Straßenbauer-Innung Koblenz traf sich mit MdB Dr. Thorsten Rudolph (SPD)
Was sind die größten Baustellen?
Koblenz. Welche Themen liegen den Straßenbauern am Herzen, wo ist Unterstützungsbedarf? Für die Politik skizzierten Ralph Schäfer, Obermeister der Straßenbauer-Innung Koblenz, und Helmut Weiler, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Mittelrhein, die Herausforderungen der Baubranche. Ansprechpartner war Dr. Thorsten Rudolph. Der SPD-Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis Koblenz befindet sich gerade auf seiner Sommertour zum Thema „Handwerk“. Im Rahmen dieser Initiative besuchte er auch die Baustelle des neu zu gestaltenden Marktplatzes in Neuwied, wo er mit Schäfer und Weiler sprach.
Obermeister Ralph Schäfer hat viel Berufserfahrung. Seit 1999 ist die Firma Schäfer & Schäfer im Straßen- und Tiefbau tätig, manche Fußgängerzone im innerstädtischen Bereich hat das Team bereits gestaltet. Und die Höhen und Tiefen der letzten Jahre mit Coronakrise, Ukrainekrise, Lieferschwierigkeiten, Preissteigerungen und Inflation hautnah miterlebt.
Das Gespräch verdeutlichte, dass die Straßenbauer mit vier Hauptproblemen konfrontiert sind: die Verunsicherung in der Bevölkerung und die daraus resultierende mangelnde Investitionsbereitschaft, bürokratische Hürden, der Fachkräftemangel und fehlende Integrationsstrukturen für Flüchtlinge und Migranten.
Zur aktuellen Unsicherheit in der Bevölkerung betonte Ralph Schäfer, dass die Stimmung schlechter sei als die tatsächliche Lage. Aber: Zahlreiche Bauvorschriften wie beispielsweise die neue Ersatzbaustoffverordnung belasten die Branche. Oftmals gestalte sich die Umsetzung schwierig, etwa, weil es mehrere Wochen dauern kann, bis Ergebnisse von Bodenproben vorliegen.
Der Mangel an Arbeitskräften verschärft sich weiter, da die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen und zu wenige Arbeitgeber nachrücken. Dr. Thorsten Rudolph schilderte die Notwendigkeit einer verstärkten Zuwanderung ausgebildeter Fachkräfte, um hier entgegenzuwirken. Als Beispiel nannte er die Kooperation von Deutschland und Indien in puncto Pflegepersonal. Die Bundesregierung will verstärkt um Pflegefachpersonen in Indien werben. Ähnliches sei auch für andere Branchen sinnvoll. Denn selbst mit der Nutzung aller inländischen Möglichkeiten – etwa verbesserten Angeboten in Aus- und Weiterbildung oder attraktiveren Arbeitsbedingungen für Frauen – lasse sich die Lücke am Arbeitsmarkt nicht schließen.
Ralph Schäfer berichtete weiterhin, dass die Branche mehr Unterstützung in der Ausbildung benötige und zum Beispiel mit der Aufnahme von Flüchtlingen nicht alleingelassen werden darf. In der jetzigen Berufsschulklasse etwa fänden sich duale Studenten und Azubis sowie Flüchtlinge oder Migranten, die noch kein Deutsch sprechen. Hier fehlen hilfreiche Strukturen – zum Beispiel eine eigene Klasse für Azubis mit Förderbedarf. Dr. Thorsten Rudolph zeigte großes Interesse an den Sorgen und Nöten der Branche.
Gern ließ sich der Bundestagsabgeordnete auch die geplanten Maßnahmen für den Neuwieder Marktplatz zeigen. Dieser soll zu einer multifunktionalen Fläche mit Klimabäumen, Natursteinbrunnen, Sitzgelegenheiten, Außengastronomie und WC-Anlage umgestaltet werden. Beeindruckende Maschinen wie Betonbrecher und Siebanlagen sind derzeit im Einsatz. Nach der Freimachung des Baufeldes folgen Entwässerungsarbeiten sowie die Verlegung neuer Versorgungsleitungen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 2,2 Millionen Euro. Im nächsten Sommer soll alles fertig werden.
Die Diskussion mit Dr. Thorsten Rudolph verdeutlichte die dringende Notwendigkeit, die genannten Herausforderungen anzugehen.
Pressemitteilung der
Straßenbauer-Innung Koblenz
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