Politik | 22.10.2019

Keine Gegenliebe für Vorschlag der SPD

Progressive Kreisumlage würde als ungerecht empfunden werden

Kreis- und Umweltausschuss lehnte den Vorstoß der SPD mehrheitlich ab

Kreis Ahrweiler. Auf wenig Gegenliebe stieß der Antrag der SPD, mit der Einführung einer progressiven Kreisumlage die finanzschwachen Kommunen im Kreis Ahrweiler zu entlasten. Mit deutlicher Mehrheit von CDU, FWG, FDP und AfD lehnte der Kreis- und Umweltausschuss den Antrag ab, lediglich die Sozialdemokraten selbst und die Grünen stimmten dafür. Auch eine ebenfalls geforderte Absenkung der Kreisumlage von derzeit 43,1 auf 41 Prozent wurde abgelehnt, diesmal aber einstimmig bei Enthaltung der beiden Sozialdemokraten. Ab dem kommenden Haushaltsjahr, so der Fraktionsvorsitzende Christoph Schmitt, sollte nach dem Willen der SPD eine progressive Kreisumlage eingeführt werden – mit fünf Progressionsstufen von jeweils zehn Prozent. Die Haushalte der Kommunen seien infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 in eine erhebliche Schieflage geraten, so die Begründung. In den vergangenen Jahren habe sich die finanzielle Situation in vielen Kommunen zwar deutlich gebessert, dennoch gebe es nach wie vor eine Reihe von Gemeinden, die Probleme hätten, ihre Haushalte auszugleichen.

Erhebliche Unterschiede in der Steuerkraft

„Die Unterschiede in der Steuerkraft zwischen den einzelnen Kommunen sind erheblich und könnten in Zukunft weiter ansteigen“, befürchtete Schmitt. Während einige Gewerbegebiete und Unternehmen eine sehr erfolgreiche Entwicklung genommen hätten, gebe es auch Kommunen, die aus topografischen Gründen kein Potential für einen vergleichbaren wirtschaftlichen Erfolg besäßen und somit nur wenig an ihrer Situation ändern könnten. „Eine progressive Kreisumlage ist ein Mittel, um die großen Finanzkraftunterschiede unserer Kommunen im Kreis Ahrweiler abzuschwächen.“ Es sei die Frage, was man als gerecht und solidarisch empfinde, so Schmitt, der aber keine Neiddebatte in Richtung Grafschaft anstoßen wollte. Ein Teil der überdurchschnittlichen Steuerkraft einzelner Kommunen könne demnach in die Finanzierung der Aufgaben des Kreises fließen. Wichtiger aber sei, dass diejenigen Gemeinden entlastet werden könnten, die eine unterdurchschnittliche Steuerkraft hätten, wenn finanzstarke Kommunen einen etwas höheren Beitrag leisten. Vor allem die in argen Finanznöten steckende Stadt Bad Breisig könne sich damit wieder etwas Luft verschaffen. Für diejenigen Gemeinden, die eine über dem Landesdurchschnitt der kreisangehörigen Gemeinden liegende Steuerkraftmesszahl ausweisen könnten, solle daher künftig eine progressive Festsetzung erfolgen.

