Politik | 21.09.2017, 16:42 Uhr

Deutscher Gewerkschaftsbund Rheinland-Pfalz / Saarland - Region Koblenz

Im Kreis Ahrweiler droht 7.553 Menschen Armut im Alter

Kreis Ahrweiler. Wenige Tage vor der Bundestagswahl warnt der DGB im nördlichen Rheinland-Pfalz vor steigender Altersarmut. Im Kreis Ahrweiler verdienten Ende vergangenen Jahres 7.553 Beschäftigte - Vollzeit, ohne Auszubildende - weniger als 2.500 Euro brutto im Monat. Davon arbeiten 1.120 Menschen im verarbeitenden Gewerbe. 1049 sind im Gesundheits- und Sozialwesen beschäftigt. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor.

Stabilisierung des Rentenniveaus auf mindestens 48 Prozent gefordert

Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze ist jedoch notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen. Ursache für dieses Problem ist das Senken des Rentenniveaus, das im Jahr 2030 auf bis zu 43 Prozent absinken wird. „Wir fordern eine Stabilisierung der Renten auf mindestens 48 Prozent. Es kann nicht sein, dass Menschen im Alter in Armut leben.“, fordert Pascal Rowald, DGB Kreisvorsitzender Ahrweiler. „Es macht mich wütend, wenn ich sehe, dass allein hier im Kreis mehr als 1.000 Menschen, die im Gesundheits- und Sozialbereich arbeiten, im Alter arm sein werden, wir brauchen eine Anhebung der Renten und eine Angleichung bei Lohnerhöhungen. Nur so geht es in die richtige Richtung.“

Nach geltendem Recht soll das sinkende Rentenniveau durch private Altersvorsorge ausgeglichen werden. Dieses Konzept sieht Sebastian Hebeisen, DGB Regionsgeschäftsführer jedoch sehr kritisch und unterstützt die Position seines Kollegen: „Wir brauchen dringend einen Kurswechsel in der Rentenpolitik, denn Riester ist gescheitert. Das Thema darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, es muss jetzt gehandelt werden. Es ist eine der großen Gerechtigkeitsfragen, wie wir die gesetzliche Rente und damit den Sozialstaat für die Zukunft aufstellen. Die DGB-Gewerkschaften haben klare Anforderungen an die Politik formuliert. Nach der Wahl werden wir Parteien und Abgeordnete dann an ihren Aussagen aus dem Wahlkampf messen.“

Pressemitteilung des

DGB Region Koblenz

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