Politik | 30.08.2022

Freie Wähler Sinzig

Sinzig von der Ultranet Höchstspannungsleitung betroffen

Freie Wähler empfehlen, sich beim Bürger-Infomarkt am 14. September zu informieren

Der Sinziger Ortsteil Franken ist unmittelbar von der geplanten Ultranet-Freileitung betroffen.  Foto: Reiner Friedsam

Sinzig. Die Planung für den Bau der „Ultranet“ Höchstspannungs-Gleichstromleitung von Nordrhein-Westfalen via Rheinland-Pfalz und Hessen nach Baden-Württemberg wurde in den vergangenen Monaten intensiv vorangetrieben. Ultranet soll eine der zentralen Achsen werden, die künftig Strom der Windenergieanlagen von Norden nach Süden transportieren.

Davon betroffen ist auch der Kreis Ahrweiler und im Sinziger Stadtgebiet die Ortsteile Franken und Löhndorf. Der Stadtrat hatte sich bereits einstimmig gegen die Planvariante als Freileitung ausgesprochen.

Am 28. Februar erfolgte gemäß der Bundesfachplanungsentscheidung die Ausweisung des Trassenkorridors für den Abschnitt Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen bis Koblenz. Was sich demnach ändert, sind die im Emissionsschutzgesetz vorgeschriebenen Mindestabstände der Wohnbebauung zu diesen Freileitungen. Von bis zu 400 Meter einzuhaltenden Abstand ist nun die Rede, bereits bestehende Wohnhäuser seien von diesen strengen Abstandsregeln jedoch ausgenommen. Dies trifft insbesondere auf den Ortsteil Franken zu, wo die Wohnbebauung unmittelbar bis an die bestehende Stromtrasse grenzt. Bei dem festgelegten Mindestabstand des geplanten Ultranet auf der heute bereits vorhandenen Wechselstromtrasse ist hiervon der alte Ortskern betroffen.

Aufgrund dieser Situation hatte Ortsvorsteher Jürgen Koffer im Mai 2020 mit Unterstützung der Freien Wähler Sinzig zur Teilnahme an einer bundesweiten Protestaktion aufgerufen. Bereits zu Jahresbeginn stimmte damals der Stadtrat einstimmig für die ablehnende Stellungnahme der Verwaltung, da die gesundheitlichen Auswirkungen nicht ausreichend gewürdigt seien. Insbesondere fehle ein ausreichender Nachweis, dass Hochspannungsleitungen mit Gleichstrom keinen negativen Einfluss auf Menschen und Tiere haben. Auch der Kreistag hatte seinerzeit sich in einer Resolution für die Alternative einer Erdverkabelung ausgesprochen. Wie viele weitere Eingaben fanden diese keine Berücksichtigung bei der Entscheidung für den Trassenkorridor.Im Rahmen des nun stattfindenden Planfeststellungsverfahrens bietet die Amprion GmbH für den Abschnitt im Kreis Ahrweiler am 14. September von 17 bis 19 Uhr einen Bürger-Informationsmarkt im Bürgerhaus in Gimmigen an. Dieses Angebot sollten insbesondere Anwohner nutzen, um sich über die Auswirkungen von Ultranet zu informieren, empfehlen die Freien Wähler Sinzig.

Pressemitteilung

Freie Wähler Sinzig

Der Sinziger Ortsteil Franken ist unmittelbar von der geplanten Ultranet-Freileitung betroffen. Foto: Reiner Friedsam

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