Politik | 01.12.2020

Bauausschuss und Ausschuss für Umwelt- und Stadtentwicklung tagte

Die Zukunft des Nahversorgungszentrum wird im Januar entschieden

Ausschussmitglieder konnten sich nicht zu Empfehlung durchringen

Sinzig. Nach rund zwei Stunden stand fest, dass nichts feststeht: Ziemlich ergebnisoffen fiel die gemeinsame Sitzung des Bauausschusses und des Ausschusses für Umwelt- und Stadtentwicklung unter der Leitung des 1. Beigeordneten der Stadt Sinzig, Hans-Werner Adams, aus. Eigentlich sollten die Mitglieder dem Stadtrat eine Empfehlung auf den Weg geben, ob man die Aufstellung des Bebauungsplanes für das kontrovers diskutierte Nahversorgungszentrum weiterführe. Dass das NVZ jetzt wieder in den Ausschüssen Thema wurde, liegt an den neuen Plänen, die der Investor Alsdorf Immobilien im Oktober vorstellte. Die beschreiben ein Areal mit mehr Grünflächen und einer Gastronomie am Ahrufer.

Eine Übereinkunft konnte in der emotional geführten Debatte, die als Videokonferenz abgehalten wurde, nicht getroffen werden. Stattdessen entflammte eine Diskussion mit dem Fazit, dass zunächst die Gespräche mit Investor, Verwaltung, Anwohner und Politik erneut aufgenommen werden sollte. Eine endgültige Entscheidung soll dann der Stadtrat Mitte Januar treffen.

Warnung vor erheblichem Risiko

Im Rahmen der Sitzung brachte der Rechtsanwalt Prof. Dr. Jochen Kerkmann die juristische Sichtweise der Stadt mit ein. Sollte das Verfahren fortgeführt werden, stünde die Stadt erheblichen Risiken gegenüber. So wäre ein paralleler Betrieb von ALDI und Rossmann ein Verstoß gegen die Raumordnung. Um das Problem zu lösen, müssen die Firmen auf ihre Baugenehmigung verzichten, das laut Kerkmann „ziemlich fraglich wäre“. Schließlich habe dies einen Wertverlust der Grundstücke zur Folge. Eine Möglichkeit, diese und andere juristische Fallstricke zu umgehen, sei eine Ablehnung der Fortführung des Bebauungsplanes. Zu Wort kam auch Gudula Böckenholt, von der CIMA, die das Projekt ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) betreut. Böckenhalt mahnte, dass das Nahversorgungszentrum zu weit von der Innenstadt läge. Dies könnte eine weitere Schwächung des Einzelhandels im Stadtkern zur Folge haben.

Angesichts der Ausführungen sahen sich die Mitglieder der Ausschüsse außerstande, eine Übereinkunft zu treffen. Manfred Ruch von der SPD mangelte es an Fakten und klaren Worten, Volker Holy (CDU) befand, dass die Entscheidung gleich dem Stadtrat überlassen werden solle und FDP-Mann Dominik Graf von Spee sah anhand der mangelnden Ausgeglichenheit in der Beschreibung der Lage durch die Fachleute eine Benachteiligung des Investors in dieser Debatte. Eindeutige Ablehnung signalisierte Reiner Friedsam von den Freien Wählern, der sich lieber eine Stärkung des Edekas wünsche. Hardy Rehmann gab ebenfalls zu Verstehen, dass man seitens der Grünen für eine Ablehnung des Projektes sei. Auch Hans Dietrich Laubmann (SPD) plädierte für ein „Nein“; für ihn sei nur ein Gespräch mit den Anwohnern die richtige Lösung. Für mehr Geduld warb hingegen Friedhelm Münch, FWG. Münch riet, dass man erst die Entwicklung des Projekts ISEK abwarten solle.

