Politik | 07.10.2022, 11:23 Uhr

Kreisverband unterstützt Forschungsprojekt zu Agroforsten

Grüne für naturnahen Regenrückhalt

Hardy Rehmann (Grüne Sinzig) hat die Anpflanzung eines Feldhains durch den Umwelt-Campus der Universität Trier in Augenschein genommen. Das Detail zeigt den Graben mit dahinter liegender Gehölzanpflanzung zum verbesserten Wassermanagement in Odernheim am Glan. Foto: Hardy Rehmann

Kreis Ahrweiler. Der Klimawandel führt einerseits zu langen, heißen Trockenperioden; aber auch Starkregenereignisse wie im Juli 2021 häufen sich. Um künftig besser vor Hochwasser geschützt zu sein und gleichzeitig den Grundwasserspiegel so hoch wie möglich zu halten, setzen sich die Grünen im Kreis Ahrweiler für ein ganzheitliches Wassermanagement ein. Vor diesem Hintergrund unterstützen sie ein entsprechendes Forschungsprojekt der Uni Trier zu Agroforst-Systemen.

Agroforst-Systeme kombinieren Wald- und Feldwirtschaft, zum Beispiel als Feldraine entlang der Höhenlinien an Hängen. Sie bestehen aus einer Buschreihe, vor der oberhalb der Anpflanzung ein Graben verläuft. Das Wurzelwerk lockert den Boden auf und befestigt ihn gleichzeitig. Diese Anordnung hält Wasser auf, bevor es den Abhang hinunterfließt. So kann Wasser vor Ort versickern und der Grundwasserspiegel steigt. Zugleich kommt im Tal weniger Wasser an. Gleichzeitig kann die Bodenerosion bei Starkregenereignissen reduziert werden. Zudem sind solche Gehölzreihen Schatten spendende, ökologisch wertvolle Räume für Insekten, Vögel und Kleinsäuger.

Diese naturnahe Form der Hochwasservorsorge ist relativ preiswert und könnte auch den Wasserzulauf zur Ahr spürbar reduzieren. Allerdings geht mit der Entnahme solcher Flächen aus der direkten Bewirtschaftung ein Einkommensverlust für die Landwirtschaft einher. Zudem kann die Bewirtschaftung angrenzender Flächen zeitaufwendiger werden. Dafür müsste ein Ausgleich geschaffen werden.

Derzeit bewirbt sich die Universität Trier um EU-Mittel für das Projekt „Agroforstwirtschaft als Schlüssel zur Verbesserung des Wassermanagements und der Anpassung an extreme Wetterereignisse“. Dabei sollen verschiedene Formen der Agroforsten wissenschaftlich untersucht werden. Die Grünen im Kreis Ahrweiler unterstützen diese Bewerbung aktiv mit einem entsprechenden „Letter of Support“.

„Technischer Hochwasserschutz, z. B. in Form von Regenrückhaltebecken, ist an machen Stellen nötig. Mindestens genauso wichtig ist aber der Rückhalt des Regenwassers in der Fläche“, so Grünen-Sprecherin Claudia Schmitz. „Daher regen wir an, dass der Kreis Ahrweiler diesem Projekt Flächen für Pilotanlagen bereit stellt, zumal dieses ganzheitliche Wassermanagement seine Wirkung vermutlich recht schnell entfaltet.“ Pressemitteilung

Bündnis 90/Die Grünen

Kreis Ahrweiler

Hardy Rehmann (Grüne Sinzig) hat die Anpflanzung eines Feldhains durch den Umwelt-Campus der Universität Trier in Augenschein genommen. Das Detail zeigt den Graben mit dahinter liegender Gehölzanpflanzung zum verbesserten Wassermanagement in Odernheim am Glan. Foto: Hardy Rehmann

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