Politik | 13.05.2025

Der Torso der Heppinger Brücke wird ein Ort des Gedenkens

Zerstörte Brücke in Heppingen.  Foto: ROB

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Keine Sitzung des Stadtrates von Bad Neuenahr-Ahrweiler ohne Gedanken an die Flut, ihre Folgen sowie den Willen und den Mut zum Wiederaufbau. So folgte der Rat denn auch dem Wunsch des Ortsbeirates von Heppingen, an dem noch erhaltenen Brückenkopf der Heppinger Brücke einen Gedenkort einzurichten. Die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft wurde mit der Sicherung des Restbauwerkes der ehemaligen Heppinger Brücke beauftragt. Und die Finanzierung der Kosten in Höhe von rund 56000 Euro wird laut Bürgermeister Guido Orthen über noch vorhandene Spendenmittel der Stadt erfolgen. Was der Brückenkopf für die Heppinger bedeutet, hatte Ratsmitglied Tobias Kelter, selbst Heppinger, so unterstrichen: Es geh um den Erhalt „als dezentraler Gedenkort. Als stiller Mahner. Als Zeichen dafür, dass wir erinnern wollen – nicht, um im Schmerz zu verharren, sondern um als Gesellschaft zu wachsen.“ Dem wollte niemand widersprechen.Einmütigkeit herrschte auch beim Thema Neubau der Grundschule Bad Neuenahr. Da fand ein Vorschlag der Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG) positives Echo im Rat. Konkret geht es um die Realisierung in einem Bauabschnitt statt wie bislang geplant in zwei Bauabschnitte. Denn wenn der Südflügel der Schule vorzeitig abgerissen wird, spart das eineinhalb Jahre Bauzeit. Dafür muss es für die dort bislang beheimateten sechs Klassen jedoch ab kommendem Schuljahr eine Interimslösung geben. Die soll in für Grundschüler geeigneten Containern nebst Sanitärcontainer auf den Parkplätzen an der Nordseite der Schule zur Weststraße hin erfolgen. In diesem Zusammenhang sieht die Planung für die Dauer der Interims- und Bauzeit einen möglichen Einbahnverkehr der Weststraße in östlicher Richtung vor. Der Gehwegbereich für Fußgänger soll auf der Nordseite der Container geführt werden. Der Gehweg soll mit einem Bauzaun zur Straße abgesichert werden. Die Kosten für den Anriss des Südflügels belaufen sich auf 700000 Euro, die Kosten für die Container, die die Fünfzügigkeit der Schule garantieren sollen betragen für 30 Monate 520000 Euro.

Schmuckstück im Heilbad

Der Kurpark von Bad Neuenahr „soll wieder ein Schmuckstück“ für das Heilbad werden. Damit sprach Werner Kasel (SPD) alles Ratsmitgliedern aus dem Herzen, als es um das Herzstück von Bad Neuenahr ging. Eine „Operation am offenen Herzen“ nannte denn auch Christoph Scheuer (Grüne) die Neugestaltung des Kurparks nach der Flut. Für den „Ort der Ruhe und der Begegnung“ (Rolf Deißler, FDP) ging es im Rat um Details wie das Erlebbarmassen des Themas Wasser durch Aufweitung des Mühlenteichs am Pleasurground, respektive der Veranstaltungsfläche. An den Showbrunnen sollen mobile Pflanzkübel, die bei Großveranstaltungen wie „Klangwelle“ oder „Typisch Kölsch“ entfernt werden können. Und auch um Barrierefreiheit geht es bei der Neugestaltung: Zur Förderung der Inklusion im Park sowie für die Steigerung der Attraktivität für alle Altersgruppen werden unter anderem barrierearme Bankstandorte und Elemente vorgesehen. Die Sitzgruppen werden so gestaltet, dass Rollstuhlfahrer nicht nur außen am Rand, sondern auch zwischen den Bänken und Betonsitzelementen Platz finden. Die Armtauchbecken im Kneipp Bereich sollen zudem halbseitig leicht abgesenkt werden, sodass sie dort auch durch Rollstuhlfahrer genutzt werden können. Auch der Kräutergarten wird so gestaltet, dass er mit einem Rollstuhl sowie für Groß und Klein erreichbar ist. Wiederaufbau im Kurpark bedeutet aber auch Eingriff. So müssen 37 von 240 Bäumen zur Hochwassersicherheit gefällt werden, dafür werden 92 Bäume neu gepflanzt. Wege, Plätze, leichte Pflege, Informationen und Besucherlenkung waren weitere Punkte, die sämtlich Zustimmung erfuhren. Und all das soll im Juli 2027 bei der Neueröffnung greifbar sein.

Platz an der Linde

Und Zustimmung erfuhr auch die Vorentwurfsplanung der Gestaltung für den Platz an der Linde. Diese sieht 13 Bäume, Splittflächen von rund 510 Quadratmetern, Grünflächen von 140 Quadratmetern, zehn Bänke, 140 Sitzplätze für die Außengastronomie, 14 Fahrradparker, einen Trinkwasserbrunnen und drei Fahnenmasthülsen vor. Hier würdigte Rolf Deißler (FWG), dass sich die Gestaltung an alle Generationen richte, und Klaus Beu unterstrich für die Freien Wähler, „dass es an diesem zentralen Ort für die Innenstadt von Bad Neuenahr weitergeht und langsam ein Ende des Provisoriums naht.“ Ein Provisorium, dass sich jedoch sehen lassen kann. So fand denn auch Christoph Scheuer: „Im Provisorium zeigt der Platz was man aus ihm machen kann, das Herzstück des Flanierens, des Innenhaltens, und ein Platz, wo man gerne überlegt in welches Geschäft man als nächstes aufbricht und dies am besten bei einem Kaffee oder Eis. Dieser Platz ist zu einem kleinen Paradies im Vergleich zu früher geworden und verdient es auch in der Planung ausreichend Zeit zu bekommen, in der viele Ideen über sein zukünftiges Aussehen, Gebrauch und Nutzen miteinander ausgetauscht werden.“ Und David Bongart (CDU) machte klar: „Für unsere Stadt hoffen wir, dass die angegebenen Bauzeiten eingehalten werden und wir alle ab Spätherbst 2026 den neuen Platz an der Linde genießen dürfen – ein Platz, der für viele Menschen weit mehr ist als nur eine wiederhergestellte Fläche, sondern ein Stück Zuhause im Herzen von Bad Neuenahr.“

Klimaangepasstes Bauen

Die Neuplanung berücksichtigt durch klimaangepasstes Bauen, dass künftig mehr Bäume auf dem Platz an der Linde angepflanzt werden und Flächen aus Kalksplitt hergestellt werden, die den Platz an der Linde teilentsiegeln. Dies führt zu einer Verbesserung des Stadtklimas. Die Brunnenanlage soll erneuert und als bespielbare Fläche ausgebildet werden. Zusätzlich wird unter dem Platz an der Linde ein Rigolensystem hergestellt, welches den Wasserrückhalt gewährleistet und die automatische Bewässerung der Baumstandorte sicherstellt. GS

Zerstörte Brücke in Heppingen. Foto: ROB

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