwirken.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Grafschaft-Gelsdorf. Aus- und Rückblicke, aber auch einen karitativen Aspekt bot unlängst der Jahresempfang am Bundeswehr-Standort in Gelsdorf. Rund 50 Gäste und Ehrengäste waren der Einladung des Standortältesten Oberst i. G. Christian Ziese gefolgt, darunter die Kreisbeigeordnete Christina Steinhausen sowie die Ortsvorsteher von Gelsdorf und Vettelhoven, Hermann-Josef Dahlhausen und Dr. Franz-Josef Schneider.

Weiterlesen

Künftig zwei statt drei Baumreihen an der Ahr geplant

Bad Neuenahr-Ahrweiler: Bürgerdialog zur Gestaltung der Ahr-Promenaden

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Volles Haus beim Bürgerdialog der Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG). Schließlich ging es zum Thema Gewässer- und Freiraumplanung nicht nur um Hochwasserschutz, sondern auch um die künftige Gestaltung der beiden Ahr-Promenaden Georg-Kreuzberg-Straße und Lindenstraße. Dazu machte Hermann-Josef Pelgrim von der AuEG von vorneherein klar: „Vom Bild der Ahr der vergangenen Jahrzehnte muss man sich verabschieden.“

Weiterlesen

Landtagskandidat Guido Orthen: Mehr Sicherheit, weniger Bürokratie und bessere Bildung gefordert

„Mehr Vertrauen, weniger Kontrollstaat“

Ahrweiler. Mehr Sicherheit, bessere Bildung, finanziell starke Kommunen und der absolut notwendige Abbau lähmender Bürokratie: Das waren die zentralen Themen, die der CDU-Landtagskandidat für den Wahlkreis 14, Guido Orthen, bei der Mitgliederversammlung der Senioren-Union, Kreisverband Ahrweiler, im Hotel „Zum Stern“ ansprach. Zunächst dankte Guido Orthen in seinem Grußwort den Mitgliedern der Senioren-Union für ihren großen Einsatz.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Betriebselektriker
Pellets
Dauerauftrag 2026
GO Azubi Messe
Anzeige Andernach Mitte Card
Angebotsanzeige (Januar)
Stellenanzeige Erzieherinnen
Stellenanzeige
Maifeld
Stellenanzeige Zahntechniker
Experten für Recht
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // AZ Commodity Rheinschiene KW 5
Gegengeschäft
"Harald Schweiss"
Titelanzeige Goldankauf