Politik | 05.05.2023

CDU-Kreistagsfraktion organisiert Erfahrungsaustausch mit dem ehrenamtlichen Angebot „Bürgerbus“

Bürgerbusse sichern Lebensqualität im ländlichen Raum

Erweiterung der Nahmobilität für Menschen , die vom regulären öffentlichen Verkehr nicht erreicht werden können

Referentinnen und Referenten sowie die CDU-Fraktionsspitze vor dem Bürgerbus Höhr-Grenzhausen (v.l.n.r.) Landrat Achim Schwickert, Bürgermeister Thilo Becker, Susanne Dommermuth, Dieter Herborn, Simone Bendel, Artur Breiden, Jenny Groß MdL, Dr. Kai Müller, Eckehard Kilian, Dr. Holger Jansen, Ralph Hintz und CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel Foto: CDU Westerwald

Westerwald. Zu einem Erfahrungsaustausch mit dem ehrenamtlichen Angebot „Bürgerbus“ hatte die CDU-Kreistagsfraktion eingeladen. Der Vorsitzende Dr. Stephan Krempel konnte die Vertreter aller ehrenamtlichen Initiativen im Westerwald und ein führendes Beratungsunternehmen in diesem Bereich begrüßen. Fazit der Veranstaltung: Die Bürgerbusse ersetzen bzw. ergänzen das Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die CDU-Kreistagsfraktion will dieses Angebot auch im künftigen Nahverkehrskonzept des Westerwaldkreises eingebunden sehen.

Dr. Holger Jansen und Ralph Hintz von der Agentur Landmobil schilderten die Rahmenbedingungen und Erfahrungen vom Einsatz ehrenamtlich eingesetzter Bürgerbusse. Landmobil ist bundesweit für die Mobilität in ländlichen Räumen unterwegs. Jansen machte deutlich: Der Bürgerbus ist ein Verkehrsmittel auf lokaler Ebene mit starker sozialer Komponente. Er fährt von Haustür zu Haustür. Das Leben auf dem Land habe viele Vorteile – aber Wege zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Verwaltung müssten bewältigt werden. Hier setze der Bürgerbus an, indem er die Nahmobilität auf der örtlichen Ebene für Zielgruppen erweitere, die vom regulären öffentlichen Verkehr nicht erreicht werden können.

Das Angebot der Agentur Landmobil, die auch die Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen beraten hat, umfasst die Beratung, Information und Moderation zum Einsatz eines Bürgerbus. Hierzu gehören u.a. die Beratung zur Vereinsgründung und vereinsinternen Organisation, zu rechtlichen Rahmenbedingungen und Finanzierungsmöglichkeiten. Wichtig sei auch die Information über Einsatzmöglichkeiten sowie die Rechte und Pflichten eines Bürgerbusses. Die Moderation von Veranstaltungen und Workshops sowie die Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit ergänzen das Angebot bei der lokalen Umsetzung des Projektes.

Bürgerbus Bad Marienberg

Auf langjährige Erfahrungen kann das Bürgerbus-Projekt Bad Marienberg zurückblicken. Hans Ehrlich berichtete, dass das Angebot auch ohne Unterstützung einer Spezialagentur innerhalb der Verbandsgemeinde zurzeit durch 10 Ehrenamtler im Telefondienst, 14 Ehrenamtler in den Fahrteams und zwei Ehrenamtler in der Organisation gewährleistet ist. Er und seine Ehefrau Eva Ehrlich-Lingens sind für die Koordination zuständig. „Wir fahren alle Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind – und zwar kostenlos.“ Der Bürgerbus wird von der Verbandsgemeinde finanziert und gewartet.

Jeden Montag von 14.30 bis 16.30 Uhr können die vor allem älteren Nutzerinnen und Nutzer beim Telefondienst ihren Bedarf für die kommende Woche anmelden. Fahrzeiten sind Dienstag von 8 bis 12.30 Uhr und seit dem 1. April auch Donnerstag von 8 bis 17 Uhr. Im Fahrdienst sind jeweils zwei Personen eingesetzt, die beim kostenlosen Haus-zu-Haus-Transport auch bei Ein- und Ausstieg helfen können. Hans Ehrlich hebt die Dankbarkeit der Nutzer hervor: „Ohne euch wäre ich von allem abgeschnitten.“ oder „Wir brauchen euch.“