Sieben Gemeinden müssten mehr bezahlen

Doch diesen Vorschlag lehnte die Kreisverwaltung rundweg ab, wie Landrat Dr. Jürgen Pföhler (CDU) erklärte. Da nur sieben von insgesamt 78 Kommunen zu einem höheren Kreisumlagesatz herangezogen würden, müsse man davon ausgehen, dass dies aus deren Sicht eine Ungleichbehandlung wäre. Es handelt sich dabei um die Gemeinde Grafschaft, die Orte Nürburg, Müllenbach und Meuspath in der Verbandsgemeinde Adenau, sowie Burgbrohl, Kempenich und Niederzissen in der Verbandsgemeinde Brohltal. Diese würden zudem durch eine progressive Kreisumlage noch zusätzlich belastet, obwohl sie durch die Erschließung von Gewerbegebieten ohnehin schon höhere Kosten für die dafür notwendige Infrastruktur zu stemmen hätten. „Andere Gemeinden haben diese Kosten nicht, profitieren dann aber von der progressiven Kreisumlage“, so der Landrat. Selbst wenn die Kreisumlage für das kommende Jahr wie geplant von 43,15 auf 42,05 Prozent gesenkt werde, müsse allein die Grafschaft rund 670.000 Euro mehr als ohnehin schon berappen. Außerdem entstünden in den Gewerbegebieten zahlreiche Arbeitsplätze, die auch von den Einwohnern der umliegenden Gemeinden genutzt würden und sich durch höhere Einkommenssteuern auf deren Haushalt auswirkten. Hinzu komme auch noch, dass die „reichen“ Gemeinden geringere oder gar keine Schlüsselzuweisungen des Landes erhielten und auch nicht von der Förderung aus dem Investitionsstock des Landes profitieren könnten.

JOST

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Georg Püttmann: Was nützt eine Anleinpflicht wenn der Hundehalter/in zusieht wie der Haufen auf den Gehweg gemacht wird und sich dann schnell entfernt …. Ganz zu schweigen von den Pinkeleien an den Blumenkübeln sowohl...
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
Dauerauftrag
Imageanzeige
Dauerauftrag 2026
Ostern
SO 4 - Ostern im Blick   KW 13
Nachruf Roland Freisberg
Lossprechungsfeier der Metall-Innung
Umbau u. Wiedereröffnung Blumen Meyer
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0197#
Empfohlene Artikel
9

Sinzig. Der CDU Stadtverband Sinzig bietet in diesem Jahr wieder eine Bürgerreise an: vom 30. September (Mittwoch) bis 4. Oktober (Sonntag) fahren wir mit einem modernen Reisebus der Firma Welter-Reisen nach Berlin.

Weiterlesen

Weitere Artikel
6

Allgemeine Berichte

Jahreshauptversammlung terminiert

Walporzheim. Der Weindorf Walporzheim e. V. lädt seine Mitglieder zur diesjährigen Jahreshauptversammlung ein. Termin ist Dienstag, 5. Mai 2026, um 19:00 Uhr in der Alten Schule (Erdgeschoss, Winzerstraße 6) in Walporzheim.

Weiterlesen

5

Präventionsschulungen des Pastoralen Raums für 2026 sensibilisieren für das Thema Missbrauch

Damit sich alle bei uns sicher und wohl fühlen...

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Drei Fragen vorab: Wann ist ein Kompliment der Obermessdienerin gegenüber in Ordnung – und ab wann nicht mehr? Wie sieht es mit dem kecken „in-die-Backe-Pitschen“ beim Kommunionkind aus? Und was ist davon zu halten, wenn die Dame mit der Krankenkommunion vehement zur Lebensbeichte drängt?

Weiterlesen

Im Mittelpunkt stehen die beiden Künstler Ute Möller und Stephan Maria Glöckner aus dem Marienthaler Atelier.  Foto: privat
6

Dagernova & Kunst

Wein. Kunst. Begegnung.

Dernau. Am 09. April 2026 laden wir Sie ganz herzlich in unsere Vinothek Dernau ein. Unter dem Motto „Dagernova & Kunst“ erwartet Sie ein besonderer Abend, an dem Wein, Kunst und persönliche Begegnungen auf genussvolle Weise zusammenfinden.

Weiterlesen

"Harald Schweiss"
Ideen für ein schönes Osterfest
Ostereierkibben Winningen
Ostern Im Blick
Ostern im Blick
Ostern im Blick
Fröhliches Ostereierkibben Winningen
Hubarbeitsbühnen-Schulung am 08.04.26
Lossprechungsfeier der Metall-Innung
Lossprechungsfeier der Metall-Innung
Lossprechungsfeier Metall-Innung
Anzeige KW 13
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Anzeige Ostermarsch und Ostergrüße
Stellenanzeige stellv. Betriebsstättenleitung
Wohnträume SU
Wohnträume
Referent/in (w/m/d)