Politik | 05.07.2017

Arbeitstreffen in Lieg

In Geschlossenheit für den Erhalt von Grundschulen eintreten

Überprüfung/eventuelle Schließung betroffener Schulstandorte in Rheinland-Pfalz.

Lieg. Pünktlich zum Schuljahresschluss 2017 wurde am Freitagabend, 30. Juni, in der Hunsrückhalle in Lieg auf Anregung des Vorsitzenden der „Task-Force Leitlinie Grundschulen“, Herr Reiner Schladweiler, Regionalelternsprecher des Regionalelternbeirates Trier, ein weiteres Arbeitstreffen der von einer Überprüfung/ eventuellen Schließung betroffenen Grundschulstandorte in RLP durchgeführt. Aufgrund der beginnenden Ferien hatten sich zwar einige Elternsprecher und Vertreter der Kommunen sowie Schulträger entschuldigt, bekundeten aber, auf jeden Fall weiter mitzuarbeiten und baten um weitere Informationen.

Ortsbürgermeister Heinz Zilles, Lieg, appellierte bereits in seiner Begrüßungsansprache, dass es wichtig sei, weiterhin in Geschlossenheit und mit Vehemenz für den Erhalt der GS einzutreten und keinesfalls die Zügel schleifen zu lassen. Auch wenn viele Entscheidungsträger eventuell auf ein „Sommerloch“ hoffen, so müssten betroffene Grundschulstandorte die Zeit nutzen, den begonnenen Widerstandsprozess aktiv zu begleiten. Er lobte die bisherige sehr gute Zusammenarbeit mit den Medien, die helfen würden, eine breite Öffentlichkeit auf aktuellem Stand zu halten. Die Thematik wäre insgesamt für den gesamten ländlichen Raum zu wichtig, als dass „Funkstille“ eintreten dürfe. Reiner Schladweiler mahnte eindringlich davor, keinesfalls auf die vielleicht beabsichtigte „Einlullungs-Taktik“ des Bildungsministeriums und der ADD zu vertrauen. Auch er forderte stetigen Zusammenhalt und engagierte Zusammenarbeit, denn nur mit einer starken Gemeinschaft ließe sich die durch die veröffentlichten Leitlinien künstlich heraufbeschworene Problematik bekämpfen.

Schulelternsprecher Ralf Lauxen von der Wendelinus-Grundschule Lieg, äußerte sich verärgert über die mit den Leitlinien einhergehende Verunsicherung in der Elternschaft. Er berichtete von mehreren Gesprächen, die hauptsächlich auch in Bezug auf eine mögliche Erweiterung des Betreuungsangebotes geführt wurden.

In Gruppenarbeit wurden Argumente für die anstehende Konzepterstellung erarbeitet. Dabei wurden neben den vielfach bekannten und für alle GS geltenden Aspekten neue Punkte beleuchtet, die „besondere Standortfaktoren“ darstellen (könnten).

Herr Dr. Fechner von der Cusanus-Hochschule Bernkastel-Kues war erneut in Lieg zu Gast und stand als kompetenter Ansprechpartner und Befürworter kleiner GS Rede und Antwort. Er stellte wiederum die Vorzüge kleiner Dorfschulen in den Vordergrund und wies dabei auf die pädagogischen Vorzüge für die Schülerimnnen und Schüler hin. Er lobte das pädagogische Konzept der Unterrichtung in überschaubaren Gruppen und jahrgangsübergreifenden Unterricht. Zudem interpretierte er manche Passagen der vom Bildungsministerium erstellten Leitlinien mit „erhobenem Zeigefinger“. Hier beleuchtete er den Text aus einer für die Anwesenden ganz anderen Sichtweise, was zu großem Erstaunen und Nachdenken führte. Der Hinweis kam an und sensibilisierte dazu, bei der Konzeptvorlage und das in den Leitlinien beschriebene „öffentliche Interesse“ vorsichtig zu agieren.

Herr Schladweiler, der sehr engagierte Vorsitzende, wies auf weitere Aktionen und Termine hin und bat, diese zu verbreiten und daran teilzunehmen. Vor allem stellte er die von einem breiten Bündnis in RLP neu initiierte und gestartete bundesweite Petition vor. Diese soll vor der anstehenden Bundestagswahl die Bildungsfinanzierung in das Zentrum der politischen Diskussion rücken, denn die Bildungsproblematik, finanzielle Ausstattung sowie Lehrermangel usw. sind Grundprobleme überall in Deutschland. Das betrifft nicht nur die kleinen GS, sondern zieht sich durch die gesamte Schullandschaft. Auch weiterführende Schulen sind davon betroffen. Auch hier gilt, gemeinsam dagegen vorzugehen. Die Petition ist im Internet aufrufbar über: http://openpetition.de/de!wccdw. Hier sollten möglichst alle zeichnen und über die Verteilung von Unterschriftenbögen, die man auf der Petitionsseite herunterladen kann, in den Gemeinden Unterschriften sammeln. Unser Ziel/ Erfolg wird nicht von einer einzigen Maßnahme/Aktion erreicht werden; wir müssen viele gebündelte Aktionen starten.

Aus der Zuhörerschaft ergriff Wolfgang Lambertz, 1. Beigeordneter der VG Cochem das Wort. Nachdem er als Vertreter des Schulträgers nochmals eindeutig Position zum Erhalt für die in der VG Cochem betroffenen GS Lieg, Müden und Klotten bezog, schlug er vor, am nächsten Einschulungstag, 16. August, an allen Schulstandorten eine Demo. zu veranstalten. So könnte man erneut eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass die Kommunen, Schulträger und Bürger voll und ganz hinter ihren Schulen stehen. Dieser Vorschlag wurde allseits positiv aufgenommen und man stellte sofort erste Überlegungen zur Durchführung an.

Die Grundschule Heidenburg hat mit der Schulelternsprecherin Melanie Wery-Sims und dem Bürgermeister von Büdlich, Jörg Schöneberger, zusammen mit Schülern aus Heidenburg einen „Besinnungssong“ einstudiert und aufgenommen. Der soll nach Fertigstellung ins Netz gestellt werden. Hier gab es Applaus für die Aktion aus Heidenburg.

Da wir der Auffassung waren, hier müssen auch andere Schulen in die selbe Kerbe schlagen, wurde kurzerhand ein weiterer Protestsong der „härteren“ Art verfasst. Dieser fand allgemeine Zustimmung und soll ebenfalls von vielen Schulen in RLP genutzt und damit verbreitet werden können. Der neu getextete Song „Sag mir wo die Schulen sind, wo sind sie geblieben, ....“ soll zusammen mit anderen Songs am 23. September in Hermeskeil beim Bildungstag öffentlich präsentiert werden. Also, genau ein Tag vor der Bundestagswahl.

OB Zilles bat alle Vertreter der Schulen darum, sich bei Einzel-Aktionen nicht zu verzetteln. „Gezielt vorzugehen und dabei immer die „10“ auf der Zielscheibe im Auge zu behalten, nur das sei sinnvoll“.

Pressemitteilung

Ortsgemeinde Lieg

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