Die zwiegespaltene Diskussionsrunde wurde erst nach entsprechendem Antrag von Franz Hermann Deres aufgelöst. Deres befand es als einzig sinnvolle Lösung, sich mit allen Beteiligten an einen Tisch zu setzen, die Pläne gegebenenfalls anzupassen und den Stadtrat über die Fortführung des Verfahrens zu entscheiden. Der Antrag stieß auf mehrheitliche Zustimmung. Vom Bauausschuss stimmten acht Mitglieder mit Ja, vier enthielten sich bei einer Nein-Stimme. Ein ähnliches Votum kam von den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung: Neun Ja-Stimmen trafen auf drei Enthaltung und einer Nein-Stimme.- ROB -

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Boomerang : Es ist doch mittlerweile allgemein bekannt das in Koblenz nichts wichtiger ist als Radwege, am besten in Autobahnbreite.

Neulich als Einzige(r)

von Gregor Schürer

  • Werner Bergmann: "Gut gebrüllt Löwe"
  • Ein CDU-Mitglied aus Koblenz: Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Wahl! Ich wünsche Ihnen viel Kraft für diese neue Herausforderung! Sie haben uns heute auf dem CDU-Kreistag mit Ihrem „Feuer in den Augen“ voll überzeugt!
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Umbau Vulkan-Brauerei
Vorsätze 2026
Umbau der Vulkan Brauerei in Mendig
Umbau Vulkan Brauerei
Kooperationsgeschäft
Daueranzeige 2026
Stellenanzeige Küchenhilfskräfte
Stellenanzeige Bereich Bezirksleitung Mayen
Empfohlene Artikel

Neuwied. Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) im Kreis Neuwied kritisiert den Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) zum bevorstehenden CDU-Bundesparteitag, mit dem das gesetzlich verankerte Recht auf Teilzeit erheblich eingeschränkt werden soll.

Weiterlesen

Rheinbach. Bereits im Sommer 2025 hat die CDU Rheinbach u.a. im Rahmen einer Bürgerversammlung deutlich gemacht, dass die vorhandene Gasnetzinfrastruktur in der Kernstadt wie auch in den Ortschaften weiterhin eine wichtige Rolle für eine klimaverträgliche Wärmeversorgung spielen kann. Fachliche Einschätzungen bestätigen, dass die bestehenden Netze grundsätzlich geeignet sind, Haushalte künftig anteilig mit Biogas und perspektivisch sogar vollständig mit Wasserstoff zu versorgen.

Weiterlesen

Neuwied. Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit hatte Neuwieds Oberbürgermeister Jan Einig angekündigt, den einzelnen Stadtteilen mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Nun stellt die Stadt die Zusammenarbeit mit ihren Ortsbeiräten neu auf. Ziel ist es, die Anliegen der Ortsteile noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken und den Austausch zwischen Stadtverwaltung und Ortsvorstehern direkter und wirksamer zu gestalten.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Lesefreude für Grundschüler: Adventskalenderaktion in Sankt Katharinen

Gewinner der „Leselust-Adventskalender“-Verlosung ermittelt

St. Katharinen. Kürzlich erwartete die Kinder der Grundschule Sankt Georg in Sankt Katharinen eine spannende Überraschung! Frau Ingrid Kröger von der Katholischen öffentlichen Bücherei St. Michael in Vettelschoß ließ sich auch durch einen vor Kurzem gebrochenen Fuß nicht davon abhalten, wie schon in den vergangenen Jahren wieder mit vielen tollen Preisen in die Schule zu kommen!

Weiterlesen

Mitgliederwerbung
Handwerker für Hausmeistertätigkeiten
Umbau Vulkan Brauerei Mendig
Rund ums Haus
Kostenfreie Anzeige Stephan Schneider
Image Anzeige
Umbau Vulkan Brauerei
Umbau Vulkan
Umbau der Vulkan Brauerei in Mendig
Werbeplan 2026
Stellenanzeige IT Administrator
MA Hauswirtschaft Küche