Politik | 10.04.2019

Baustellen in Sinzig sorgen für erhebliche Verkehrsbeeinträchtigung

Drei Baustellen auf dreihundert Metern ärgern Sinzigs Autofahrer

Stadt, LBM und Bahn bauen gleichzeitig – Kreisel soll Ende April fertig werden

Gerade zur Feierabendzeit staut es sich im Bahnhofsbereich gewaltig. Fotos: ROB

Sinzig. Derzeit brauchen die Verkehrsteilnehmer in Sinzig ziemlich starke Nerven. Denn im Bereich der Lindenstraße und am Bahnhof sind gerade drei Baumaßnahmen im Gange. An der alten Linde wird durch den Landesbetrieb Mobilität ein neuer Kreisel gebaut, die Bahn erhöht die Bahnsteige und die Stadt macht den Zugang zum Bahnhof barrierefrei. Diese Arbeiten sorgen für einige Besonderheiten in der Verkehrsführung und somit für Stau und schlecht gelaunte Autofahrer. Neben der seit Oktober gesperrten Auffahrt auf die B9 sind seit dem 1. April die Baumaßnahmen am Sinziger Bahnhof angelaufen. Die sollen noch bis zum 31. Dezember diesen Jahres dauern. Dadurch ergeben sich neue Verkehrsbeeinträchtigungen. Ein Nadelöhr ist besonders der Teilbereich der Rheinallee zwischen Lindenstraße und Eisenbahnstraße. Dort musste eine Einbahnlösung her und besonders hier staut es sich gerade zum Feierabendverkehr gewaltig. Nun stellt sich mancher Sinziger die Frage, warum diese Maßnahmen nicht sorgfältiger koordiniert wurden. Die Antwort gab Bürgermeister Andreas Geron bei der letzten Sitzung des Stadtrates. Der Stadtchef versicherte, denjenigen sofort einzustellen, der die Pläne der drei Bauherren Stadt, Bahn und LBM koordinieren könne.

Auch Zugpendler sind betroffen

Von den Bauarbeiten sind übrigens nicht nur Auto- und Fahrradfahrer betroffen. Auch Zugpendler, die mit dem eigenen Pkw zum Bahnhof reisen leiden derzeit unter verschärften Bedingungen. Denn im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofes wurden auch einige der Parkplätze im Bahnhofsumfeld gesperrt. Dass das bis Silvester 2019 dauern soll, sorgt bei einigen der Berufpendler für schlechte Stimmung. Doch immerhin gibt es auch positive Töne. Man sehe an den Bauarbeiten schließlich, dass sich in der Barbarossastadt etwas zum Guten verändere. Etwas Positives ließ auch der Landesbetrieb Mobilität verlauten: Die Bauarbeiten am Kreisel liegen im Zeitplan. „Gute Witterung vorausgesetzt kommen die Arbeiten Ende April 2019 zum Abschluss“, bestätigte eine LBM-Sprecherin gegenüber BLICK aktuell.

Unternehmer sind sauer

Wenig Grund zur Freude haben derzeit die Sinziger Unternehmer, die direkt von den Baumaßnahmen betroffen sind. Thorsten Kleber ist Marktleiter des Obi Bauzentrums im Trifter Weg und bemerkt die Auswirkungen der Umleitungen an den Kommentaren seiner Kunden. „Uns wird von den Kunden zurückgespielt, dass die Verkehrsführung eine Katastrophe ist“, so Kleber. Auch der Rückweg, der nicht zur Umfahrung der Baustelle ausgeschildert ist, komme nicht gut an. Seitens der Stadt hätte man sich mehr Transparenz gewünscht. „Über die neue Baustelle wurden wir von der Stadt überhaupt nicht informiert“, ärgert sich Kleber.

Über mangelnde Informationen beklagt sich auch Norbert Schmickler, Geschäftsführer der M. & J. Schmickler GmbH & Co Kg mit Sitz im Sandkaulerweg. Weder zu der Sperrung anlässlich des Baubeginns des Kreisels im Oktober sei man nicht informiert worden. Und: „Der Kundenzulauf hat sich reduziert“, erklärt Schmickler, der auf der Internetseite seines Unternehmens über eine alternative Zufahrt zum Gewerbegebiet informiert. Dies jedoch mit mäßigem Erfolg, wie Schmickler erklärt. „Die Umleitungssausschilderung ist katastrophal – täglich verirren sich Lastwagen in der Stadt,“ führt Schmickler aus. Deshalb habe er auch die Bitte um Verbesserung der Beschilderung bei der Stadt und der Straßenmeisterei geäußert. Erfolg habe das laut Schmickler jedoch nicht gehabt.

