Politik | 03.04.2020, 13:54 Uhr

Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Coronakrise darf nicht zur Schließung von Einrichtungen führen

Koblenz. Die Fraktion der Grünen im Stadtrat reagiert auf die aktuelle Haushaltsverfügung der ADD und auf die jüngste Entscheidung des Oberbürgermeisters, von der Krise betroffenen Unternehmen in Koblenz eine Herabsetzung der Gewerbesteuervorauszahlungen in Aussicht zu stellen. „Wir unterstützen alle Maßnahmen, die bestimmten Unternehmen jetzt helfen, weisen aber auf die Folgen für den kommunalen Haushalt hin“, so Carl-Bernhard von Heusinger, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Weiter meint er: „Deshalb sind wir auch der Meinung, dass die vom Land zur Verfügung gestellten 2,8 Millionen Euro ebenfalls an Handel, Gewerbetreibende und soziale Einrichtungen weitergegeben werden sollten.“

Die Gewerbesteuer ist im Haushalt 2020 mit 116 Millionen Euro angesetzt. Kommt es hier – wie bei anderen Einnahmearten auch – zu erheblichen Einbrüchen, ist die Handlungsfähigkeit der Stadt Koblenz dauerhaft gefährdet.

Die aktuell ergangene Haushaltsverfügung der ADD nimmt keinerlei Bezug auf die Coronakrise und die wegbrechenden Einnahmen für die Stadt Koblenz, vielmehr wird ein Einsparvolumen im sogenannten freiwilligen Leistungsbereich von 4,1 Millionen Euro gefordert.

In der Logik der Haushaltskonsolidierung werden dann Schließungen von Einrichtungen wie Theater, Jugendtreffs oder Musikschule diskutiert werden müssen, da diese Einrichtungen als „freiwillig“ gelten.

Auch die weiteren sogenannten „freiwilligen Leistungen“ – gemeint sind hier Zuschüsse an Vereine und Einrichtungen im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich, sollen dann in der Logik der ADD gekürzt werden.

„Während Bund und Land die Schuldenbremse angesichts der Krise aufheben, bekommen die Kommunen neue Sparvorgaben, obwohl ihnen die Einnahmen wegbrechen. Das ist untragbar, hier muss sich der Städtetag wehren und beim Land intervenieren“, so der Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Die Grünen fordern den Oberbürgermeister auf, Zuschüsse im sogenannten freiwilligen Leistungsbereich jetzt auch auszuzahlen, um ohnehin vorhandene Probleme durch Corona nicht zusätzlich zu verschärfen. Grundsätzlich wollen die Grünen in der nächsten Ratssitzung eine gemeinsame Resolution des Stadtrates zum Thema Corona/Verschuldung der Stadt Koblenz anregen. Inhalt soll sein, von der ADD zu verlangen, dass eine haushaltsrechtliche Beurteilung der Jahre 2020 und 2021 ausgesetzt werden muss.

„Wir wollen mit dieser Resolution auch darauf hinweisen, dass die ohnehin verschuldeten Kommunen auch einen Rettungsschirm benötigen, nicht nur die Wirtschaft“, so Carl-Bernhard von Heusinger. Bund und Land sind hier in der Pflicht, Gelder auch für die Kommunen bereitzustellen. Auf jeden Fall müsse verhindert werden, dass viele Vereine und Verbände durch Sparmaßnahmen ihre Arbeit einstellen müssen.

„Viele Menschen engagieren sich in unserer Stadt vorbildlich ehrenamtlich, auch für Flüchtlinge und Obdachlose. Das darf nicht kaputtgespart werden“, fordert Laura Martín Martorell, stellv. Fraktionsvorsitzende. „Beim Umgang mit dem Corona-Virus wurde eines deutlich: Wir müssen heute handeln, um die Katastrophen von morgen zu verhindern. Daher darf es auch bei der Generationen-Aufgabe Klimaschutz nicht zu Einsparungen kommen“, so von Heusinger abschließend. Pressemitteilung

Stadtratsfraktion

Bündnis 90/Die Grünen

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Die Ahrtal-Werke legten dem Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler für 2025 eine Jahresbilanz von 85,4 Millionen Euro vor.  Foto: GS
127

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Ahrtal-Werke um die Geschäftsführung mit Dominik Neswadba und Thomas Hoppenz sind weiter auf gutem Kurs. Daher folgte der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler am Montagabend dem Aufsichtsrat des kommunalen Energieversorgers und stimmte dem vorgelegten Jahresabschluss 2025 einstimmig zu. Das Gremium beauftragte Bürgermeister Pascal Rowald, in der Gesellschafterversammlung dem Jahresabschluss der Ahrtal-Werke für das 2025 zuzustimmen und den Aufsichtsrat zu entlasten.

Weiterlesen

Die Einrichtung einer IGS an der Regionalen Schule Brohltal wurde bereits im März vom Kreistag abgelehnt. Jetzt scheiterte auch ein FWG-Antrag auf eine neue neutrale Untersuchung der Schülerzahlen im Kreis Ahrweiler.  Foto: GS
129

Kreis Ahrweiler. Im März hat der Kreistag von Ahrweiler den Antrag der Freien Wähler auf Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) an der Regionalen Schule Brohltal in Niederzissen abgelehnt. Dies unter anderem mit der Begründung des beratenden „biRegio“-Planungsbüros in schulpolitischen Entscheidungen, dass „eine „IGS Niederzissen die IGS Remagen empfindlich tangieren würde“.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag
Dauerauftrag
Kleiderstube
Imageanzeige Dauerauftrag 11/2025
Goldener Werbeherbst / Jubiläum
Weitere Artikel
Links: Straßenschild Rheinstraße, Mitte: Nostalgisches Bild der Rheinstraße/Vater Rhein (vom Stadtmuseum Andernach), Rechts: Frau Grafen heute
448

Andernach. Wenn Christina Grafen von ihrer Zeit in der Andernacher Rheinstraße erzählt, klingt es fast so, als würde man für einen Moment die Musik von damals wieder hören. Tanzflächen voller Menschen, mehrere Theken, an denen die Getränke ausgeschenkt wurden, ausgelassene Stimmung und mittendrin sie – meistens hinter dem Tresen, wo es selten ruhig zuging.

Von Dilara Köksal aus Andernach

Weiterlesen

Symbolbild.
2011

Astrologische Vorschau für die KW 46: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 9. bis 15. November 2026 - Zwischen neuen Chancen und unerwarteten Herausforderungen

Die zweite Novemberwoche bringt Bewegung in den Alltag der zwölf Sternzeichen. Während sich in manchen Lebensbereichen neue Möglichkeiten eröffnen, können an anderer Stelle Spannungen und kleine Rückschläge für Unruhe sorgen. Besonders in der Liebe sind Offenheit und Geduld gefragt. Auch beruflich gilt es, Chancen zu erkennen, ohne vorschnell Entscheidungen zu treffen. Gesundheitlich rückt die Balance zwischen Aktivität und Erholung stärker in den Mittelpunkt.

Weiterlesen