Politik | 30.01.2026

Ausbau in Angebotsform in Feldkirchen, Heimbach-Weis und Engers vorgesehen

Drei neue Ganztagsschulen für die Stadtteile

Die Grundschule in Feldkirchen.Fotos: Ulf Steffenfauseweh

Neuwied. Mehr als Betreuung: Mit zusätzlicher Lernzeit, individueller Förderung und vielfältigen Bildungsangeboten will die Stadt Neuwied die Chancen der Kinder nachhaltig verbessern und gleichzeitig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich verbessern. Dafür bringt die Verwaltung nun Anträge zur Einrichtung von drei weiteren Ganztagsschulen in den Stadtrat ein.

Konkret geht es um die Margaretenschule in Heimbach-Weis, die Grundschule Feldkirchen sowie die Kunostein-Grundschule in Engers. Stimmt der Neuwieder Stadtrat zu, stellt die Stadt als Schulträger umgehend die entsprechenden Anträge beim Land Rheinland-Pfalz. Ziel ist es, zum Schuljahr 2027/2028 zu starten.

Elternbefragungen und die Schulentwicklungsplanung zeigen deutlich, dass der Bedarf an qualitativ hochwertigen Ganztagsangeboten in allen Stadtteilen weiter zunimmt. Der erneute Ausbau ist Teil einer langfristig angelegten Strategie. Aktuell verfügen vier der zwölf städtischen Grundschulen über ein entsprechendes Angebot, die Grundschule auf dem Heddesdorfer Berg kommt zum Schuljahr 2026/2027 hinzu.

Vorgesehen ist an allen drei Standorten eine Ganztagsschule in Angebotsform. Die Teilnahme ist freiwillig, nach Anmeldung für ein Schuljahr verbindlich. Das Angebot läuft an vier Tagen pro Woche von 8 bis 16 Uhr und umfasst ein warmes Mittagessen, eine feste Lernzeit sowie unterrichtsbezogene Ergänzungen, projetorientierte Vorhaben, individuelle Förderung und Freizeitgestaltung. Parallel bleibt an den Schulen auch die Betreuende Grundschule bis 14 Uhr bestehen, dort allerdings ohne Lernzeit und Mittagessen.

Für Neuwied hat der Ausbau eine besondere Bedeutung. „Der Kinder- und Jugendarmutsanteil liegt bei rund 20 Prozent“, weiß Schuldezernent und Bürgermeister Peter Jung. „Ganztagsschulen leisten hier weit mehr als reine Betreuung. Sie eröffnen zusätzliche Bildungs- und Fördermöglichkeiten und stärken soziale Kompetenzen“, sagt er. Als zertifizierte Kinderfreundliche Kommune verfolgt Neuwied den Anspruch, allen Kindern faire Bildungs- und Entwicklungschancen zu ermöglichen, unabhängig von Herkunft und sozialem Umfeld. Der schrittweise Ausbau der Ganztagsschulen ist ein zentraler Baustein dieses Ansatzes und ergänzt weitere Maßnahmen wie Familiengrundschulzentren, Schulsozialarbeit und die enge Verzahnung von Schule und Jugendhilfe.

Großen Wert legt die Stadt dabei an allen Ganztagsgrundschulen auf Qualität. So schafft sie unter anderem eine zentrale Stelle zur Koordination der Kooperationen im Ganztag, stärkt die Musikschule mit zusätzlichen Kapazitäten für die Arbeit an den Ganztagsschulen und informiert Eltern frühzeitig und transparent, etwa durch eigene Informationsveranstaltungen.

Der gesamte Prozess wird von Beginn an eng begleitet. Peter Jung hebt dabei ausdrücklich die konstruktive Zusammenarbeit mit der Schulaufsicht bei der ADD sowie mit dem Bildungsministerium hervor. „Diese enge und verlässliche Unterstützung ist alles andere als selbstverständlich. Sie hilft uns sehr dabei, gemeinsam mit den Schulen einen qualitativ hochwertigen Ganztag aufzubauen und nachhaltig weiterzuentwickeln“, betont der Bürgermeister.

Der Haupt- und Personalausschuss hat die drei Vorlagen bereits einstimmig bei Enthaltung der AfD beraten und unterstützt den von der Verwaltung vorgeschlagenen Weg. Mit dem Einbringen der Beschlussvorlagen in den Stadtrat treibt die Stadt den Ganztagsausbau nun konsequent weiter voran.

Pressemitteilung Stadt Neuwied

Kunostein-Grundschule in Engers.

Kunostein-Grundschule in Engers.

Die Margaretenschule in Heimbach-Weis.

Die Margaretenschule in Heimbach-Weis.

Die Grundschule in Feldkirchen. Fotos: Ulf Steffenfauseweh

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