Verschiedene Bauherren mit verschiedenen Maßstäben

Auch die Parteien im Stadtrat haben unterschiedliche Meinungen über die parallelen Baumaßnahmen. Franz-Hermann Deres von der CDU-Fraktion kann den Verdruss der Verkehrsteilnehmer nachvollziehen. „Die derzeitige Verkehrsführung ist aufgrund der Baustellen eine echte Herausforderung für Auto- und Radfahrer, aber auch für Fußgänger“, so Deres, der gleichzeitig die tägliche Geduld und das Verständnis der Verkehrsteilnehmer lobt. „Vielleicht wäre eine bessere Abstimmung des Zeitablaufs der Baudurchführung möglich gewesen“, wirft Deres ein. Dennoch werde sich die Situation durch die Fertigstellung des Kreisels in Bälde wieder entspannen.

Friedhelm Münch (FWG) ist froh, dass so viele von Stadtrat und Verwaltung angestoßene Baumaßnahmen angelaufen sind. Einen mangelnden Informationsfluss kann Münch nicht feststellen. „Bürgermeister Geron hat bei der letzten Ratssitzung über die Beeinträchtigungen durch die Baumaßnahmen berichtet und um Verständnis gebeten“, führt er aus. Dennoch wäre es laut Münch für die Anlieger und Autofahrer hilfreich gewesen, sich bei der angesichts der momentanen Verkehrsbelastung besser und frühzeitiger abzustimmen.

Positiver sieht es Hartmut Tann von der SPD. Tann hält die Informationen über die Baumaßnahmen für ausreichend kommuniziert. Er verstehe, dass die drei Baustellen für eine verschärfte Verkehrssituation sorgen. Und zu dem Stau gesellen sich noch eine verringerte Anzahl an Parkplätzen und Anwohner beschweren sich über Falschparker. Eine bessere Koordination der Maßnahmen im Vorfeld hätte Tann für sinnvoll, aber schwierig gehalten. Er sehe jedoch das Positive. Sind die Baumaßnahmen erst abgeschlossen, entspannt sich der Verkehr wieder. Denn „dann werden sich die Sinziger über eine attraktiv gestaltete Südeinfahrt freuen und Bahnfahrer können die Züge bequem und sicher besteigen“, blickt Tann in die Zukunft.

Klaus Hahn von den Grünen habe die jetzige Situation bereits geahnt. „Wir hatten Ende Oktober 2018 schon vor einem Verkehrschaos gewarnt“, erläutert er. Man können sogar froh sein, dass sich die Baumaßnahmen am Bahnhof verzögert hatten. Somit werden die dortigen Arbeiten nicht lange mit den Arbeiten am neuen Kreisel parallel laufen. Denn durch die Fertigstellung des Kreisels erwarte man eine Entspannung der Verkehrslage. Für die gesperrten Parkplätze am Bahnhof, halten die Grünen eine Lösung bereit: Die Stadtverwaltung solle mit dem Kaufland verhandeln, um auf dessen Parkplatz weitere 20 bis 30 Parkplätze von Montag bis Freitag für Pendler freizuhalten.

Auch die FDP-Fraktion kann den Unmut der Sinziger nachvollziehen. Volker Thormann betont jedoch, dass sowohl die Baumaßnahmen der Bahn zur Bahnsteigerhöhung und auch der Kreiselbau nur zeitlich begrenzt sei. Somit müsse man sich derzeit in Geduld üben. Doch: „Die Fertigstellung der Maßnahmen ist wichtig und unaufschiebbar“, so Thormann. Auch ins Sachen Transparenz und Informationsfluss sieht er keine Defizite, da auf die verschiedenen Baumaßnahmen jeweils öffentlich hingewiesen wurde. Dass nun die Ausführungen der Maßnahmen zum gleichen Zeitpunkt erfolgen, habe vielerlei Gründe. „Wir haben drei Baumaßnahmen in unterschiedlicher Verantwortung, die jeweils nach ihren Maßstäben arbeiten“, zieht Thormann ein Fazit. -ROB-

Seit dem 1. April wird am Bahnhofsvorplatz gebaut.

Seit dem 1. April wird am Bahnhofsvorplatz gebaut.

Gerade zur Feierabendzeit staut es sich im Bahnhofsbereich gewaltig. Fotos: ROB

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