Politik | 11.05.2021

IG Weinbergweg: Neue Bauzonen im Landschaftsschutzgebiet?

Wann kommt die nächste Hangrutschung?

Bad Breisig. Für zwei sehr steile und bewaldete Grundstücke, die im Weinbergweg in Bad Breisig außerhalb der Bauzonen liegen, wurden Anträge auf Baulandausweisung sowie eine Bauvoranfrage gestellt. Der Weinbergweg ist eine verkehrsberuhigte Straße mit insgesamt 16 Ein-/Zwei- und Mehrfamilienhäusern, die auf den Elzenberg führt. In der Sitzung des Bauausschusses der Stadt Bad Breisig vom 3.5.2021 wurde eine Entscheidung über die Anträge vertagt. Die Interessengemeinschaft Weinbergweg, in der sich vor der Sitzung rasch 14 Anwohnerinnen und Anwohner zusammenfanden, halten eine Bebauung in diesen Bereichen aus verschiedenen Gründen für untragbar.

Der idyllische Weinbergweg gehört zu den meistgenutzten Wanderrouten im Breisiger Ländchen. In den lokalen Tourismusführern ist er als Wanderweg 1 Alter Weinbergsweg ausgezeichnet und kreuzt den Keltenwanderweg (Wanderweg 2). Weitere Wanderwege wie der Märchenweg und der Rheinburgenweg sind über den Weinbergweg erschlossen. Auf dem Gipfel des Elzenberges – Auf dem Hahn – befindet sich die keltische Höhensiedlung aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., deren Wallgräben noch gut erkennbar sind.

Die bezeichneten Grundstücke sind kein „Stück Wiese“ am Breisiger Stadtrand, sondern ein über viele Jahrzehnte gewachsener, naturnaher und unbewirtschafteter Wald, in dem streng geschützte Fledermäuse ihr Quartier bezogen haben und zahlreiche Singvögel sichere Brut- und Nistplätze vorfinden. Mit diesen Grundstücken beginnt auch das Landschaftsschutzgebiet Rhein-Ahr-Eifel, das zum Ziel hat, die einzigartige Kulturlandschaft unserer Heimat zu bewahren. Dies ist das empfindliche Kapital, auf dem die Lebensqualität der Einwohner und die Anziehungskraft unserer schönen Stadt für Touristen und Wanderer beruhen.

Für uns als Anwohner sind die Bauvorhaben noch mit weiteren Problemen verbunden. Die Park- und Verkehrssituation der engen Straße ist bereits heute kritisch. Die gesamte Straße hat nur vier öffentliche Parkplätze, die ständig belegt sind, an Wochenenden auch durch viele Wandertouristen. Eine weitere Bebauung würde diese Situation noch verschärfen. Die aufwendigen Baustellen selbst würden über lange Zeit eine unzumutbare Belastung zahlreicher Anwohner, darunter auch Familien mit kleinen Kindern, verursachen, zumal die oberen fünf Häuser während der Arbeiten nicht mehr anfahrbar wären.

Ein Bauvorhaben am Steilhang birgt stets auch das Risiko von Hangrutschungen. Dass diese nicht nur im Hochgebirge vorkommen, zeigen die jüngeren Ereignisse im Lammertal in Brohl-Lützing, in der Straße Am Klosterberg in Bad Breisig (die übrigens am selben Berghang wie der Weinbergweg liegt) sowie am Helenenberg in Sinzig, wo gleich ein ganzes Haus mit verrutscht ist. Millionenschäden waren die Folge, für die in der Regel die Steuerzahler aufkommen müssen.

Wenn die Breisiger Verwaltung und der Bauausschuss ihrer Verantwortung gegenüber dem Natur- und Artenschutz gerecht werden wollen, dann dürfen sie hier keine weitere Bebauung zulassen. Dieser historische Weinberg ist anders als der gegenüberliegende Hang bislang noch nicht durch eine exzessive Bebauung verunstaltet worden.

Es bestehen in Bad Breisig noch zahlreiche Baulücken, die ohne einen solch massiven Eingriff in Landschaft und Natur und ohne besondere Baurisiken wie Hangrutschungen verwirklicht werden können. Die Vorgaben der Landesregierung wie der Landesentwicklungsplan und das Klimaschutzkonzept empfehlen ausdrücklich die Nutzung von Baulücken, Leerständen und Umbauten anstatt Bauzonen weiter in die Natur auszuweiten.

Pressemitteilung

IG Weinbergweg

Prof. Dr. Oliver Krüger, Dipl.-Biologe Christoph Vanberg

(ig.weinbergweg@gmx.de)

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