Bürgerbus Görgeshausen

Die Koordinatoren Simone Bendel und Dieter Herborn berichteten über die Erfahrungen in der Ortsgemeinde Görgeshausen. Die knapp tausend Einwohner zählende Ortsgemeinde finanziert ebenfalls einen Bürgerbus. Es gibt keine festen Anmelde- oder Fahrtage. Das Angebot steht im Regelfall nur für Einwohner von Görgeshausen zur Verfügung und wird von sieben Fahrern bedient. Die an der Landesgrenze zu Hessen liegende Gemeinde hat für den Bürgerbus keinen Einschränkungen bezüglich der Entfernungskilometer festgelegt. Im Jahr 2022 wurden 107 Personen und in 2023 bis jetzt 47 Personen befördert. Bendel und Herborn heben den Vorteil des örtlichen Kontaktes hervor: „Fahrer und Nutzer kennen sich, das macht Vieles einfacher. Die Dorfgemeinschaft wird im positiven Sinn gelebt.“

Bürgerbus Höhr-Grenzhausen

Nach einem ersten Anlauf im Jahr 2010 war ein erneuter Versuch in 2016/2017 von Erfolg gekrönt, so Susanne Dommermuth von der Verbandsgemeindeverwaltung Höhr-Grenzhausen über die dortigen Erfahrungen mit einem weiteren regionalen Angebot im Westerwald. Für Mobilitätseingeschränkte wird der Bürgerbus mit acht Sitzplätzen innerhalb der Verbandsgemeinde (Stadt und drei Ortsgemeinden) unter dem Motto „Bürger fahren Bürger“ kostenlos zur Verfügung gestellt. Das ehrenamtliche Team von 12 Personen beim Telefondienst und 18 Fahrern wird von der VG-Verwaltung unterstützt. Es gibt pro Woche zwei Anmeldetage (Montag und Mittwoch) und zwei Fahrtage (Dienstag und Donnerstag). Pro Tag werden ca. 15 bis 30 Fahrten erledigt. Jährlich entstehen Kosten von ca. 8.000 Euro.

Fahrerbetreuer Artur Breiden und „Schirrmeister“(Fahrzeugbetreuer) Eckehard Kilian berichteten über eine gute Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde und der Ehrenamtler untereinander. „Es macht Spaß, wir können helfen und wir sind mit ganzem Herzen dabei.“

Bürgermeister Thilo Becker betonte, der Bürgerbus erfüllt den ortsnahen Bedarf von Haus zu Haus. Ein Stadtbus mit festen Haltestellen und Fahrzeiten hilft Mobilitätseingeschränkten nicht weiter. Er warb dafür, beim Nahverkehrskonzept für den Westerwaldkreis stark die lokalen Rahmenbedingungen und Bedürfnisse zu berücksichtigen. Übereinstimmend stellten die Vertreterin und die Vertreter aus der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen fest: „Das Angebot an lokaler Nahmobilität mit dem Bürgerbus ist nicht mehr wegzudenken. Es stellt eine Bereicherung für die engagierten Ehrenamtler und die Fahrgäste dar. Es dient der Pflege von Kontakten und der sozialen Interaktion.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel dankte abschließend allen Beteiligten für die eindrucksvollen Berichte „aus erster Hand“. „Das Nahverkehrskonzept im Westerwaldkreis soll an der Realität orientiert sein. Die Praxis zeigt uns, dass unterschiedliche Lösungen auch erfolgreich sind. Bürgerbusse decken und ergänzen den Bedarf, was mit dem ÖPNV nicht leistbar ist. Sie sichern damit auch ein Stück Lebensqualität im ländlichen Raum.“ Für die CDU-Kreistagsfraktion bleibe weiterhin die Maxime, sich mit den Bürgerinnen und Bürgern eng auszutauschen und diese Erfahrungen dann in die konkreten politischen Entscheidungen umzusetzen: „Zuhören, Informieren, Diskutieren und entscheiden, in dieser Reihenfolge funktioniert bürgernahe Politik“, so Krempel abschließend.

Pressemitteilung

CDU-Kreistagsfraktion

Referentinnen und Referenten sowie die CDU-Fraktionsspitze vor dem Bürgerbus Höhr-Grenzhausen (v.l.n.r.) Landrat Achim Schwickert, Bürgermeister Thilo Becker, Susanne Dommermuth, Dieter Herborn, Simone Bendel, Artur Breiden, Jenny Groß MdL, Dr. Kai Müller, Eckehard Kilian, Dr. Holger Jansen, Ralph Hintz und CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel Foto: CDU Westerwald

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