Politik | 02.09.2019, 12:13 Uhr

Über 300-jähriger „Wasserturm“ verdient größere Beachtung

Windmühle, Walkmühle, Wasserturm, Trafostation

Ein Andernacher Geschichtchen mit aktuellem Bezug

Der markante „Wasserturm“ an der Ecke Breitestraße/St.-Thomaser-Hohl. Fotos: privat

Andernach. Vor zwei Wochen veröffentlichte die SPD eine Pressemitteilung, in der sie sich für eine Außensanierung des markanten „Wasserturms“ an der Ecke Breitestraße/St.-Thomaser-Hohl einsetzte. Diesen Einsatz für den an dieser Stelle das Stadtbild prägenden Charakterbau kann die Stadtratsfraktion Bündnis90-Die Grünen nur unterstützen. Sie möchte die Gelegenheit nutzen, um auf die bewegte Geschichte des Bauwerks hinzuweisen, das viel mehr als ein Wasserturm war und auch eine ganz aktuelle Botschaft bereithält. Der Turm wurde um 1700 vom damaligen Augustinerinnenkloster St. Thomas als Windmühlenturm mit vier Geschossen errichtet. Er ist also über dreihundert Jahre alt und neben der jüngst sanierten Michaelskapelle das zweite erhalte Bauwerk der einst riesigen Klosteranlage vor den Toren der Stadt. Wenige Jahre nach der Säkularisation wurde die Windkraft dann von einem Lederfabrikanten zum Walken genutzt. Daran erinnert ein in das Mauerwerk eingelassener länglicher Basaltstein mit zwei gekreuzten Walkmessern und der Jahreszahl 1811. Der Turm wurde 1912 schließlich um ein weiteres Geschoss erhöht, erhielt einen Zinnenkranz sowie eine mit Schiefer gedeckte Haube, um fortan bis in die Nachkriegszeit als Wasserturm genutzt zu werden. Heute dient er den Stadtwerken als Transformatorenstation. Der Turm erinnert also an das Kloster und ist eng mit der Geschichte der Stadt verwoben. Seine Geschichte hat aber auch eine ganz aktuelle Bedeutung. Das Gebäude wurde schon dreimal umgenutzt, das steht für einen sehr nachhaltigen Umgang mit dem alten Bauwerk. Und hier wurde lokal Energie erzeugt, die dann gleich vor Ort zum Mahlen und Walken genutzt wurde. Vor dem Hintergrund des Klimawandels tut auch die Stadt gut daran, Energie auf ihren Gebäuden zu erzeugen, heute vor allem durch PV-Anlagen. Das empfiehlt sich besonders bei großen Gebäuden, bei denen der so gewonnene Strom gleich im Gebäude verwendet oder gespeichert werden kann, wie bei Schulen und Kindergärten. Einige Schulen wie die Hasenfängerschule, die Grundschule in Eich und auch ein städtisches Wohngebäude haben bereits eine PV-Anlage auf ihrem Dach, doch da ist noch jede Menge Luft nach oben.Pressemitteilung

Stadtratsfraktion

Bündnis90-Die Grünen

Ein in das Mauerwerk eingelassener länglicher Basaltstein mit zwei gekreuzten Walkmessern und der Jahreszahl 1811

Ein in das Mauerwerk eingelassener länglicher Basaltstein mit zwei gekreuzten Walkmessern und der Jahreszahl 1811

Der markante „Wasserturm“ an der Ecke Breitestraße/St.-Thomaser-Hohl. Fotos: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Essen auf Rädern
Holz Loth-Entsorgung
Image
Dauerauftrag 2026
Kreishandwerkerschaft
Stellenanzeigen
Kirmes in Oberzissen
Innovatives aus Weißenthurm
Empfohlene Artikel
Vor dem „Rodderhof“: Die Mitglieder des Landeskabinetts mit den kommunalpolitisch Verantwortlichen.
353

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Landesregierung hat gewechselt. Doch eine nach der Flut eingeführte Tradition bleibt. Die neue rheinland-pfälzische Landesregierung um Ministerpräsident Gordon Schnieder hat sich im Ahrtal mit der Landrätin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand, sowie haupt- und ehrenamtlichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern getroffen. Nach dem internen Austausch zu den aktuellsten...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Genuss, Wohnen, Garten, Mode und Kunst: Bei der Herbstpartie kommen die Besucher auf ihre Kosten.  Foto: Reno Müller
1056

Namedy. Den Spätsommer bewusst genießen und besondere Tage erleben: Vom 4. bis 6. September 2026 lädt die Herbstpartie Burg Namedy zu einem stimmungsvollen Lifestyle-Markt in einzigartiger historischer Umgebung ein. Auf dem weitläufigen Gelände der Burg Namedy präsentieren rund 160 sorgfältig ausgewählte Ausstellerinnen und Aussteller ihre hochwertigen Angebote – eingebettet in Burgmauern, Parklandschaft und spätsommerliches Licht.

Weiterlesen

Katharina Quast (2.v.r.), Dr. Werner Link (3.v.r.)
629

Senioren Union Wachtberg

Besuch bei Schneiders Obsthof

Wachtberg-Kürrighoven. Auf Vermittlung der Stellvertretenden Vorsitzenden Margarete Keller besuchte eine Gruppe der Senioren Union-Wachtberg mit ihrem Vorsitzenden Dr. Werner Link am 18.08.2026 den Obsthof und erhielt dort einen hochinteressanten Einblick in einen mit modernsten Mitteln geführten Betrieb.

Von Dr. Werner Link aus Wachtberg

Weiterlesen