Lesung Weltladen Remagen und Migrationsbeirat Remagen
Muntere Lesung mit Ryyan Alshebl
aus Remagen
Remagen. Gemeinsam mit dem Migrationsbeirat der Stadt Remagen hatte der Weltladen Remagen-Sinzig zu einer Lesung mit Ryyan Alshebl eingeladen, der aus seinem Buch „Flucht nach vorn“ vorlas.
Die drohende Einberufung in Assads Armee trieb Ryyan Alshebl 2015 zur Flucht aus Syrien. Heute ist er Bürgermeister eines kleinen Orts im Nordschwarzwald, wo er sich unter anderem für eine wiederbelebte Zugstrecke und ein Dorfcafé als Begegnungsort stark machte.
Rund 100 Gäste kamen zur Lesung und es gab einen regen Austausch über Möglichkeiten und Schwierigkeiten in der Kommunalpolitik, über Erfahrungen im Wahlkampf und erste Erfolge.
Alshebl las bei seinem Buch eine Passage über die Hürden bei der Wiederbelebung einer in den 80er Jahren stillgelegten Bahnlinie und machte daran seine Einschätzung deutlich, wie sehr die Bürokratie und auch die „German Angst“ vor Verantwortung die politischen Prozesse erschweren, verlangsamen und letztendlich auch verteuern.
Aus dem Publikum kamen viele Fragen zum Umgang mit diesen Hürden. Es wurde diskutiert, welche Kompetenzen ein Bürgermeister haben muss und wie stark die syrische Herkunft die Arbeit als Bürgermeister prägt. Der Autor machte deutlich, dass die Hauptkompetenz eines Bürgermeisters Kommunikationsbereitschaft und Beharrlichkeit ist: Zum einen, um eine Mehrheit für sich und zum anderem – nun im Amt – auch für Projekte zu gewinnen. Ihn interessiere die Vielseitigkeit seiner Aufgabe, in der man sich um alle Bereiche des öffentlichen Lebens kümmern muss. Alshebl freute sich über das große Interesse und den intensiven Austausch. Im Anschluss an die Lesung gab es die Möglichkeit, das Buch bei der anwesenden Buchhandlung Geber zu erwerben und vom Autoren signieren zu lassen.
Der Weltladen dankt dem Autoren wie auch der Buchhandlung Geber. Gefördert wird der Abend durch das Projekt „Demokratie leben“.
Autor Ryyan Alshebl mit dem Weltladenteam Foto: Silke Olesen
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Volles Haus bei der Lesung mit Ryyan Alshebl Foto: Silke Olesen