Politik | 21.01.2026

Landtagskandidat Jan Petry fordert spürbare Entlastungen für Karnevalsvereine

„Brauchtum braucht mehr Vertrauen und praktikable Regeln“

Philip Hoffmann, Felix Nett, Jan Petry, Ansgar Schunkert, Philipp Ley und Philip Bernardi (v.l.) tauschten sich über die Belastungen der Karnevalsvereine aus und waren sich einig, dass es zukünftig Entlastungen geben muss.  Foto: privat

Neuwied. Der CDU-Landtagskandidat für den Wahlkreis Neuwied, Jan Petry, setzt sich für deutliche Erleichterungen bei den Auflagen für Karnevalszüge und karnevalistische Veranstaltungen ein. Viele Vereine stünden zunehmend unter Druck, weil die organisatorischen und finanziellen Anforderungen in den vergangenen Jahren sehr stark gestiegen seien. Petry betont, dass das ehrenamtliche Engagement im Karneval ein zentraler Bestandteil des kulturellen Lebens in Rheinland-Pfalz sei und nicht durch überbordende Bürokratie und überzogene Sicherheitsanforderungen gefährdet werden dürfe.

„Unsere Karnevalsvereine leisten Enormes – gesellschaftlich, kulturell, sportlich und sozial. Doch immer mehr Vereine berichten, dass die aktuellen Auflagen kaum noch zu stemmen sind. Wenn wir das Brauchtum erhalten wollen, müssen wir die Rahmenbedingungen dringend verbessern“, erklärt Petry.

Dies bestätigte sich auch im Austausch mit den Karnevalsgesellschaften der Neuwieder Stadteile Engers und Heimbach-Weis. Philipp Ley, Präsident der KG 1827 Heimbach, konkretisiert: „Der größte Kostentreiber beim Veilchendienstagszug in Heimbach-Weis ist beispielsweise der Anstieg der verpflichtend einzusetzenden Sicherheitskräfte. Während wir noch vor wenigen Jahren an den Prunkwagen vier und an den Charakterwagen keine Wagenbegleiter einsetzen mussten, sind es nun vier Kräfte pro Charakterwagen und sechs pro Prunkwagen. Außerdem müssen die Wagenbegleiter inzwischen einen speziellen Lehrgang absolvieren.“

Auch beim Rosenmontagszug in Engers sind in der Vergangenheit Auflagen als Kostentreiber hinzugekommen. „Die TÜV-Abnahme der Karnevalswagen ist eine weitere Auflage, die für uns in dieser Form nicht nachvollziehbar ist. Wir kümmern uns selbst um die Sicherheit der Wagen, sie fahren mit extrem niedriger Geschwindigkeit und in der Vergangenheit gab es keinerlei Vorfälle, die aus unserer Sicht eine derart teure Auflage rechtfertigen“, so Ansgar Schunkert, Präsident der Großen Engerser KG.

Philip Hoffmann, Präsident der KG Weis, verweist zudem auf erhöhte Auflagen für Sanitäts- und Rettungsdienste und mehr Aufwand bei der Absperrung der Zugstrecken. Er ergänzt: „All dies sorgt in Summe dafür, dass die Kosten für die Sicherheitsauflagen beim Veilchendienstagszug seit 2019 um etwa 100 Prozent gestiegen sind. Das ist durch nichts zu rechtfertigen.“

Jan Petry fordert hier Entlastung: „Wer einen Karnevalsumzug besucht, erhält viel Spaß, Musik und nicht zuletzt Kamelle. Aber jeder Besucher von Veranstaltungen muss in jeder Situation Augen und Ohren offenhalten und seine Eigenverantwortung wahrnehmen -auch für seine Kinder. Man kann nicht jedes noch so geringe Lebensrisiko auf Veranstalter abwälzen, vor allem nicht, wenn sie ehrenamtlich tätig sind. Dies gilt jedoch nicht nur für den Straßenkarneval; auch bei der Saalfastnacht sind die Auflagen inzwischen immens hoch.“

Dies betrifft vor allem die Auflagen zur Abnahme und Überwachung von Veranstaltungen. „Dass bei der Durchführung von Veranstaltungen die Sicherheit im Vordergrund steht, ist eine Frage der Vernunft“, so Jan Petry. „Dass man den Vereinsvertretern als Veranstalter jedoch zunächst einmal mit Misstrauen gegenübertrete und jede Veranstaltung unter hohem Personal- und Mitteleinsatz kontrollieren will, ist ein Affront gegenüber den Ehrenamtlern. Hier müssen Regelungen, Bürokratie und Kontrollmechanismen wieder auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werden. Mein Dank gilt allen ehrenamtlich Aktiven, in diesem Fall im Besonderen den Vereinen, die den Karneval als Brauchtum pflegen. Mein Appell richtet sich an Bund, Land und Kommunen, den Verantwortlichen in den Vereinen durch eine Reduzierung der Auflagen wieder Luft zum Atmen zu geben. „Karneval ist gelebte Gemeinschaft. Wenn Vereine wegen steigender Auflagen aufgeben müssen, verlieren wir ein Stück Identität. Das dürfen wir nicht zulassen“, so Petry.

Pressemitteilung CDU Neuwied

Philip Hoffmann, Felix Nett, Jan Petry, Ansgar Schunkert, Philipp Ley und Philip Bernardi (v.l.) tauschten sich über die Belastungen der Karnevalsvereine aus und waren sich einig, dass es zukünftig Entlastungen geben muss. Foto: privat

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