Politik | 08.04.2025

Neugestaltung von Kulturwerkstatt und Villa Heros beschlossen

Remagen: Investitionen in Millionenhöhe geplant

Die Kulturwerkstatt in Remagen.  Foto: AB

Remagen. Zentraler Punkt in der jüngsten Stadtratssitzung im Foyer der Rheinhalle war die Sanierung der Kulturwerkstatt. Ebenso wie bei der Bauausschusssitzung, bei der das Thema behandelt worden war, hatten sich zahlreiche interessierte Zuhörer im Foyer eingefunden, was Bürgermeister Björn Ingendahl besonders hervorhob. Eingebunden werden soll in die Sanierung im Historischen Dreieck nun auch die Villa Heros. Rund drei Millionen Euro, so die Schätzung, sind für die Sanierung des Gebäudekomplexes angesetzt.

Im Vorfeld hatte Bürgermeister Björn Ingendahl bereits mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) besprochen, ob eine Sanierung der Gebäude Kirchstraße 3 und 5 in das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“ (ISEK) in das geplante Sanierungsgebiet „Innenstadt/Historisches Dreieck/Rheinpromenade“ aufgenommen werden kann. Die ADD bestätigte diesen Wunsch. Allerdings müssen hierfür im Gegenzug andere Maßnahmen entfallen. Die Kulturwerkstatt an sich, ebenso wie jetzt auch die Villa Heros, waren in den Überlegungen des ursprünglichen Förderprogramms nicht enthalten. Lediglich die Umgestaltung der Hypokausten (römische Fußbodenheizung), einer der Säulen für die Aufnahme Remagens ins Weltkulturerbe, war angedacht worden. Im Bauausschuss wurde allerdings schon deutlich, dass sich die Kulturwerkstatt zwischenzeitlich zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt in Remagen entwickelt hat, und der Innenstadt so etwas wie ein „Dorfgemeinschaftshaus“ fehlt. Klar war allerdings auch, dass in dem Gebäude aus dem Jahr 1916 ein erheblicher Sanierungsstau besteht. Neben baukonstruktiven Problemen sind substantielle Schäden an der Dacheindeckung sowie an den Fassaden zu verzeichnen. Die Haustechnik, Heizung, Sanitär und Elektro sind derart veraltet, dass nur eine komplette Erneuerung in Frage kommt.

Kosten: Rund drei Millionen Euro

Auf Grundlage der Untersuchungen von Gutachtern der jüngsten Zeit wurde eine Kostenschätzung für die notwendigen Sanierungsarbeiten mit rund drei Millionen Euro ermittelt. Eine Erhöhung der Kosten ist nicht auszuschließen. Nachteilig bei einer möglichen Sanierung, so die Vorlage der Verwaltung, würde sich auswirken, dass die vorhandenen Raumstrukturen unverändert blieben. Insbesondere die für das Welterbe „Niedergermanischer Limes“ wichtige Präsentation der Hypokausten wäre durch die bestehenden Raumhöhen und Zugangsmöglichkeiten des Kellergeschosses kaum verbesserungsfähig. Ein kompletter Neubau würde indes weit mehr Möglichkeiten bieten. Die Kosten geben die Gutachter als deckungsgleich an.

Da der Bebauungsplan „Kirchstraße“ für die Umsetzung des Informationszentrums „Niedergermanischer Limes“ (ehemaliges Haus Lanz) zu ändern ist, wären in diesem Zuge auch Anpassungen im Bereich der Kulturwerkstatt/Villa Heros möglich. Der bauliche Zustand der Villa Heros ist gegenüber der Kulturwerkstatt deutlich besser. Allerdings erschwert auch hier aktuell die Raumaufteilung, die veraltete Technik sowie die Holztreppe eine sinnvolle Nutzung des Objekts. „Da die Villa Heros bereits kernsaniert wurde, sind hier nur Teilsanierungen notwendig“, so Bürgermeister Ingendahl. „Eine Sanierung der Gebäude mit einem abgestimmten Nutzungskonzept wertet das Historische Dreieck deutlich auf,“ so Ingendahl.

Neue Überlegungen

Da die drei Millionen für die Sanierungen nicht im Förderprogramm enthalten waren, müssen neue Überlegungen Platz greifen. Nicht umsetzbar sind zum Beispiel die Wasserspiele auf dem Caracciola-Platz, da im Hochwassergebiet gelegen. Auch versenkbare Poller wird es an der Rheinpromenade nicht geben. Ebenso aus sicherheitstechnischen Gründen nicht umsetzbar ist der Fahrstuhl an der Neipengasse. Diese Gelder könnten nun umgeleitet werden. Andere Projekte, so der Stadtchef, seien deutlich günstiger umzusetzen oder durch andere Förderprogramme zu erreichen. „Mit eingebunden werden in die Kulturwerkstatt und Villa Heros könnten auch die Aktivitäten des Jugendbahnhofs“, so der Bürgermeister. Die Räumlichkeiten am Bahnhof entsprächen auch nicht mehr den heutigen Anforderungen, begründete der Stadtchef. Nach nur kurzer Diskussion stimmten alle Fraktionen der vorgeschlagenen Umgestaltung des Förderprogramms zu. Der Applaus des Publikums war dem Stadtrat gewiss. Ob Sanierung oder Neubau muss noch geklärt werden. Antonio Lopez von Bündnis 90/Die Grünen bat noch darum, die derzeit betreibenden Vereine und Gruppierungen unbedingt in die Planungen mit einzubeziehen. Ingendahl versicherte, dass dies verwaltungsseitig die Absicht sei, um dem bisherigen und zukünftigen Bedarf gerecht zu werden und die Bürger auf dem Weg in die Zukunft mitzunehmen.

Die Kulturwerkstatt in Remagen. Foto: AB

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