Trotz CORONA: Weißenthurmer Bürgerinitiative arbeitet weiter

Bürgerinitiative auch 2020 aktiv und erfolgreich

18.01.2021 - 10:43

Weißenthurm. Die Mitglieder der Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“ hatten in ihrer Jahres-Mitglieder-Versammlung im November 2019 Aufgabenfelder festgelegt, die im vergangenen Jahr die Vereinsarbeit für weniger Bahnlärm und mehr Bahnsicherheit ganz wesentlich bestimmten: Unterrichtung der Vereinsmitglieder durch Mitglieder-Informationen sowie der Öffentlichkeit durch Pressemitteilungen und Pflege der Homepage; Fortführung des Kümmerns um mehr Bahnsicherheit im Mittelrheintal – unter anderem durch Geschwindigkeitsbegrenzungen insbesondere für Güterzüge mit Gefahrgut und wagengenaue Zustands- und Emissionsmessungen der Züge durch die Zugmessstellen des Eisenbahn-Bundesamtes in Andernach und Lahnstein; Intensivierung des Ringens um die längst überfällige Gleichbehandlung bei Maßnahmen zur Bahnlärmreduzierung des Unteren Mittelrheintals von Koblenz bis Bonn, mit dem „Welterbe Oberes Mittelrheintal“ von Bingen bis Koblenz; Planung und Vorbereitung der für den Herbst 2020 geplanten dritten Zusammenkunft des „Aktionsbündnisses zur Bahnlärmreduzierung im Unteren Mittelrheintal von Koblenz bis Bonn und im Moseltal“ und Fortsetzung der gewinnbringenden Zusammenarbeit im „Arbeitskreis Bahnlärm Rhein/Mosel“; Fortsetzung des nachhaltigen und erfolgreichen Engagements für weitere Lärmschutzmaßnahmen in der Verbandsgemeinde Weißenthurm und für mehr Sicherheit im Bereich der Bahntrassen.


Leider hat aber die Corona-Pandemie auch das Vereinsleben der Weißenthurmer Bürgerinitiative nachhaltig beeinflusst. So mussten zum großen Bedauern vieler Mitglieder ab März 2020 die Dienstag-Demonstrationen vor dem Bahnhof in Neuwied und die für den 29.04.2020 geplante Mahnwache zum Internationalen Tag gegen Lärm abgesagt werden.

Neben der dritten Zusammenkunft des „Aktionsbündnisses zur Bahnlärmreduzierung“ im Herbst in Neuwied, musste leider auch der für den 04.12.2020 geplante Besuch im Unteren Mittelrheintal von Staatssekretär im Wirtschafts- und Verkehrsministerium von Rheinland-Pfalz Andy Becht auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Dass trotz der Corona-Pandemie der Einbau von Schienenstegdämpfern an beiden Hauptgleisen im gesamten Stadtgebiet von Weißenthurm im Sommer 2020 erfolgen konnte, war auch dem besonderen Engagement von Mitarbeitern der DB-Netz AG zu verdanken.

Neben der weiterhin intensiven Vorstandsarbeit, dem ständigen Austausch mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Thomas Przybylla und Stadtbürgermeister Gerd Heim, sowie der Zusammenarbeit im „Arbeitskreis Bahnlärm Rhein/Mosel“, waren folgende Vereins-Aktivitäten von besonderer Bedeutung:

Am 23.01.2020 erfolgte bei der Stadtratssitzung der Stadt Mülheim-Kärlich die feierliche Übergabe der Beitritts-Urkunde an den Bürgermeister Gerd Harner.

Mit Unterstützung der Bürgerinitiative fand am 28.02.2020 unter Leitung von Oberbürgermeister Jan Einig in Neuwied die für die Zukunft der Region sehr wichtige und sehr erfolgreiche 2. Zusammenkunft des „Aktionsbündnisses gegen Bahnlärm“ statt!

