Politik | 30.09.2017

Initiativgruppe „Lager Rebstock“ informiert

Ehemaliger Zwangsarbeiter ist Ehrengast

Vertreter von sechs Generalkonsulaten bei der Eröffnung der Erinnerungsstätte „Lager Rebstock“ am 9. November

Initiator Wolfgang Gückelhorn (links) und Andreas Schmickler im Rohbau des Info-Pavillons, der vor wenigen Tagen aufgestellt wurde. privat

Region. Die Erinnerungsstätte „Lager Rebstock“ oberhalb von Marienthal wird am Donnerstag, 9. November um 11 Uhr eröffnet. Ehrengast der Veranstaltung ist ein ehemaliger Zwangsarbeiter, der an der Ahr schuften musste. Der Niederländer wurde 1944 zunächst auf dem Gelände des Luftwaffenübungsplatzes Ahrbrück gefangen gehalten, bevor er in das Barackenlager auf dem Bahndamm zwischen Dernau und Rech verlegt worden ist. Die Zeit, die der inzwischen 94-Jährige im Ahrtal verbrachte, ist eines von mehreren Gefangenenschicksalen, die an der Gedenkstätte in Marienthal beispielhaft dokumentiert werden.

Internationale Gäste erwartet

Vertreter der Generalkonsulate von Polen, Ungarn, Italien, Frankreich, der Russischen Föderation und der Niederlande haben ihr Kommen für die Einweihungsfeier zugesagt. Redner sind Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, und Klaus Liewald, Vorsitzender des Bürgervereins Synagoge Bad Neuenahr-Ahrweiler als Träger der Gedenkstätte. Grundstückseigentümerin ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), die im März 2017 mit dem Bürgerverein einen Gestattungsvertrag über das Gelände abschloss. Die Gedenkstätte in Marienthal ist die bislang einzige derartige Einrichtung, deren Träger nicht der Staat, sondern eine Initiative aus der Bürgerschaft ist.

Die Erinnerungsstätte „Lager Rebstock“ – Kosten: etwa 25.000 Euro – soll die Erinnerung an die Opfer wachhalten und der Mahnung dienen. Sie will aber auch über die Verflechtungen von Rüstungsindustrie, Militär, SS, Konzentrationslagern und Zwangsarbeit im NS-Staat informieren. In den Montagewerkstätten in den ehemaligen Eisenbahntunneln in Marienthal und Dernau mussten immerhin etwa 1500 Arbeitssklaven aus acht Nationen leiden.

Die Gedenkstätte erstreckt sich über den Bereich zwischen den Portalen des ehemaligen Kuxberg- und Trotzenbergtunnels. Der heute nicht mehr vorhandene Bahndamm zwischen den beiden Tunnelportalen wird durch eine Allee aus 16 Obstbäumen angedeutet. An diesen Bäumen werden Tafeln mit den Namen und Schicksalen einzelner Opfer angebracht. Dazu gehörten auch Menschen aus dem Kreis Ahrweiler, die das Arbeitsamt Ahrweiler zwischen 1943 und 1945 zur Rüstungsarbeit dienstverpflichtete. Im Zentrum der Anlage steht ein Pavillon mit sechs Informationstafeln zur Geschichte des Lagers und der Zwangsarbeiter. Der Rohbau dieses Pavillons ist vor wenigen Tagen aufgestellt worden.

Nachdem Wolfgang Gückelhorn, ein Militärhistoriker aus Bad Breisig, im Jahr 2015 in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung den Anstoß zum Bau der Gedenkstätte gegeben hatte, bildete sich eine Initiativgruppe. Neben Wolfgang Gückelhorn und Klaus Liewald engagierten sich in dieser Gruppe auch Heike Wernz-Kaiser aus Burgbrohl, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler, Heike Hollunder, Leiterin der Dokumentationsstätte Regierungsbunker, Andreas Schmickler aus Kirchdaun, Grafikdesigner und Sprecher der Gruppe „Denkmalpflege“ der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler sowie Norbert Henseler aus Dernau und Günter Mönch aus Grafschaft-Esch.

Pressemitteilung

Initiativgruppe „Lager Rebstock“

Initiator Wolfgang Gückelhorn (links) und Andreas Schmickler im Rohbau des Info-Pavillons, der vor wenigen Tagen aufgestellt wurde. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Biker: Ich bin den Radweg am Wochenende gefahren. Tatsächlich fragt man sich, warum man keinen Weg nach Mayen gefunden hat. Als Ortskundiger war das zwar kein Problem, aber darum geht es ja nicht. Von Mayen...

