Politik | 13.01.2026

Ringlösung oder „Useless Loop von Lahnstein“?

Unnötige Zusatzkilometer durch individuellen Personennahverkehr

Lahnstein. Die neue Verkehrsführung in Oberlahnstein verursacht neben unnötigen Buskilometern (BLICK aktuell berichtete) auch im individuellen Personennahverkehr zahlreiche vermeidbare Umwege und Fahrten durch den städtischen Bereich.

Daraus resultieren die bereits in verschiedenen Artikeln thematisierten Probleme wie zusätzliche Luft- und Lärmemissionen sowie Unfallgefahren im Stadtgebiet. Viele Verkehrsteilnehmende und Anwohner in Lahnstein spüren die zusätzlichen Belastungen jeden Tag, obwohl eine geänderte Verkehrsführung doch eigentlich mit einem Gewinn an Lebensqualität und der Verbesserung des Verkehrsflusses einhergehen sollte. Als ein konkretes Beispiel für Zusatzbelastungen durch den individuellen Personennahverkehr schildert Frau Dr. Birgit Esser im Folgenden ihre persönlichen PKW Fahrstrecken unter alter und neuer Verkehrsführung und erläutert als sachverständiges Mitglied der Bürgerinitiative auch ihre grundsätzlichen Bedenken zu der bestehenden Verkehrsregelung.

„Als Anwohnerin der Ostallee, Nähe Burgstraße, führte mich vor der Ringlösung der direkte Weg zur B 42 über die Auffahrt Oberlahnstein zu allen Zielen nördlich und südlich unserer Stadt. Ich fuhr dazu die Ostallee ca. 100 in südöstliche Richtung, vorbei an 10 Häusern bis zur B 42. Die restliche Strecke war dann in alle Fahrtrichtungen außerstädtisch. Heute muss ich in jede Richtung eine zusätzliche Wegstrecke durch den innerstädtischen Bereich von Lahnstein zurücklegen. Und so geht es nicht nur mir, sondern vielen Verkehrsteilnehmenden in Lahnstein. Meine täglichen Fahrten in Richtung Koblenz führen mich nun entweder durch die Zentren von Ober- und Niederlahnstein über Ostallee, Nordallee, Brückenstraße, Bahnhofstraße, Kölnerstraße bis zur Auffahrt Niederlahnstein oder aber ich drehe eine unnötige Schleife über die Frühmesserstraße, Wilhelmstraße, Burgstraße zurück zur Auffahrt Oberlahnstein. Meine täglichen Zusatzstrecken durch den sensiblen städtischen Bereich von Lahnstein sind sicher nur eine winzige Zusatzbelastung. In der Summe aller Verkehrsteilnehmenden sieht diese Rechnung für unnötige Fahrstrecken, zusätzliche Spritbedarfe sowie gesundheitliche Folgebelastungen sicher ganz anders aus. Dabei habe ich den zusätzlichen Zeitverlust noch gar nicht thematisiert. Wenn eine Person beispielsweise durch 2 verlängerte Fahrten insgesamt am Tag 3 Minuten länger unterwegs ist, summiert sich dies auf über 18 Stunden im Jahr.

Warum ist die neue Verkehrsführung eigentlich so ein Misserfolg?

Warum ist die neue Verkehrsführung eigentlich so ein Misserfolg? Hier gibt es die einfache Erklärung, dass verkehrliche Optimierungsmöglichkeiten durch eine klassische Ringlösung hier in Lahnstein von Beginn an nicht gegeben waren.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Ringlösungen sinnvolle Bestandteile von Verkehrskonzepten sein können. Dies ist möglich, wenn Fahrzeuge des sog. Durchgangsverkehrs (Fahrzeuge die von Süden oder Norden kommend ohne Halt durch Lahnstein hindurchfahren) von Fahrzeugen des Ziel- und Quellverkehrs (Fahrzeuge, die von außerhalb kommen und Lahnstein als Ziel haben oder aber aus Lahnstein kommen und ein auswärtiges Ziel haben) aus Gründen der Verbesserung der Lebensqualität und des Verkehrsflusses voneinander abgetrennt werden sollen.

Dies trifft nicht die Ausgangssituation in Lahnstein! Der reine Durchgangsverkehr wird ohnehin über die B42 geführt. Die Trennung vom Ziel- und Quellverkehr war daher bereits ohne Ringlösung gegeben. Zudem liegt der neue Ring selbst im städtischen Bereich und kann damit auch nicht die Funktion einer Umgehungsstraße wahrnehmen. Welche Entlastung soll das bringen?

Neue Verkehrsregelung bringt nur Verkehrsverlagerung

Die neue Verkehrsregelung kann so lediglich eine Verkehrsverlagerung innerhalb der bewohnten Bereiche von Lahnstein bewirken. Dabei bleibt auch hier ein Erfolg aus, denn die Verkehrskonzentration findet jetzt dort statt, wo gemäß Vertec-Gutachten von 2022 (Mobilitätsentwicklungskonzept) eigentlich ein Entlastungsbedarf bestünde. Die neue Verkehrsregelung ist damit offensichtlich kontraproduktiv! Man braucht kein Verkehrsexperte zu sein, um die negativen Auswirkungen zu erkennen. Wie auch immer, die Ring“lösung“ trägt in Lahnstein weder zur Verbesserung der Lebensqualität bei noch zu einem optimierten Verkehrsfluss. Sie hat sich aus meiner Sicht den Namen „Useless Loop von Lahnstein“ redlich verdient. Eine Rückführung zur ursprünglichen Verkehrsführung ist überfällig.“

Die Bürgerinitiative „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“ würde sich freuen, wenn auch weitere Verkehrsteilnehmende ihre Erfahrungen schildern. Kontakt gerne unter der E-Mail: bi-verkehr-lahnstein@t-online.de und gerne kann man auch den WhatsApp Kanal besuchen.

Pressemitteilung Bürgerinitiative „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“

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