Ebenfalls im Februar 2020 fanden zwei Informationsveranstaltungen zur Vereinsarbeit und zur aktuellen Bahnlärmsituation und Bahnsicherheit für Weißenthurmer Stadtratsfraktionen statt, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als sehr informativ und hilfreich bewertet wurden.

Diesen Veranstaltungen schlossen sich weitere Informationsgespräche im Mai mit dem Bürgermeister der Ortsgemeinde Brohl-Lützing Dr. Frank Gondert, im August mit MdB Detlev Pilger und der Ortsbürgermeisterin von Urbar Karin Küsel und im September mit dem Bürgermeister der Ortsgemeinde Kettig Peter Moskopp an.

Hinsichtlich der Gleichbehandlung des Unteren Mittelrheintals bei der Bahnlärmreduzierung waren zielführende Gespräche mit Staatssekretär im Wirtschafts- und Verkehrsministerium von Rheinland Pfalz Andy Becht am 18.08.2020 in Mainz und mit dem Chef der Staatskanzlei von Rheinland Pfalz Staatssekretär Clemens Hoch und dem Landtagsabgeordneten Marc Ruland am 18.09.2020 in Andernach von besonderer Bedeutung.

Zum Thema Bahnsicherheit und Reduzierung von Lärm und Erschütterungen hatte MdB Erwin Rüddel am 27.09.2020 nach Rheinbrohl zu einer Einweisung in die Zug-Messstelle des Unternehmens RailWatch eingeladen. Dies führte zu wesentlichen Erkenntnissen hinsichtlich der technischen Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheit und Umweltverträglichkeit im Bahnbetrieb durch wagengenaue Vorbeifahrtmessungen. An der Einweisung der Messstelle nahmen mit den Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner und Sandra Weeser auch Mitglieder des Vorstands der Weißenthurmer Bürgerinitiative, sowie Vertreter anderer Bürgerinitiativen teil.

Die bei dieser Einweisung in Rheinbrohl gewonnenen Erkenntnisse wurden durch den Vorsitzenden Rolf Papen bei der 18. Sitzung des Beirates „Leiseres Mittelrheintal“, die am 12.11.2020 als Video-Konferenz durchgeführt wurde, insbesondere gegenüber dem zugeschalteten Vertreter des Bundesverkehrsministeriums deutlich angesprochen.

Am 27.08.2020 erfolgte eine vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Thomas Przybylla, Stadtbürgermeister Gerd Heim und dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative Rolf Papen angeregte Besprechung mit anschließender Ortsbegehung mit dem „Gesamtprojektleiter Lärmprogramm Mittelrheintal“ der DB Netz AG Alexander Michel hinsichtlich der Fortführung der bereits geplanten Lärmschutzmaßnahmen in Weißenthurm. Ein weiteres Treffen erfolgte am 27.11.2020 mit einer vertiefenden Ortsbegehung hinsichtlich der Errichtung weiterer Lärmschutzwände im Zeitraum 2021 – 2025.

Für die Vereinsarbeit war darüber hinaus wichtig, dass die gewählten Kassenprüfer Werner Alt und Roland Jäger bei der im November 2020 unter Corona-Bedingungen durchgeführten Prüfung der Vereinskasse, dem Kassenwart Hermann Winter – im achten Jahr in Folge – eine einwandfreie und vorbildliche Kassenführung bescheinigten.

Ein Ereignis erlangte hinsichtlich des Themas Bahnsicherheit in 2020 besondere Bedeutung und beschäftigte auch die Weißenthurmer Bürgerinitiative ganz erheblich.

Am 30.08.2020 entgleiste im Bahnhof von Niederlahnstein ein Güterzug. Mehrere Kesselwagen sprangen aus den Gleisen und stürzten um. Dabei liefen ca. 180.000 Liter Dieselöl aus, von denen sich vermutlich noch immer ca. 90.000 Liter im Boden befinden – mit derzeit noch nicht absehbaren Folgen für Menschen, Natur und Umwelt.