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 6

  • Annette Saal: In Nickenich, Montfort L‘ Amaury Platz
  • Schmitz, P: Die illegale Abfallentsorgung nimmt leider Überhand. Habe schon mehrere Male Firmenmitarbeiter von ausländische klingenden Firmen bei mir am Glas Container in der Straße aufgefordert ihren Müll wieder au zu laden.
Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Dienstleistungen
Holz Loth-Entsorgung
Anzeige 35-jähriges Jubiläum
Bauschutt-Container Anzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0313#
Rückseite o. B. Vorauskasse
Brückenstraßenfest
Empfohlene Artikel
Die mehr als 60 Jahre alte Toilettenanlage am Niedertor soll durch einen Neubau ersetzt werden. Foto: GS
236

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Einstimmig hat der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler den Neubau einer Toilettenanlage auf dem Parkplatz am Ahrweiler Niedertor beschlossen. Hintergrund: Die vorhandene Toilettenanlage am Niedertor ist abgängig und bedarf einer Erneuerung. Die jetzige Ausstattung ist mehr als 60 Jahre alt. Aufgrund von Vandalismus und Nutzerverhalten bestehen hohe Unterhaltskosten und eine dauerhafte Geruchsbelästigung.

Weiterlesen

Noch in diesem Jahr soll die Sankt-Pius-Kirche abgerissen werden. Auf dem Gelände soll ein Wohnprojekt verwirklicht werden. Foto: GS
433

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zwei Projektideen beschäftigten den Rat der Kreisstadt in seiner jüngsten Sitzung. Zum einen die Nachnutzung des Geländes der profanierten Sankt-Pius-Kirche, die noch in diesem Jahr niedergelegt werden soll. Zum anderen die Idee der Errichtung von Baumhaushotels in bis zu zehn Stelzenhäusern in einem Eichenwald oberhalb von Walporzheim. In beiden Fällen ging der Rat neuen Wege.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Tom Schuster
4

Diez/Limburg. Die Kaderplanungen der EG Diez-Limburg schreiten voran: Mit dem erst 18-jährigen Tom Schuster präsentiert die EGDL einen vielversprechenden Stürmer, der am Heckenweg seine erste Station im Seniorenbereich antritt. Der Linksschütze soll für zusätzliche Torgefahr im Angriff der Rockets sorgen und erhält die Gelegenheit, sich auf dem nächsten Level zu beweisen. Die sportliche Leitung setzt...

Weiterlesen

„Für dich. Für uns. Für alle“ war das Motto des Ehrentages.Fotos: WAMFO.DE
11

Breslauer Platz in Andernach erstrahlt in neuem Glanz

Bürgerinnen und Bürger packten mit an

Andernach. Am bundesweiten Ehrentag am 23. Mai 2026 verwandelte sich der Breslauer Platz in Andernach in eine lebendige Baustelle des bürgerschaftlichen Engagements. Unter dem offiziellen Motto „Für dich. Für uns. Für alle.“ packten zahlreiche Freiwillige, lokale Vereine und die Klima-Werkstatt Andernach gemeinsam an, um das Areal in der Südstadt grundlegend zu modernisieren. Die bundesweit von Bundespräsident...

Weiterlesen

Auf dem Programm standen eine Sprintdisziplin, der Zonen-Weitsprung sowie eine Wurfübung mit dem 80-g-Schlagball.  Foto: K. Doetsch
33

Bundesjugendspiele 2026 der Astrid-Lindgren-Schule standen ganz im Zeichen von Teamgeist, Fairness und gemeinsamer Freude an Bewegung

Laufen, Springen, Jubeln – ein unvergesslicher Sporttag an der Grundschule Rheinbrohl

Rheinbrohl. Am 22. Mai fanden bei schönstem Wetter die Bundesjugendspiele 2026 der Klassen 1 bis 4 an der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl statt. Auf dem Sportgelände wurde gesprintet, gesprungen, geworfen, angefeuert und gemeinsam gefeiert. Die Kinder zeigten dabei nicht nur sportlichen Ehrgeiz, sondern vor allem Fairness, Motivation und großen Teamgeist.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Essen auf Rädern
Dauerauftrag 2025
Dauerauftrag 2026
"Harald Schweiss"
Anzeige "Rund ums Haus"
Anlagenmechaniker
Kirmes in Weißenthurm
Innovatives rund um Andernach
Kirmes in Weißenthurm
JGV-Fest Ringen-Bölingen
Landespfleger/in (w/m/d)
Rechnungssplitting Weinmarkt an der Ahr
Gegengeschäft
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Mai 2026