Politik | 02.11.2019, 12:19 Uhr

Partnerschaft für Demokratie Höhr-Grenzhausen veranstaltet 8. Demokratiekonferenz

„Demokratie leben!“

Die Ausstellung „Was los, Deutschland!? Ein Parcours durch die Islamdebatte“ wurde eröffnet

Höhr-Grenzhausen. Vor kurzem richtete die Partnerschaft für Demokratie (PfD) Höhr-Grenzhausen im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ die nunmehr 8. Demokratiekonferenz aus.

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Thilo Becker sowie Stefan Wolfram vom Projekt Arbeit und Lernen e.V. als Koordinierungs- und Fachstelle der PfD hatten die Öffentlichkeit in die Gaststätte „Till Eulenspiegel“ eingeladen, um über die Projekte im Jahr 2019, die Planungen für 2020 sowie die für das kommende Jahr geplante Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach zu informiere. Darüber hinaus wurde die Ausstellung „Was los, Deutschland!? Ein Parcours durch die Islamdebatte“ im Rahmen der Demokratiekonferenz eröffnet.

In seiner Begrüßung stellte Bürgermeister Thilo Becker noch einmal die wichtige Arbeit im Rahmen des Bundesprogramms in den Fokus. „Unsere Demokratie gilt es zu verteidigen. Die Demokratie und wir BürgerInnen müssen in der Lage sein, Stammtischparolen und Angriffen jeglicher Art standzuhalten und entgegen zu treten.“ Thilo Becker wies aber auch darauf hin, dass Alltagsrassismus in verschiedensten Ausprägungen ein großes Problem ist „Er verbirgt sich vielleicht in manchem harmlos anmutenden Witz, wo man aber immer sagen muss „Stopp, hier wird eine Grenze überschritten, bist du dir darüber im Klaren, was du hier äußerst?! Wie kommt das bei deinem Gesprächspartner an!?“ Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ leistet die PfD Höhr-Grenzhausen durch Projekte wie das Argumentationstraining gegen Stammtischparolen wichtige Arbeit.

Stefan Wolfram informierte anschließend über die im Jahr 2019 geleistete Arbeit im Rahmen des Bundesprogramms in Höhr-Grenzhausen. Unter den Schwerpunkten Förderung von Demokratieverständnis, Extremismusprävention sowie Förderung und Ausgestaltung einer vielfältigen lokalen Kultur des Zusammenlebens wurden ganz unterschiedliche Projekte durchgeführt. Das Theaterstück „Die Sehnsucht nach Frühling“ der Berliner Compagnie und ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen mit Prof. Dr. Boeser-Schnebel fanden bereits im Frühjahr 2019 statt. Zu der Veranstaltung anlässlich des Shoah-Gedenktages im Januar kamen über 150 Besucher/innen in die evangelische Kirche nach Höhr-Grenzhausen. Das Café Kunterbunt bietet über das Jahr hinweg in der Kindertagesstätte „Die Arche“ deutschen und ausländischen Familien einen Rahmen zum Kennenlernen und für gemeinsame Unternehmungen. Eine Vortragsveranstaltung mit Sascha Bisley, Autor „Zurück aus der Hölle“, ein Schulworkshop zum Thema „Potenziale entfalten/Demokratie stärken“, die Friedenswoche der Tibetinitiative sowie das für die Schulen angebotene Theaterstück „Das Mädchen mit der roten Kappe“ des Kölner Künstlertheaters werden in den verbleibenden Wochen des Jahres noch stattfinden und die durchgeführten Projekte abrunden.

Für das kommende Förderjahr laufen die Planungen bereits auf Hochtouren. Durch den Zusammenschluss mit der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach zur Partnerschaft für Demokratie im Kannenbäckerland erhoffen sich alle Beteiligten neue Impulse und ein größeres Einzugsgebiet für die so wichtige Arbeit im Bundesprogramm „Demokratie leben!“.

Stefan Wolfram ermutigte Vereine und Initiativen, mit Projektideen an ihn heranzutreten. Aber auch Einzelpersonen, die kein Projektträger sein können, forderte Stefan Wolfram auf, sich mit ihm in Verbindung zu setzen. „Die Koordinierungs- und Fachstelle sowie das federführende Amt im Rathaus unterstützen bei der Projektplanung, der Umsetzung und bei den Formalitäten. Wenn Sie eine Idee haben, die zum Bundesprogramm passt, sprechen Sie uns an!“.

Das Jahr 2020

Die Projektplanungen für das Jahr 2020 sehen aktuell Vorträge und Workshops zu aktuellen Entwicklungen in der rechten Szene, einen Blick auf die historische Entwicklung des Rassismus, verschiedene Filmvorführungen, interkulturelle Vorträge/Veranstaltungen zum „Zusammenleben“ und zur „Gestaltung des Sozialraumes“ vor. Darüber hinaus sollen die Themenbereiche Rassismus im Alter sowie Vorurteilsbildung im Elementarbereich behandelt werden. Stefan Wolfram wies aber darauf hin, dass die Planungen nicht in Stein gemeißelt sind. „Das federführende Amt und ich erstellen für jedes Förderjahr einen Maßnahmenplan. So können sich potentielle Projektträger ggf. Anregungen und Ideen für eigene Projekte holen und wir können reagieren, sofern keine Projektanträge eingehen.“

„Was´ los, Deutschland!?“

Im Anschluss an die Demokratiekonferenz wurde die Wanderausstellung „Was´ los, Deutschland!? Ein Parcours durch die Islamdebatte“ eröffnet. Die bundesweite Wanderausstellung wurde in Höhr-Grenzhausen erstmals außerhalb von Celle gezeigt. Sie nähert sich den Themen Islamdiskurs, Islamismus und Muslim/innen in Deutschland auf einer spannenden, psychologischen Ebene. Dabei ist sie wissenschaftlich fundiert, präventiv, jugendgerecht und gemeinsam mit jungen Muslim/innen in Deutschland 2018-2019 entwickelt worden.

