Politik | 13.04.2017, 13:24 Uhr

Leserbrief zum Artikel „Brexbachtalbahn bleibt auf dem Abstellgleis“

Kleinkariertes Kirchtumdenken

Es ist schon ein Jammer: Der Bendorfer Stadtrat hat das letzte Wort in Sachen „Brex“.

Anderenorts bemüht man sich, die „Welterbezone“ über Koblenz bis nach Andernach auszudehnen, da wäre die Brexbachtalbahn sicher ein Juwel, der dem Tourismus in der Region Mittelrhein Auftrieb geben könnte.

Aus eigener Erfahrung: Die Fahrt durch das wild-romantische Brexbachtal von Bendorf-Sayn hinauf nach Grenzau ist ein unvergessliches Erlebnis. Doch leider hat der damalige Bendorfer Stadtbürgermeister Dieter Trennheuser dem einstigen „Drei-Städte-Wandertag“ mit der Fahrt mit der Brex den Garaus gemacht. Und das nur, um den Kreisel am Stadteingang bauen zu können. Wer erinnert sich nicht gerne an die Zeiten, als die mächtige Dampflok 41-360 mit ihrem Zug aus lauter stilreinen „Silberlingen“ langsam in Neuwied abfuhr, in Engers kurz Station machte, um noch ein paar Fahrgäste aufzunehmen.

Ein letzter Halt im Bahnhof Bendorf-Sayn, um dann mit der vollen Kraft von über 2000 Dampf-PS die Steigungen hinauf nach Grenzau zu erklimmen. Grandios die Landschaft, die Brücken und das Technik-Denkmal der Lok von der Baureihe 41 aus den 1930er Jahren.

Übrigens: Man braucht weder eine Unter- noch eine Überführung für den Straßenverkehr! Die Bendorfer verkennen bewusst die Lage.

Es geht ja nicht um die Aufnahme eines fahrplanmäßigen täglichen Eisenbahnverkehrs. Die Brex ist eine rein saisonal befahrene Strecke, hauptsächlich an Feiertagen. Dafür barucht man keine Unter- oder Überführung.

Ich habe schon einmal auf Alternativen hingewiesen, die preiswert und realisierbar sind, wenn alle Seiten dies wollen. Hier noch eine: In Andernach kreuzt gelegentlich ein Güterzug der Fa. Thyssen-Krupp (gestern, 11.4.17) mit 17 Flachwagen, jeder mit 4 Collies Stahlblech beladen, die stark befahrene vierspurige Koblenzer Straße. Gesichert wird die Kreuzung durch eine Ampelanlage. Und das funktioniert seit vielen vielen Jahren tadellos und ohne Unfall! Das soll in Bendorf nicht möglich sein?

Wäre es nicht so traurig, man könnte sich totlachen!

Hans Bachus, Neuwied

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