Landtagsabgeordneten Peter Moskopp (CDU) und Stephan Wefelscheid (Freie Wähler)

Mit Brexbachtalbahn droht Verkehrschaos und Ruhestörung

Reaktivierung der Brexbachtalbahn wirtschaftlich und städtebaulich nicht vertretbar - Geld lieber in klimaneutrale Busflotte investieren.

27.09.2021 - 09:17

Bendorf. Die von der Regierungskoalition anvisierte und im Koalitionsvertrag festgeschriebene Reaktivierung der Brexbachtalbahn hat im betroffenen Bendorf bereits für hohe Wellen gesorgt. Die dortige Freie Wählergruppe, die SPD und die CDU haben sich entschieden gegen die Reaktivierungspläne gestellt. Nun erhält die Lokalpolitik prominente Unterstützung durch die Landtagsabgeordneten Peter Moskopp (CDU) und Stephan Wefelscheid (Freie Wähler).


Konkret plant die Landesregierung die Reaktivierung des Streckenabschnitts Engers-Siershahn für Personen- und Güterverkehr, als Betreiber hat die Eifelbahn-Verkehrsgesellschaft mbH (EVG) benannten Abschnitt von der DB Netz AG gepachtet. Jedoch hat man die Rechnung offensichtlich ohne die entlang der Brexbachtalbahn wohnenden Bürgerinnen und Bürger gemacht. Da die Bahntrasse in den vergangenen Jahrzehnten allgemein als stillgelegt betrachtet wurde, haben sich die umgebenden baulichen Bedingungen bedeutend verändert.

Nach aktuellem Stand würde die Bahn, mit einer geplanten Taktung von mindestens zwei Zügen pro Stunde, und inklusive Güterverkehr, mitten durch dichte Wohnbebauung führen. Hinzu kommen verkehrsbedingte Bedenken, da allein in Bendorf drei stark befahrene Straßen durch die Bahn gequert werden und absehbar ein Verkehrschaos droht. Hinzu kommt der enorme Instandsetzungsaufwand, da der Streckenabschnitt sieben Tunnel sowie zwei Viadukte aufweist. Vor diesem Hintergrund stellten die MdL Wefelscheid und Moskopp jeweils eine Kleine Anfrage an die Landesregierung, um sich über den Planungsstand und die zu erwartenden Kosten zu informieren. Die Antworten bestätigen die Haltung gegen die Reaktivierung der Brexbachtalbahn.

So gebe es derzeit noch keine fundierte Schätzung der Fahrgastzahlen, eine Untersuchung der TU Dresden geht von 1400 bis 2500 Passagieren pro Tag aus. „Bei dieser Auslastung ist kaum zu erwarten, dass sich ein solches Projekt rentiert, von den Einschränkungen für den Straßenverkehr ganz abgesehen“, urteilt MdL Moskopp.

Ebenso wenig kann Staatssekretärin Katrin Eder eine belastbare Kostenabschätzung für Instandsetzung und Inbetriebnahme des Streckenabschnitts bereitstellen. „Hier will die Landesregierung ohne Wissen um Kosten und Nutzen und ohne sich mit den Belangen der Bevölkerung auseinanderzusetzen ein Prestigeprojekt vorantreiben und sich als Vorreiter der Verkehrswende inszenieren. Doch Verkehrschaos, explodierende Kosten und Anwohnerproteste werden dieses Vorhaben entzaubern“, ist sich MdL Wefelscheid sicher. „Auch wurde weder mit den an der Brexbachtalbahn angrenzenden Stadt bzw. Ortsgemeinden Höhr-Grenzhausen, Siershahn, Ransbach-Baumbach noch mit den Bürgerinnen/Bürgern nach meiner Kenntnis bis dato das Gespräch gesucht. Auch hier wird die Reaktivierung strikt abgelehnt“ ergänzt MdL Moskopp.

