Politik | 05.03.2026, 14:02 Uhr

Verkehrsführung Lahnstein: Ringlösung gehört auf Tagesordnung der Stadtratssitzung im Mai

Gericht setzt klares Signal – Parteien müssen Farbe bekennen

Lahnstein. Die Bürgerinitiative „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“ (BI) bewertet den vor dem Verwaltungsgericht geschlossenen Vergleich grundsätzlich positiv. Im Verlauf des Verfahrens wurde deutlich, dass das Gericht der Rechtsauffassung der klagenden Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen gefolgt wäre und damit deren Klage stattgegeben hätte, falls die Parteien keinen Vergleich geschlossen hätten.

Der Vergleichsvorschlag sollte die Beendigung des Rechtsstreites herbeiführen und die Rechte der Streitbeteiligten wahren. Dieser ist daher nicht als bloßer Kompromiss zu verstehen, sondern als Folge einer erkennbaren gerichtlichen Bewertung der komplexen Sach- und Rechtslage, eine Einschätzung, die auch vom Oberbürgermeister erkannt wurde. Mit dem nun geschlossenen Vergleich ist klargestellt, dass wesentliche verkehrspolitische Entscheidungen nicht einseitig getroffen werden können. Der Oberbürgermeister ist verpflichtet, den Stadtrat in die weiteren Schritte einzubeziehen. Andernfalls würde die Aufsichtsbehörde eine Entscheidung treffen. Das Mitspracherecht wird mittlerweile auch von Fraktionen begrüßt, die sich an der Klageführung nicht beteiligt haben. Nun stehen die Mitglieder des Stadtrates in der Verantwortung, ihre Mitbestimmungsrechte aktiv wahrzunehmen und sich ein eigenes, unabhängiges Bild von den derzeitigen Verkehrsverhältnissen sowie einer gebotenen und notwendigen Veränderung zu verschaffen.

Dies kann jedoch nur dann im Sinne und dem Begehren der Bürger entsprechend angewandt werden, wenn die Erörterung der Umkehrung der Adolfstraße zur ursprünglichen Verkehrsführung als Tagesordnungspunkt in der Stadtratssitzung im Mai mit behandelt wird. Mehr als 3.500 Bürger sowie 59 Gewerbetreibende haben sich mit ihrer Unterschrift gegen die Ringlösung ausgesprochen. Dieses Votum darf auch vom Stadtrat nicht ignoriert werden. Als Tagesordnungspunkt lediglich die Verbesserung des jetzigen Verkehrszustandes – also die Aufrechterhaltung der Drehung der Adolfstraße – aufzunehmen, bedeutet die Ausgrenzung des zentralen Verkehrsthemas in Lahnstein, das die Bürger und Wähler beschäftigt. Die wollen erfahren, wie sich jeder Abgeordnete und jede Ratsfraktion zu diesem Thema positioniert.

Letztlich spricht die Einbeziehung des Bürgerwillens auch dem vom Gericht vorgetragenen Demokratieverständnis. Zu den ernsthaft zu prüfenden Alternativen zur jetzigen Verkehrsführung gehören insbesondere • die Umkehrung der Adolfstraße zur ursprünglichen Verkehrsführung, u.a. auch als einzige Möglichkeit, den ÖPNV/Busverkehr wieder einer verkehrsgerechten Lösung zuzuführen. • alternative Wegeführungen zur verkehrsberuhigten Hochstraße über die BürgermeisterMüller-Straße gemäß dem Mobilitäts- und Entwicklungskonzept (MEK) von 2022. Alle im Stadtrat vertretenen Parteien sind nun gefordert, den klar artikulierten Bürgerwillen ernst zu nehmen und Farbe zu bekennen. Einige Parteien haben bereits beteuert, die Bürger mit einzubeziehen. Der Vergleich bietet die Chance für einen transparenten, demokratischen und lösungsorientierten Neustart in der Verkehrsfrage. Ziel aller Beteiligten sollte eine verkehrlich sinnvolle und von einer breiten Mehrheit getragene Lösung sein. Die Bürgerinitiative unterstützt weiterhin eine konstruktive Zusammenarbeit, beispielsweise auch durch einen runden Tisch oder Teilnahme an Bürgerbefragungen.

Pressemitteilung Bürgerinitiative „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“ (BI)

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Kreiswahlleiterin Gabriele Wieland gratulierte Klaus Lütkefedder, der am 11. September zum neuen Landrat des Westerwaldkreises ernannt wird.
98

Westerwaldkreis. Am 30. August traten Klaus Lütkefedder von der CDU und Dr. Tanja Machalet von der SPD in der Stichwahl um das Amt an der Spitze der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises an. Wie der Wahlausschuss in seiner Sitzung feststellte, entfielen 60,6 % der abgegebenen gültigen Stimmen auf Klaus Lütkefedder. Somit haben ihn die Bürgerinnen und Bürger bei einer Wahlbeteiligung von 30,9 % zum neuen Landrat des Westerwaldkreises gewählt.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Daueranzeige 2026
Dienstleistungen
Auftrag, Nr. AF2026.000438.0, November 2026
Kursangebote 2. Semester
Goldener Werbeherbst
Stellenanzeige Sozialarbeiter
Imageanzeige
Weitere Artikel
In Brogsitters Gasthaus Sanct Peter wurden die besten Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet.
842

Siegerweine zeigen die außergewöhnliche Klasse an der Ahr

Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zum 16. Mal zeichnete der Weinpreis „Ahrwein des Jahres“ die besten Weine des Anbaugebiets Ahr aus. Insgesamt 97 Weine wurden in diesem Jahr in sechs Kategorien bewertet. Die Preisverleihung fand in Brogsitters Gasthaus St. Peter in Walporzheim statt, wo Winzerinnen, Winzer und Weinfachleute zusammenkamen, um die Siegerweine zu würdigen.

Von Barbara Knieps aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

Links: Straßenschild Rheinstraße, Mitte: Nostalgisches Bild der Rheinstraße/Vater Rhein (vom Stadtmuseum Andernach), Rechts: Frau Grafen heute
1054

Andernach. Wenn Christina Grafen von ihrer Zeit in der Andernacher Rheinstraße erzählt, klingt es fast so, als würde man für einen Moment die Musik von damals wieder hören. Tanzflächen voller Menschen, mehrere Theken, an denen die Getränke ausgeschenkt wurden, ausgelassene Stimmung und mittendrin sie – meistens hinter dem Tresen, wo es selten ruhig zuging.

Von Dilara Köksal aus Andernach

Weiterlesen

v.l.n.r.: Daniel Phiesel, Christel Engeland, Stefan Raetz, Marcel Richter, Martin Warkentin
405

Rheinbach. Die Bürgerstiftung „Wir für Rheinbach“ hat auch für 2027 wieder einen Rheinbach-Kalender herausgebracht. Die Vorstände Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel und Marcel Richter: „Der Bildkalender erfreut sich auch in der 13. Auflage großer Beliebtheit und zeigt wieder interessante Rheinbacher Motive.“ Mit Martin Warkentin hat die Bürgerstiftung erneut einen jungen Fotografen aus Rheinbach gefunden, der mit einem eigenen Blick auf die Rheinbacher Motive schaut.

Von Stefan Raetz aus Rheinbach

Weiterlesen