Politik | 01.10.2017, 12:15 Uhr

Initiativgruppe „Lager Rebstock“ informiert

Ehemaliger Zwangsarbeiter ist Ehrengast

Vertreter von sechs Generalkonsulaten bei der Eröffnung der Erinnerungsstätte „Lager Rebstock“ am 9. November

Initiator Wolfgang Gückelhorn (links) und Andreas Schmickler im Rohbau des Info-Pavillons, der vor wenigen Tagen aufgestellt wurde. privat
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Region. Die Erinnerungsstätte „Lager Rebstock“ oberhalb von Marienthal wird am Donnerstag, 9. November um 11 Uhr eröffnet. Ehrengast der Veranstaltung ist ein ehemaliger Zwangsarbeiter, der an der Ahr schuften musste. Der Niederländer wurde 1944 zunächst auf dem Gelände des Luftwaffenübungsplatzes Ahrbrück gefangen gehalten, bevor er in das Barackenlager auf dem Bahndamm zwischen Dernau und Rech verlegt worden ist. Die Zeit, die der inzwischen 94-Jährige im Ahrtal verbrachte, ist eines von mehreren Gefangenenschicksalen, die an der Gedenkstätte in Marienthal beispielhaft dokumentiert werden.

Internationale Gäste erwartet

Vertreter der Generalkonsulate von Polen, Ungarn, Italien, Frankreich, der Russischen Föderation und der Niederlande haben ihr Kommen für die Einweihungsfeier zugesagt. Redner sind Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, und Klaus Liewald, Vorsitzender des Bürgervereins Synagoge Bad Neuenahr-Ahrweiler als Träger der Gedenkstätte. Grundstückseigentümerin ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), die im März 2017 mit dem Bürgerverein einen Gestattungsvertrag über das Gelände abschloss. Die Gedenkstätte in Marienthal ist die bislang einzige derartige Einrichtung, deren Träger nicht der Staat, sondern eine Initiative aus der Bürgerschaft ist.

Die Erinnerungsstätte „Lager Rebstock“ – Kosten: etwa 25.000 Euro – soll die Erinnerung an die Opfer wachhalten und der Mahnung dienen. Sie will aber auch über die Verflechtungen von Rüstungsindustrie, Militär, SS, Konzentrationslagern und Zwangsarbeit im NS-Staat informieren. In den Montagewerkstätten in den ehemaligen Eisenbahntunneln in Marienthal und Dernau mussten immerhin etwa 1500 Arbeitssklaven aus acht Nationen leiden.

Die Gedenkstätte erstreckt sich über den Bereich zwischen den Portalen des ehemaligen Kuxberg- und Trotzenbergtunnels. Der heute nicht mehr vorhandene Bahndamm zwischen den beiden Tunnelportalen wird durch eine Allee aus 16 Obstbäumen angedeutet. An diesen Bäumen werden Tafeln mit den Namen und Schicksalen einzelner Opfer angebracht. Dazu gehörten auch Menschen aus dem Kreis Ahrweiler, die das Arbeitsamt Ahrweiler zwischen 1943 und 1945 zur Rüstungsarbeit dienstverpflichtete. Im Zentrum der Anlage steht ein Pavillon mit sechs Informationstafeln zur Geschichte des Lagers und der Zwangsarbeiter. Der Rohbau dieses Pavillons ist vor wenigen Tagen aufgestellt worden.

Nachdem Wolfgang Gückelhorn, ein Militärhistoriker aus Bad Breisig, im Jahr 2015 in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung den Anstoß zum Bau der Gedenkstätte gegeben hatte, bildete sich eine Initiativgruppe. Neben Wolfgang Gückelhorn und Klaus Liewald engagierten sich in dieser Gruppe auch Heike Wernz-Kaiser aus Burgbrohl, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler, Heike Hollunder, Leiterin der Dokumentationsstätte Regierungsbunker, Andreas Schmickler aus Kirchdaun, Grafikdesigner und Sprecher der Gruppe „Denkmalpflege“ der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler sowie Norbert Henseler aus Dernau und Günter Mönch aus Grafschaft-Esch.

Pressemitteilung

Initiativgruppe „Lager Rebstock“

Initiator Wolfgang Gückelhorn (links) und Andreas Schmickler im Rohbau des Info-Pavillons, der vor wenigen Tagen aufgestellt wurde. Foto: privat

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