Politik | 19.06.2018, 12:05 Uhr

Drei Ausschüsse des Sinziger Stadtrats tagten gemeinsam

Stadtumbau als Generationenprojekt

Das Gesicht der Innenstadt soll sich zum Positiven verändern - Kölner Büro wird wohl die Planung übernehmen

Sinzig. Die Stadt Sinzig wurde im Dezember 2017 in das Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau“ aufgenommen. Entwickelt werden soll dabei so etwas wie ein Masterplan, der das Gesicht der Innenstadt nachhaltig zum Positiven verändern soll und der dabei sehr langfristig, gar generationenübergreifend umgesetzt werden soll.

Eines der Zauberworte und zentraler Begriff ist dabei das integrierte Innenstadtentwicklungskonzept (ISEK). Das hatte die Stadt jüngst ausgeschrieben. Insgesamt gab es Angebote von fünf Büros. Zwei dieser Angebote entsprachen nicht vollständig den angefragten Leistungen. Ein Angebot lag preislich deutlich über denen der Mitbewerber. In einer großen Ausschusssitzung stellten nun Vertreter von zwei Büros ihre Vorstellungen der Planentwicklung vor. Große Ausschusssitzung heißt in diesem Fall: Am vergangenen Mittwoch tagten im Sitzungssaal des Rathauses gemeinsam der Bauausschuss, der Ausschuss für Stadtentwicklung und der Haupt- und Finanzausschuss. Die Mitglieder aller drei Ausschüsse zeigten sich von den Ausführungen der CIMA Beratung und Management GmbH aus Köln recht angetan. Sie empfahlen dem Stadtrat, den Auftrag an dieses Büro zu vergeben. Die Entscheidung über die Vergabe wird am 21. Juni in der entsprechenden Stadtratssitzung fallen. Ihre Überlegungen hatten im Ratssaal Gudula Böckenholt, die bei der 1988 in Köln gegründeten CIMA als Projektleiterin fungiert, und Joachim Sterl vom Partnerbüro Postweilers aus Dortmund vorgestellt.

Unter intensiver Beteiligung der Bürgerschaft, der Vereine und Sinziger Institutionen wird es wohl zwölf bis 14 Monate dauern, um das ISEK als Planungsgrundlage für den Stadtumbau fertigzustellen.

Sinzig punktet mit Stadtbild und Parkmöglichkeiten

Im Vorfeld hatten sich die Planer aus Köln Sinzig mit seinen Schokoladen- und Schattenseiten angesehen und dabei mehrere Handlungsfelder für den Stadtumbau ausgemacht. Positiv sind in Sinzig das schöne Stadtbild, die wertvollen historischen Gebäude wie Sankt Peter oder der Zehnthof, aber auch die bestens gelegenen Parkflächen aufgefallen. Ganz anders sieht es allerdings in Sachen Verkehrsachsen aus. Die Planer wünschen sich eine bessere Verbindung und Anbindung der Innenstadt etwa an die Ahr oder an den Bahnhof. Eine Schlüsselrolle könnte laut den Planern auch das ehemalige Krupp-Gelände in der Mühlenbachstraße spielen. Dort sah man ein großes und solides Entwicklungspotenzial. Im Einzelhandel wurde der Finger auf die Schwachpunkte gelegt etwa in der Ausdorferstraße, der Münzgasse und der Koblenzer Straße.

Wie bereits erwähnt steht die endgültige Vergabe durch den Stadtrat noch aus, aber dann soll es in Sinzig zügig losgehen mit einer großen Auftaktveranstaltung, und danach werden die Bürger in mehreren themenbezogenen Werkstattsitzungen ihre Ideen und Wünsche in das Konzept einbringen können. Der Stadtumbau soll Sinzig nachhaltig verändern. Bürgermeister Andreas Geron hatte bei der Begrüßung einige weitere wichtige Eckpunkte genannt. Denn der Stadtumbau soll zum Beispiel auch klimaschutzbezogen erfolgen. Geron verwies auch darauf, dass, wenn das Umbaugebiet einmal festgelegt ist, die Stadt in diesem Bereich rein rechtlich über ein Vorkaufsrecht verfügen werde. Neben dem Stadtumbau können auch andere Förderungsprogramme genutzt werden. All diese Programme sollen dann so etwas wie die Fortsetzung der in Sinzig in den Achtziger-Jahren gestarteten Stadtsanierung werden. BL

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