Eingemischt, angepackt, gestaltet: Norbert Hansen wird 80
Kettig. Mehr als 300 Bäume gepflanzt, rund 250 neue Bauplätze geschaffen, das Gewerbegebiet erschlossen, Kindergarten und Grundschule weiterentwickelt und neue Orte für Sport und Begegnung geschaffen: Die politische Bilanz von Norbert Hansen ist in Kettig an vielen Stellen bis heute sichtbar. Am 21. September wird der ehemalige Ortsbürgermeister 80 Jahre alt.
Norbert Hansen wurde in Kettig als Sohn des Stellmachers Philipp Hansen und seiner Ehefrau Elisabeth, geborene Steinebach, die als Schneiderin arbeitete, geboren. Seine Kindheit fiel in eine Zeit, in der materieller Wohlstand nicht selbstverständlich war. Dennoch blickt Hansen positiv auf diese Jahre zurück. In Kettig besuchte er die Volksschule. Nach der Bundeswehr absolvierte er eine Ausbildung zum Kaufmann und war später bei der Firma Kircher in Weißenthurm tätig. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Elvira hat er drei Töchter und auch drei Enkel, allesamt Söhne, gehören zur Familie.
Von der SPDin den Gemeinderat
Als Norbert Hansen 1973 in die SPD eintrat, war die Kettiger Sozialdemokratie noch eine vergleichsweise junge politische Kraft. Bereits ein Jahr später zog er für die SPD in den Gemeinderat ein. Aus den ersten vier Ratsmitgliedern entwickelte sich in den folgenden Jahren eine zunehmend starke kommunalpolitische Kraft. 1979 stellte die SPD bereits fünf Ratsmitglieder, 1989 waren es neun Sitze. Damit wurde sie zur stärksten Kraft im Gemeinderat. Für Hansen war diese Entwicklung der Beginn einer politischen Verantwortung, die ihn über Jahrzehnte begleiten sollte.
1989 wurde er erstmals zum Ortsbürgermeister von Kettig gewählt. Damals bestimmte noch der Gemeinderat den Bürgermeister. Mit der Einführung der Direktwahl änderte sich das Verfahren. Nun entschieden die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar über das Amt und bestätigten Hansen noch dreimal.
Rund 20 Jahre stand er damit an der Spitze der Ortsgemeinde. Es war eine Zeit, in der in Kettig zahlreiche grundlegende Entscheidungen getroffen wurden und sich der Ort sichtbar veränderte. In dieser Zeit wurden zahlreiche Vorhaben umgesetzt, die Kettig bis heute prägen. Eine der wichtigsten politischen Entscheidungen betraf die geplante L124 durch den Ort. Hansen setzte sich gemeinsam mit Mitstreitern dafür ein, die Planung zu verhindern. Unterstützung erhielt die Initiative vom damaligen SPD-Landesvorsitzenden und späteren Ministerpräsidenten Rudolf Scharping, der persönlich nach Kettig kam. Die Planung wurde schließlich gestoppt.
Auch die Ansiedlung der Förder- und Wohnstätte Kettig war keine Selbstverständlichkeit. Das Vorhaben war nicht unumstritten und stieß auf Widerstände. Norbert Hansen ließ sich davon jedoch nicht abbringen. Er kämpfte dafür, dass Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen ihren Platz mitten in der Gemeinde finden und nicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Für ihn war es eine Frage des Miteinanders und der Verantwortung innerhalb einer Dorfgemeinschaft.
Wachstum, Infrastrukturund mehr Grün
Rund 250 neue Bauplätze entstanden während seiner Amtszeit, das Gewerbegebiet wurde erschlossen. Zusammen mit der Förder- und Wohnstätte und weiteren Ansiedlungen wurden rund 200 Arbeitsplätze geschaffen.
Für Kinder und Familien wurden ebenfalls wichtige Vorhaben umgesetzt. Der Kindergarten wurde neu gebaut, saniert und erweitert, die Grundschule aufgestockt. Für mehr Verkehrssicherheit sorgten Tempo-30-Zonen und die Umwandlung der Hauptstraße in eine Einbahnstraße.
Auch Natur und Lebensqualität spielten eine Rolle. Mehr als 300 Bäume wurden gepflanzt, Streuobstwiesen und Schutzgebiete gefördert. Damit kam mehr Grün in den Ort. Fragen des Klimas, der Natur und der Lebensqualität werden heute stärker denn je als kommunale Aufgaben wahrgenommen.
Mit dem Um- und Anbau des Bürgerhauses Rünz, neuen Sportanlagen, Tennisplätzen und einem Jugendtreff entstanden weitere Orte für Begegnung und Freizeit. Hansen gründete zudem den AWO-Ortsverein Kettig.
Auch nachdem Amt verbunden
2009 endete Hansens Zeit als Ortsbürgermeister. Aus der aktiven Politik zog er sich zurück, der Kettiger SPD blieb er jedoch verbunden. Auch nach dem Generationswechsel gab er seine Erfahrung weiter. Seit Herbst 2025 ist Norbert Hansen Ehrenmitglied der SPD Kettig.
Was bleibt von einem politischen Leben? Für Hansen vor allem die Überzeugung, dass eine Gemeinde vom Miteinander lebt: von Respekt, Verantwortung, einer lebendigen Demokratie, transparentem Verwaltungshandeln und der Einbindung der Menschen vor Ort. Dazu gehört für ihn auch eine klare Haltung gegenüber Kräften, die Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt infrage stellen.
Verantwortung zu übernehmen kostet allerdings Zeit. Abendsitzungen, Gespräche und Termine am Wochenende gehörten für Hansen über viele Jahre dazu. Und genau hier beginnt eine Frage, die nicht nur seine Generation betrifft: Was stört mich in meinem Ort? Was möchte ich verändern? Und bin ich bereit, selbst etwas dafür zu tun? Denn Engagement beginnt nicht erst mit einem politischen Amt. Es beginnt dort, wo Menschen nicht nur fragen, was andere tun sollten, sondern selbst anpacken. Im Gemeinderat, im Verein, in einer Initiative oder ganz einfach dort, wo Hilfe gebraucht wird. Norbert Hansen hat über Jahrzehnte gezeigt, was möglich ist, wenn man sich einmischt und Verantwortung übernimmt.
Zu seinem 80. Geburtstag gratulieren ihm Familie, Freunde und Weggefährten herzlich und danken ihm für seinen langjährigen Einsatz für Kettig und die Menschen vor Ort.
Die politische Bilanz von Norbert Hansen ist in Kettig an vielen Stellen bis heute sichtbar.Foto: privat