Dazu stellte der Lahnsteiner Stadtrat in seiner Resolution vom 14.09.2020 zutreffend fest.

„Das Unglück in Lahnstein zeigt sehr deutlich die permanente und unkalkulierbare Gefahr auf, in der sich die Menschen entlang der Bahnstrecken im Mittelrheintal tagtäglich befinden und es hat wieder einmal mehr ins Bewusstsein gerückt, dass wir an einer der gefährlichsten Bahnstrecken in ganz Deutschland leben.“

Es ist vor dem Hintergrund der beiden schweren Güterzugunglücke am 06.02.2019 in Unkel und am 30.08.2020 in Niederlahnstein, bei denen die Anwohner nur knapp einer Katastrophe entgangen sind vermutlich nur eine Frage der Zeit, wann sich der nächste Unfall mit möglicherweise noch schlimmeren Folgen in dem für Gefahrguttransporte völlig ungeeigneten Mittelrheintal oder Moseltal ereignet.

Daher wird neben der so bald als möglich nachzuholenden Mitgliederversammlung mit der anstehenden Vorstandswahl, das Kümmern um mehr Bahnsicherheit im Mittelrheintal, eine der wichtigen Aktivitäten der Bürgerinitiative in diesem Jahr sein.

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thomas Przybylla lobte die Arbeit der Bürgerinitiative erneut, indem er feststellte: „Seit vielen Jahren arbeiten die Verbandsgemeinde und Stadt Weißenthurm eng und vertrauensvoll mit unserer Bürgerinitiative zusammen. Gemeinsam bilden wir mit Vertretern der Deutschen Bahn inzwischen ein tolles und erfolgreiches Team, welches in einer beispielhaften Weise der Zusammenarbeit zu großen Fortschritten bei der Bahnlärmreduzierung bereits geführt hat und noch führen wird. Zu dieser positiven Entwicklung hat unsere Bürgerinitiative durch ihre kompetente, kommunikative und kooperative Arbeitsweise ganz entscheidend beigetragen. Dafür gebührt ihr Dank und Anerkennung.“

In seiner Mitglieder-Information zum Jahresende 2020 schloss sich der Vorsitzende Rolf Papen dieser Auffassung an indem er allen Mitgliedern der Bürgerinitiative, allen Abgeordneten des Bundestages und Landtages, die Mitglied in der Bürgerinitiative sind, sowie den Landräten und Bürgermeistern der beigetretenen Kommunen, die sich für weniger Bahnlärm und mehr Bahnsicherheit eingesetzt haben, herzlich dankte.

In dem Bewusstsein, dass sich ohne die offene, engagierte und faire Zusammenarbeit mit Vertretern der DB Netz AG aus Koblenz und Frankfurt viele Erfolge nicht eingestellt hätten, übermittelte er gerne auch an diese Personen seinen herzlichen Dank. Seinem Vorstand gegenüber stellte er anerkennend fest: „Das Zusammenwirken der unterschiedlichen Fachkompetenzen und die damit einhergehende bestens ineinandergreifende Aufgabenverteilung, sowie der beispielhafte Zusammenhalt im Vorstand, waren und sind die alles entscheidende Basis für die von Teamgeist getragene und immer zielorientierte Vorstandsarbeit, zum Wohle von Menschen, Natur und Umwelt in unserer Region.“

In der Hoffnung, dass 2021 die Corona-Pandemie eingedämmt werden kann, waren zum Start ins neue Jahr alle Akteure davon überzeugt, dass sich gemäß der Losung „Kooperation statt Konfrontation – gemeinsam die Zukunft gestalten“ weitere Fortschritte und Erfolge in der Vereinsarbeit einstellen werden.

Pressemitteilung
Bürgerinitiative
„WIR gegen Bahnlärm
in der VG Weißenthurm e.V.“

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juergen mueller:
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H. Baumann:
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