Politik | 17.09.2025, 15:54 Uhr

Die Ortsgemeinde an der Ahr unterstützt Forderungspapier zur Rettung der kommunalen Selbstverwaltung

Hönningen möchte nicht länger übergangen werden

Die Ahr bei Hönningen.  Foto: ROB
444

Hönningen. Der Gemeinderat der Ortsgemeinde Hönningen hat sich in seiner jüngsten Sitzung intensiv mit der zunehmend prekären Lage vieler Kommunen in Rheinland-Pfalz – insbesondere der verbandsangehörigen Gemeinden – auseinandergesetzt. Einstimmig unterstützt der Gemeinderat das überparteiliche und sachorientierte Forderungspapier unter dem Titel „Jetzt reden WIR – Ortsgemeinden stehen auf!“, das sich mit Nachdruck an die Bundes- und Landespolitik richtet.

Die kommunale Selbstverwaltung – als verfassungsrechtlich geschütztes Gut gemäß Artikel 28 Abs. 2 GG und Artikel 49 LV-RP – ist aus Sicht vieler Gemeinden akut gefährdet. Gründe hierfür sind u.a. die chronische Unterfinanzierung, eine zunehmende Bürokratisierung, eingeschränkte Planungshoheit sowie die strukturelle Überlastung des Ehrenamts.

Zentrale Forderungen des Papiers im Überblick:

- Finanzielle Eigenständigkeit:

Reform des bundesstaatlichen Finanzausgleichs zur fairen Verteilung der Sozial- und Jugendhilfelasten, Einführung bzw. Schärfung des Konnexitätsprinzips, Ausbau allgemeiner statt zweckgebundener Finanzzuweisungen.

- Stärkung von Planungshoheit und Handlungsspielräumen:

Begrenzung übergeordneter Eingriffe, Sicherung ortsverträglicher Abstände bei Energieanlagen, Erhalt der wiederkehrenden Straßenausbaubeiträge sowie eine verlässliche Finanzierung kommunaler Infrastruktur.

- Entbürokratisierung und Ehrenamtsförderung:

Vereinfachung von Vergabe- und Verwaltungsverfahren, umfassende Digitalisierung, Reduzierung von Standards auf ein notwendiges Maß sowie gesetzlich abgesicherte Unterstützung ehrenamtlich Engagierter durch das Land gegenüber Arbeitgebern.

Das Papier richtet sich mit einer dringenden Bitte um spürbare, gesetzgeberische und finanzielle Maßnahmen an die Landesregierung und an Bundesminister Alexander Schweitzer – mit dem klaren Appell, das Thema auch auf Bundesratsebene entschlossen voranzubringen.

Ortsbürgermeister/in Jürgen Schwarzmann erklärt: „Unsere Gemeinden sind das Rückgrat der Demokratie im ländlichen Raum. Wenn wir nicht bald grundlegend gegensteuern, droht die kommunale Selbstverwaltung zu einem reinen Lippenbekenntnis zu verkommen. Wir fordern: Weniger Bürokratie, mehr Handlungsspielraum – und vor allem eine faire finanzielle Ausstattung.“

Mit dem gemeinsamen Appell vieler Gemeinde- und Stadträte unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker – jetzt handeln“ soll ein deutliches Zeichen gesetzt werden: Die Kommunen wollen nicht länger übergangen werden – sie fordern Gehör, Respekt und vor allem: wirksame Lösungen.

Die Ahr bei Hönningen. Foto: ROB

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Holz Loth-Entsorgung
Dauerauftrag
Aktionstag am 24.10.26
Stellenanzeige Personal & Orga, Presse & Wirtschaftsförderung
Premium-Titel 2
PR-Anzeige Unternehmensnachfolge
04-Marktbericht 2026
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Die CDU Miesenheim auf dem Kirmesplatz
168

CDU Miesenheim Kirmes Engagement

CDU Miesenheim unterstützt traditionelle Kirmes

Miesenheim. Wenn in Miesenheim die traditionelle Kirmes gefeiert wird, ist die CDU natürlich mit dabei – und das war auch in diesem Jahr nicht anders. Bereits beim Aufstellen des Kirmesbaums sorgten die Christdemokraten dafür, dass den kräftigen Trägern nicht die Puste ausging: Mit erfrischenden Getränken ging die Arbeit gleich leichter von der Hand.

Von Jürgen Krämer aus Andernach

Weiterlesen