Politik | 12.10.2019, 11:28 Uhr

SPD-Kreisverband Rhein-Lahn will dem Ehrenamt unter die Arme greifen

Vereine brauchen beim Erhalt der Brauchtumsumzüge Unterstützung

Die Unsicherheit sorgte für reges Interesse an der Informationsveranstaltung.Foto: privat
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Rhein-Lahn-Kreis. Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Saal des Landgashofes Liebeneck in Osterspai, denn das Interesse der im Karneval und in der Brauchtumspflege aktiver Vereine, Privatgruppen und Gemeinden in der Verbandsgemeinde Loreley und im Rhein-Lahn-Kreis an Informationen war groß. Sie alle waren der Einladung der SPD um deren Fraktionsvorsitzenden im VG-Rat Loreley und Kreisvorsitzenden Mike Weiland gefolgt, um sich über die Auflagen für Karnevals- und Festwagen bei Brauchtumsumzügen zu informieren. „Uns ist es sehr wichtig, die Ehrenamtlichen wo es nur geht zu unterstützen und ihnen fachkundige Hilfe anzubieten, denn das Ehrenamt hält unsere Gesellschaft zusammen“, so Mike Weiland.

Verunsicherung durch neue Regelungen

Das rechtliche Regelwerk, das die technischen Anforderungen für Festwagen vorgibt, gibt es in der aktuellen Form bereits seit Ende der 80iger Jahre. Hieran hat sich bis heute nichts Entscheidendes geändert, lediglich die im Frühjahr erfolgte Medienberichterstattung und ein Rundschreiben, dass die zuständigen Behörden künftig genauer die Einhaltung kontrollieren, hatte bereits vor den Fastnachtsumzügen Anfang des Jahres für große Verunsicherung gesorgt. Durch ein gut gemeintes Schreiben des karnevalistischen Dachverbandes und entsprechende Pressearbeit über einen sogenannten „Kompromiss“ in Bezug auf die Sicherheitsvorkehrungen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Wagen bei Karnevals- und Brauchtumsumzügen war zudem kurz vor der heißen Phase des Straßenkarnevals bei Vereinen entlang der Rheinschiene, aber auch andernorts im Kreis, weitere Verunsicherung aufgekommen. Im Sommer konnte man dann in der Presse lesen, dass eine Lösung von Koblenzer Karnevalisten gemeinsam mit dem Dachverband und den für die rechtlichen Rahmenbedingungen Verantwortlichen gefunden sei. Dennoch ist nach wie vor für viele Vereine unklar, wie nun künftig die Spielregeln sind. Gerade hier aber gilt für alle Veranstalter und Aktiven das altbekannte Motto „Unwissenheit schützt im schlimmsten Falle vor Strafe nicht“. Daher sind nach der öffentlichen Diskussion Anfang des Jahres sowohl zuständigen Behörden als auch Veranstaltern im Zweifel zwangsläufig die Hände gebunden. „Und genau hier ist es Aufgabe der Politik und der zuständigen Verwaltungen, zu helfen“, betont Mike Weiland.

Die Politik schaltet sich ein

So konnte mit Olav Kullak, Zugmarschall des Koblenzer Rosenmontagszuges und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval, ein Referent gewonnen werden, der sich nicht nur in der Materie bestens auskennt und massig Erfahrung besitzt, sondern er war auch im Sommer in die Behördengespräche eingebunden. Zunächst informierte Kullak über die Entwicklung der rechtlichen Vorschriften und gab dann wertvolle Hinweise, worauf die Vereine und Gruppen beim Bau ihrer Wagen achten müssen: Eine Betriebserlaubnis ist beispielsweise für die Wagen nicht unbedingt erforderlich, jedoch dürfen die Gespanne dann maximal 6 km/h fahren und das muss auch mit entsprechendem Schild gekennzeichnet werden. Darüber hinaus gilt: Wenn ein Anhänger beispielsweise keine eigene Bremse besitzt, muss die Zugmaschine mindestens das 1,5-fache des Gesamtgewichtes, das der Wagen während des Festumzuges auf die Waage bringt, aufweisen. Auch auf das Thema Beleuchtung der Wagen, Bereifung, Achslasten, Aufbauten und wie beispielsweise die Abnahme für das erforderliche Brauchtumsgutachten erfolgen kann, ging Kullak intensiv ein. Abschließendes Themenfeld war die Versicherung von Gespannen, Umzügen und Veranstaltungen. Ein reger Austausch entwickelte sich und dank Kullaks Kenntnissen blieben zumindest an diesem Abend keine Fragen offen, obwohl der sachverständige Gutachter, der an sich die technischen Details erläutern sollte, leider aufgrund eines kritischen familiären Krankheitsfalls kurzfristig ausgefallen war- Kullak kompensierte den Part zur Zufriedenheit der Ehrenamtler vollends.

Das Ehrenamt muss unterstützt werden

Landrat Frank Puchtler, der einerseits für die zur Kreisverwaltung gehörende Zulassungsbehörde sprach, andererseits aber auch Unterstützung der Vereine beim Umbau der Wagen anbieten konnte, unterstrich einmal mehr, dass der Kreis das Ehrenamt nicht hängen lasse. Mike Weiland fasste am Ende der Veranstaltung die wichtigsten Informationen des Abends noch einmal zusammen und machte deutlich, wie wichtig es der SPD sei, diejenigen, die sich Jahr für Jahr in der Brauchtumspflege und im Erhalt der alten Traditionen engagieren, zu unterstützen, und genau deshalb habe man auch zu einem solch schwierigen und kritischen Thema als Partei eingeladen, weil die Vereine schon lange auf entsprechende Informationen und Antworten warten, damit sie ihre Fahrzeuge und Anhänger für die kommenden Jahre nutzbar machen können. „Ich selbst bin seit rund drei Jahrzehnten in der Fastnacht aktiv und organisiere seit 25 Jahren immer wieder kleinere und größere Veranstaltungen“, so Weiland. Daher wisse er, welche Arbeit dahinter stecke und es sei ihm und der SPD ein ganz besonderes Herzensanliegen, allen Aktiven in einer solchen Situation unter die Arme zu greifen, soweit es ehrenamtlichen Kommunalpolitikern eben möglich sei. Daher werde man das Ehrenamt auch weiter auf dem Weg hin zu Lösungen unterstützen.

Pressemitteilung

der SPD Rhein-Lahn

Die Unsicherheit sorgte für reges Interesse an der Informationsveranstaltung.Foto: privat

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