Politik | 04.02.2020

Sinziger Grüner unterwegs in Sachen Stadtmarketing

Von Bonn lernen

Besuch der Kamingespräche des Marketingclubs Köln/Bonn im Alten Rathaus Bonn

Ralf Urban (li.) im Gespräch mit dem Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan (re.).Foto: privat

Bonn. Der Marketingclub Köln/Bonn hatte zu Kamingesprächen ins Alte Rathaus Bonn eingeladen. Ein Vertreter des Marketingclubs führte ein inspirierendes Interview in Sachen Stadtmarketing mit dem Bonner Oberbürgermeister und Ehrenmitglied des Clubs Ashok-Alexander Sridharan. Anschließend hatte man in persönlichen Gesprächen die Möglichkeit, das Thema zu vertiefen.

Ralf Urban von den Sinziger Grünen und Stadtratsmitglied nahm die Gelegenheit wahr, sich sowohl mit dem Bonner Oberbürgermeister Ashok-Alexander Sridharan als auch mit dem Ersten Beigeordneten der Stadt Rheinbach Dr. Raffael Knauber auszutauschen und Möglichkeiten für benachbarte Kommunen zu diskutieren. Der besondere Fokus gilt dabei natürlich dem Marketing: Wie Bonn sich im Wettkampf der Städte positioniert, wie wichtig das Stadtmarketing für Bonn ist und wie Bonn hier aufgestellt ist. Es ging auch um die Rolle von Musik und Beethoven im Beethoven-Jahr 2020, wenn sich der Geburtstag des wohl bekanntesten Bonners zum 250. Mal jährt.

Dabei galt es, die USPs Bonns herauszuarbeiten (englisch: unique selling proposition = Alleinstellungsmerkmal). Bonn kann hier mit der Uni, einer Hochschule und einer neuen Hochschule für Cybersicherheit, die noch in diesem Jahr in Bad Godesberg ihren Betrieb aufnehmen soll, glänzen. Zudem freut sich Bonn, Sitz diverser DAX-Unternehmen und Cyber-Standort zu sein. Von Erfolg gekrönt ist die langjährige finanzielle Unterstützung des Digital Hub und der Gründerszene Bonns. Das Thema Nachhaltigkeit kommt in Bonn mit dem Sitz des UN-Klimasekretariats ebenfalls nicht zu kurz.

Konzepte für Kunstprojekte

Hier galt es, nun Konzepte zu entwickeln, Bonn für Gäste, Bürger und die Wirtschaft noch attraktiver zur machen. Kunstprojekte, wie zum Beispiel die Beethovenfiguren, die auf dem Münsterplatz aufgestellt wurden, erlangten internationale Aufmerksamkeit und wurden inzwischen weltweit verkauft. Dieses Kunstprojekt, das anfänglich größter Kritik ausgesetzt war, entwickelte sich zu einer erfolgreichen Marketingkampagne. Vielleicht sollte man in Sinzig noch mal darüber nachdenken, ob man mit der zum Teil inzwischen viel geschmähten Barbarossa-Skulptur ähnliche Aktionen entwickeln kann.

Des Weiteren hat Bonn an verschiedenen Orten oder zu bestimmten Veranstaltungen Fotoboxen aufgestellt, die Besucher ermuntern sollen, Selfies zu machen, die anschließend in den sozialen Netzwerken, weltweit und mit einem eindeutigen Hinweis auf Bonn, zu sehen sind. Internationale Aufmerksamkeit erlangten dabei die Fotos, die die Kirschblüte in der Bonner Altstadt zeigen. Auch Sinzig könnte von derartigen oder ähnlichen Aktionen profitieren, die mit relativ geringem Investitionsaufwand bewerkstelligt werden könnten.

In Sachen Musik hat nicht nur Bonn etwas zu bieten. Bereits in den 70er Jahren hat sich Sinzig im Bereich Neue Geistliche Orgelmusik weltweit einen Namen gemacht. Ein international erfolgreicher Film- und Fernsehmusiker, aus dessen Feder unter anderem der Soundtrack zum Film „Fluch der Karibik“ stammt, ist in Sinzig aufgewachsen. Mit diesen Pfunden könnte Sinzig ebenfalls wuchern.

E-Mobilität ausbauen

Weitere Maßnahme des Stadtmarketings wäre die Installation von „Mobilstationen“, die das Ausleihen von Fahrrädern, E-Bikes und E-Cars ermöglichen. In Bonn werden 39 dieser Mobilstationen errichtet, die vom Land NRW mit 11,5 Millionen Euro gefördert werden. Dies wäre auch für Sinzig denkbar. Der Ausbau und eine Neukonzeption der Radwege in und um Sinzig, in Zusammenarbeit mit den benachbarten Kommunen, ist dabei unerlässlich. Ein Konzept dafür wurde bekanntermaßen kürzlich vom Stadtrat verabschiedet.

Auch im Bereich Bildung und Forschung braucht sich die Region nicht vor Bonn zu verstecken. Beispielsweise wäre eine Zusammenarbeit der Fachhochschule Remagen mit Sinziger Unternehmen möglich, aus denen sich Start-ups und innovative Unternehmen mit Schwerpunkt Digitalisierung generieren könnten. Hier könnte sich Sinzig als „Digital Innovation Hub“ der Region im nördlichen RLP etablieren, zumal die Gründung solcher Unternehmen von der EU gefördert wird.

„Liebe Deine Stadt“

Nicht zuletzt sollte man darüber nachdenken, wie die eigene Sicht auf das liebens- und lebenswertes Sinzig ist und ob Maßnahmen nötig sind, sodass jede/r Bürger*in sich in Sinzig wohlfühlt, glücklich ist und heimisch fühlt. Das gilt nicht nur für Alteingesessene, sondern insbesondere auch für Zugezogene aus aller Herren Länder und Flüchtlinge. Hier könnte man ein „Welcome-Package“ entwickeln, das zum Beispiel Aktivitäten in den Bereichen Sport, Natur, Bildung, Kunst, Gesundheit, Wellness, Kultur und Traditionen beinhaltet.

Wie man weiß, wird derzeit vielschichtig über Optimierungen in den meisten der genannten Bereiche in Sinzig diskutiert, geplant und gearbeitet. Die Aufforderung „Liebe Deine Stadt“, die als Schriftzug ein Gebäude über der Kölner Nord-Süd-Fahrt schmückt, sollte auch für jeden Sinziger zum Selbstverständnis werden. Darüber sollte man nachdenken und daran arbeiten.

Pressemitteilung

Bündnis 90/Die Grünen

Ortsverband Sinzig

Ralf Urban (li.) im Gespräch mit dem Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan (re.).Foto: privat

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