Die Ausstellung kann als eingefrorenes, psychologisches Theaterstück beschrieben werden. Besucher/innen bewegen sich durch eine multimediale Szenerie von 30 lebensgroßen Figuren in 11 Szenen. Über Lautsprecher kommunizieren die Figuren miteinander, über Kopfhörer sind ihre Gedanken zu hören. In dieser multimedialen und interaktiven Umgebung finden die Besucher/innen Impulse zur Reflexion rund um den deutschen Islamdiskurs oder Themen wie Zivilcourage, Antisemitismus oder kritischer Medienrezeption.

Die Wanderausstellung zum Islamdiskurs unterstützt junge Menschen darin, populistischen und menschenverachtenden Meinungen und Ideologien entgegenzutreten und die Welt in ihrer Komplexität wahrzunehmen. Gleichzeitig regt sie zum Nachdenken über gesellschaftliche Fragen an, wobei die zentrale Frage lautet: „Wie wollen wir in unserer Gesellschaft leben?“.

„Was‘ los, Deutschland!?“ ist eine Idee und ein Projekt der CD-Kaserne gGmbH. Die Umsetzung erfolgte durch ein multidisziplinäres Projektteam. Kooperationspartner/innen waren u.a. Mitglieder des YouTube-Formats „Datteltäter“, das Theaterkollektivs „Markus & Markus“, Comic-Zeichnerin „tuffix“ und die Firma „Werkhaus“. Der Landespräventionsrat Niedersachsen, die Landeszentrale für politische Bildung Niedersachsen und das Niedersächsische Kultusministerium begleiteten die Entwicklung.

Finanziert wurde die Entwicklung der Ausstellung „Was‘ los, Deutschland!?“ durch das Landesdemokratiezentrum am Landespräventionsrat im Niedersächsischen Justizministerium mit Mittel aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) sowie durch die Stiftung Niedersachsen, das Niedersächsische Kultusministerium und die Sparkasse Celle(Quelle: CD-Kaserne gGmbH Celle; https://waslosdeutschland.info/#ueber).

Pressemitteilung der

Verbandsgemeindeverwaltung Höhr-Grenzhausen

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Die Ahrtal-Werke legten dem Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler für 2025 eine Jahresbilanz von 85,4 Millionen Euro vor.  Foto: GS
130

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Ahrtal-Werke um die Geschäftsführung mit Dominik Neswadba und Thomas Hoppenz sind weiter auf gutem Kurs. Daher folgte der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler am Montagabend dem Aufsichtsrat des kommunalen Energieversorgers und stimmte dem vorgelegten Jahresabschluss 2025 einstimmig zu. Das Gremium beauftragte Bürgermeister Pascal Rowald, in der Gesellschafterversammlung dem Jahresabschluss der Ahrtal-Werke für das 2025 zuzustimmen und den Aufsichtsrat zu entlasten.

Weiterlesen

Die Einrichtung einer IGS an der Regionalen Schule Brohltal wurde bereits im März vom Kreistag abgelehnt. Jetzt scheiterte auch ein FWG-Antrag auf eine neue neutrale Untersuchung der Schülerzahlen im Kreis Ahrweiler.  Foto: GS
133

Kreis Ahrweiler. Im März hat der Kreistag von Ahrweiler den Antrag der Freien Wähler auf Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) an der Regionalen Schule Brohltal in Niederzissen abgelehnt. Dies unter anderem mit der Begründung des beratenden „biRegio“-Planungsbüros in schulpolitischen Entscheidungen, dass „eine „IGS Niederzissen die IGS Remagen empfindlich tangieren würde“.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag 2026
Stellenausschreibung Kennziffer 108/2026
Traueranzeige Wolfgang Kruft
Titelanzeige
Karnevalsauftakt in Mülheim-Kärlich
Herbst PR Special KW 45
Aktion Goldener Herbst KW 45
Weitere Artikel
Links: Straßenschild Rheinstraße, Mitte: Nostalgisches Bild der Rheinstraße/Vater Rhein (vom Stadtmuseum Andernach), Rechts: Frau Grafen heute
586

Andernach. Wenn Christina Grafen von ihrer Zeit in der Andernacher Rheinstraße erzählt, klingt es fast so, als würde man für einen Moment die Musik von damals wieder hören. Tanzflächen voller Menschen, mehrere Theken, an denen die Getränke ausgeschenkt wurden, ausgelassene Stimmung und mittendrin sie – meistens hinter dem Tresen, wo es selten ruhig zuging.

Von Dilara Köksal aus Andernach

Weiterlesen

v.l.n.r.: Daniel Phiesel, Christel Engeland, Stefan Raetz, Marcel Richter, Martin Warkentin
190

Rheinbach. Die Bürgerstiftung „Wir für Rheinbach“ hat auch für 2027 wieder einen Rheinbach-Kalender herausgebracht. Die Vorstände Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel und Marcel Richter: „Der Bildkalender erfreut sich auch in der 13. Auflage großer Beliebtheit und zeigt wieder interessante Rheinbacher Motive.“ Mit Martin Warkentin hat die Bürgerstiftung erneut einen jungen Fotografen aus Rheinbach gefunden, der mit einem eigenen Blick auf die Rheinbacher Motive schaut.

Von Stefan Raetz aus Rheinbach

Weiterlesen