Alternativ schlägt Wefelscheid vor, lokal in eine klimaneutrale Busflotte zu investieren und für alle Bürgerinnen und Bürger Fahrten für einen Euro anzubieten. „Echter Klimaschutz braucht keine Profilierungsprojekte, die nur die Bevölkerung vor den Kopf stoßen, sondern umsetzbare und effektive Maßnahmen, welche auch die Akzeptanz der Bevölkerung fördern.“

Es bleibt abzuwarten, welchen Weg die Landesregierung in Bezug auf die Brexbachtalbahn einschlägt. Für MdL Moskopp von der CDU-Fraktion ist allerdings klar: „Solche absehbar erfolglosen Investitionsoffensiven bringen uns weder in der Mobilität noch im Klimaschutz voran!“ Die Pläne der Landesregierung gehen an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbei, sind sich Wefelscheid und Moskopp einig.

Pressemitteilung des

Büro von Peter Moskopp

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
07.10.2021 18:39 Uhr
Hans-Martin

Es ist ungeheuerlich das hier eine kleine Interessengruppe mit aller Macht versucht diese Steuergeldverschwendung gegen alle Interessen der Bürger durchzudrücken. Diese Strecke ist seit über 20 Jahren nicht in Betrieb, weil diese damals schon unwirtschaftlich war. Die Verkehrswende lässt sich ganz sicher nicht mit reaktionären Ideen bewältigen.



06.10.2021 18:43 Uhr
Karl Heinz Schmalenbach

Sehr geehrter Herr Moskopp, ginge es um eine Bahn in Kettig bin ich mir sicher das Sie ganz anders über ein solches Projekt wie die Reaktivierung der Brextalbahn argumentieren würden. Ihre Pressemitteilung geht völlig an der Mehrheit der Menschen in Bendorf vorbei.



Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte

Aufräumen im Ahrtal: Während es in den Dörfern in großen Schritten voran geht, ist dies nicht überall der Fall

Bad Neuenahr: Warum die Kurstadt beim Aufräumen hinterherhinkt

Bad Neuenahr. In den Dörfern an der Ahr ist der Fortschritt sichtbar. Überall wird aufgeräumt, Schutt abtransportiert und Sperrmüll verladen. Freiwillige Helfer, Handwerker aus dem ganzen Land und Einwohner packen gemeinschaftlich mit an. Das funktioniert sichtbar gut, ein Vergleich mit der Situation in den ersten Wochen nach der Flut ist kaum haltbar. Alles ist sortierter, aufgeräumter und weniger chaotisch. mehr...

Aus dem Polizeibericht:

Neuwied: Ladendieb flüchtet mit Krankenfahrstuhl

Neuwied. Einen nicht alltäglichen Vorfall erlebte am gestrigen Nachmittag eine Mitarbeiterin eines Neuwieder Schuhgeschäftes. Die 26 jährige Bedienstete wurde gegen 14.40 Uhr durch die Diebstahlwarnung am Ausgang des Ladens auf einen Ladendieb aufmerksam, der zwei Paar Schuhe entwenden wollte. Das laute Ertönen des Warnsignals beeindruckte den Mann jedoch so stark, dass er die Schuhe auf den Boden stellte und mit seinem elektronischen Krankenfahrstuhl die Flucht ergriff. mehr...

Lesen Sie Jetzt:
solidAHRität Shop
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

Kommentare
Sabine Weber-Graeff:
Immer noch unfassbar.Aber die kleine Kirche steht und 3 bunte Herbstchrysanthemen wurden mutig in die Erde gesetzt.Das wird wieder!...
Olaf Cerny :
Brauchwasser gibt's in Laach aus IBCs und Trinkwasserversorgung ist bisher NOCH über das DRK sichgestellt. ...
Björn Krämer:
Wenn ich Wasser hier aus einer Notleitung hätte, wüsste ich das. Bis jetzt läuft das noch über die Polizei die uns die IBCs voll macht. Dank solcher Meldungen sitzen wir hier bald auf dem trockenen. Vielen Dank!...
Tina:
Was geschieht nach dem 1 Jahr mit den Häusern? Werden die nun benötigten Flächen dann wieder den Kindern zur Verfügung stehen?...
 
Service
LESETIPPS
GelesenEmpfohlen