Politik | 02.01.2019

SPD-Kreistagsfraktion Mayen-Koblenz setzt Forderung durch

Hütten: „Qualifizierte Pflegestatistik kommt in diesem Jahr“

Grundstein für zukunftsfähige Pflege-Infrastruktur i Kreis gelegt

Kreis Mayen-Koblenz. In der jüngsten Sitzung des Kreistags Mayen-Koblenz wurde auf Betreiben der sozialdemokratischen Fraktion die Erhebung einer qualifizierten Pflegestatistik ab dem Jahr 2019 beschlossen. Der Sozial- und Gesundheitsausschuss wird über die Umsetzung dieser Statistik beraten und befinden. Die Pflegestrukturplanung soll damit gemäß dem gesetzlichen Auftrag ausgeweitet werden. Jährlich werden die Ergebnisse dann durch zuständige Ausschüsse ausgewertet. Diese statistischen Erhebungen gehen über die aktuellen Bemühungen der Kreisverwaltung hinaus und zeichnen ein detaillierteres Bild, da momentan nur die grundlegende Infrastruktur erfasst wird. „Unsere aktuellen Statistiken ermitteln – kurz gesagt – den Bestand an Diensten und Einrichtungen im Kreis. Wir wissen aber nicht, ob dieses Angebot heute und in den nächsten Jahren ausreichen wird. Wie viele Pflegebedürftige leben in Mayen-Koblenz, und wie ist die Prognose für die Zukunft? Wie verteilen sich die Menschen mit Pflegebedarf auf die Gemeinden und Städte? Um in Zukunft Antworten auf diese Fragen zu erhalten, haben wir als SPD-Kreistagsfraktion die Erhebung einer qualifizierten Pflegestatistik für den Landkreis Mayen-Koblenz ab 2019 beantragt. Positive Beispiele dafür gibt es in der Stadt Koblenz, die bereits Ende 2017 aktuelle Ergebnisse dieser Pflegestatistik veröffentlicht hat“, so der Fraktionsvorsitzende der SPD Mayen-Koblenz, Achim Hütten. „Anhand der pflegestatistischen Daten können Prognosen aufgestellt werden, ob das vorhandene Angebot an vollstationären Pflegeplätzen, betreuten Wohngruppen und ambulanten Diensten in Zukunft ausreichen wird, und wo genau im Landkreis Handlungsbedarf besteht. Wenn der Bedarf an Pflegeleistungen steigt, wovon aufgrund der demographischen Entwicklung und dem bundesweiten Trend auszugehen ist, brauchen wir nicht nur entsprechende bedarfsgerechte, barrierefreie und wohnortnahe Wohnangebote, sondern auch gut ausgebildete Fachkräfte, die sich um die pflegebedürftigen Menschen kümmern können. Dazu müssen wir uns einen Überblick darüber verschaffen, ob wir, gemessen an der Zahl der zu Betreuenden, über genügend Pflegefachkräfte in Mayen-Koblenz verfügen“, so Kreistagsmitglied Martina Luig-Kaspari, die die entsprechende Thematik in ihrer Rede vor dem Kreistag in vorletzter Sitzung bereits Ende November aufgriff. „Aufgrund des allgemeinen Mangels können wir davon ausgehen, dass auch bei uns Angebot und Nachfrage weit auseinanderklaffen.“ Luig-Kaspari formulierte weiter: „Daher müssen wir aktiv und gemeinsam mit den Anbietern über Maßnahmen nachdenken, um Pflegefachkräfte für unsere Region zu gewinnen und hier halten zu können. Der Fachkräftemangel in der Pflege ist ein bundesweites Problem, aber Träger und Kommunen können dafür wirken, als Arbeitgeber und Wohnort für Pflegekräfte attraktiv zu sein. Um die Versorgung unserer Senioren heute und in der Zukunft zu sichern, müssen wir unserer Verpflichtung zur aktiven Planung der Pflege stärker und nachhaltig nachkommen. Die Einführung einer qualifizierten Pflegestatistik ist dazu der erste grundlegende Schritt.“

Pressemitteilung der

SPD-Kreistagsfraktion

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