Die B9-Brücke über der Ahr wurde nach nur 14 Monaten Bauzeit offiziell für den Verkehr freigegeben und gilt somit als Vorzeigeprojekt

Schmitt: Schnelles Bauen muss Normalität werden

20.09.2022 - 09:38

Sinzig. Der Verkehr auf der wichtigsten Achse am Rhein im Kreis Ahrweiler fließt wieder. Am Freitag wurde die neue B9-Brücke in Fahrtrichtung Süden offiziell durch die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt freigegeben. Eine echte Verkehrsfreigabe im Wortsinne war das aber nicht: Bereits einige Tagen früher rollten bereits die ersten Autos und Lastwagen über die neue Strecke.

Die symbolische Gebäudetaufe mit Sektflasche war trotzdem ein verdienter Akt. Denn der Neubau der von der Flut des 15. Juli zerstörten Brücke gilt als Meisterleistung der Bau- und Ingenieurskunst. In nur 14 Monaten seit der Flutkatastrophe wurde hier die Ahrquerung komplett neu gebaut. Dies war auch nötig, denn das Fundament eines Pfeilers wurde von den Wassermassen unterspült. Als Konsequenz stürzte das Bauwerk teilweise ein. Nach aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen, die sicherstellten, dass die Brücke in Fahrtrichtung Bonn stabil blieb, konnte zumindest hier der Verkehr auf zwei Spuren wieder in beide Richtungen fließen.


Lob für großartige Leistung


Am Ahrufer gleich neben der neue Brücke kamen am Freitag einige Ehrengäste nach Sinzig um die Leistung des LBM zu würdigen, darunter auch Stefan Schmitt, Leiter des LBM-Projektbüros in Sinzig. Schmitt unterstrich das unglückliche Schicksal der B9-Brücke. Im Sommer 2021 war die Brücke gerade fertig saniert, dann kam die Flut, um sie zu zerstören. Der Projektleiter betonte die nur kurze Bauzeit, die benötigt wurde, um die wichtige Verkehrsverbindung wieder herzustellen. Auch der parlamentarische Staatssekretär Oliver Luksic lobte die in Sinzig vollbrachte Leistung und die Bedeutung für die Region „Etwa 20.000 Fahrzeuge passieren täglich die Brücke, davon gehören sechs Prozent zum Schwerlastverkehr“, schilderte Luksic die Bedeutung der B9 im Kreis. Die Arbeit sei aber noch nicht getan. „Unser Ziel ist es, die durch die Naturkatastrophe entstandenen Lücken im Bundesfernstraßennetz zu schließen und die stark geschädigte Infrastruktur im Ahrtal so schnell wie möglich und nachhaltig wiederherzustellen“, sagte Luksic, der gleichzeitig die Grüße von Bundesverkehrsminister Volker Wissing überbrachte.

Daniela Schmitt lobte den Neubau als Vorzeigeprojekt. Die erbrachte Leistung seitens aller Beteiligten sei erstklassig um komme einem wichtigen Signal gleich. „Es ist uns im Zusammenspiel zwischen Bund, Land, Kommunen, Landesbetrieb und den Baufirmen gelungen, die zerstörte Ahrbrücke an der B9 binnen 14 Monaten wieder herzustellen“, sagte die FDP-Politikerin. „Ich würde mir wünschen, dass wir dieses Tempo nicht nur nach einer solch schrecklichen Katastrophe an den Tag legen, sondern zur Normalität machen“, so Schmitt weiter.

Der Sinziger Bürgermeister Andreas Geron zeigte die Bedeutung der B9 für die Menschen in der Region auf. Er erinnerte daran, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rathauses am Morgen nach der Flut, den Verkehr regelten. Denn die Polizei, die in Remagen und somit auf der anderen Seite der Ahr ihre Dienststelle hat, konnte seinerzeit Sinzig nicht erreichen. Neben der B9-Brücke war auch die Brücke an der Kölner Straße gesperrt. Der Sinziger Verwaltungschef lobte die großartige Leistung, die von den Beteiligten erbracht wurde und sprach ein großes Danke aus.


Taufe für die neue Brücke


Nach einer Segnung des neuen Bauwerk durch Pfarrerin Kerstin Laubmann und der Pastoralen Koordinatorin Sabine Mombaur trennte nur noch ein symbolischer Akt die Brücke von der Freigabe. Wie bei der Taufe eines Schiffes durfte der Bauleiter eine Flasche Sekt an einen der Pfeiler schleudern. Auch wenn die Flasche erst im zweiten Anlauf zerbrach, verfehlte die feierliche Zeromonie ihren Zweck nicht.Die Kosten für den Ersatzneubau der B9-Brücke betragen etwa 10,1 Millionen Euro. 7,3 Millionen Euro davon entfallen auf die reinen Baukosten. Darin enthalten sind auch die Kosten der Sofortmaßnahmen von 1,8 Millionen Euro sowie die Abrisskosten von 1,0 Millionen Euro. Die Kosten trägt der Bund. ROB

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Kommentare
juergen mueller:
Ein Bruch der Tarifverträge ist noch gelinde ausgedrückt. Wer es soweit kommen lässt, dass die Beschäftigten für etwas büßen sollen, was sie nicht im geringsten verschuldet haben, der sollte sich allen ernstes fragen, wie es möglich ist, dass es überhaupt soweit kommen konnte, obgleich man sowohl in...
juergen mueller:
Kurzfristig bekanntgewordene Liquiditätsprobleme? Das Wort kurzfristig muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Die Stadt Koblenz u. der Landkreis Mayen-Koblenz sind mit jeweils 25% beteiligt. Man schaue sich einmal die BETEILIGUNGSBERICHTE der STADT KOBLENZ der vergangenen Jahre an. Das...
juergen mueller:
Wirtschaftliche Perspektive? Wenn ein Unternehmen, wie das GKM, kontinuierlich Liquiditätsprobleme hat, dann geht man zuerst an diejenigen, die dafür am wenigsten können? Herr Langner ist Vorsitzender der Gesellschafterversammlung u. sitzt im Aufsichtsrat. Wenn im Januar oder Februar wieder diese...
K. Schmidt:
Ja, diese Verlängerung ist notwendig und sinnvoll. Dass sich diverse politische Köpfe des Ahrtals darüber erfreut äußern, nachvollziehbar. In all der Euphorie muss man sich aber noch mal genau anschauen, was da eigentlich verlängert wurde: Es geht hier nur um eine praktisch seitens des Bundes beliebig...
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