Herz-Jesu-Haus Kühr
14. Integrative Kulturtage öffnen der Kreativität die Pforten
Niederfell. Zahlreiche Gäste, darunter Familien und Freunde der Künstler, Vertreter aus Politik und Sozialverbänden waren zur Präsentation der 14. Integrativen Kulturtage ins Herz-Jesu-Haus Kühr gekommen, um sich die Ergebnisse der diesjährigen Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderung anzusehen. Die Kulturtage sind ein gemeinsames Projekt der Ambulanten Dienste des Herz-Jesu-Hauses Kühr und des Bischöflichen Cusanus-Gymnasium Koblenz.
36 Menschen mit und ohne Behinderung waren unter Anleitung von jeweils zwei bzw. drei Workshop-Leitern in den Bereichen „Kunst“ und „Theater“ kreativ tätig. Im Kunstworkshop entstanden sowohl in Einzelarbeit als auch gemeinschaftlich gestaltete großformatige Bilder.
Die Veranstaltung fand erstmals in den Räumlichkeiten des Herz-Jesu-Hauses statt. Neben den ausgestellten Werken des Kunstworkshops unterhielten die Teilnehmer des Theaterworkshops das Publikum mit einigen Szenen. So fand die Begrüßung der Gäste im darstellenden Spiel statt: zu majestätischer Musik zogen die Schauspieler in den Saal ein und grüßten huldvoll - ein toller Auftakt der Feier. Zwischen den Begrüßungsreden wurde in kleineren Szenen durch Mimik und Gestik der Teilnehmer Erlebtes veranschaulicht.
Claudia Schönershoven, Pädagogische Leiterin des Herz-Jesu-Hauses Kühr, begrüßte die Gäste und freute sich, dass so viele der Einladung ins Herz-Jesu-Haus gefolgt waren. „Die Freude ist besonders groß, weil wir letztes Jahr alle davon ausgehen mussten, aus finanziellen Gründen dieses Jahr keine Kulturtage begehen zu können.“ Der Förderverein im Herz-Jesu-Haus hatte sich dann aber bereit erklärt, die Veranstaltung finanziell zu unterstützen und im November letzten Jahres sogar ein Benefiz-Konzert mit den Niederfeller „Schdaifleda“ organisiert. Dass es bei den Kulturtagen nicht nur um Inklusion und die Begegnung von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung geht, machte die Pädagogische Leiterin klar: „Wir vom Herz-Jesu-Haus Kühr wollen auch einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen mit Behinderung den Platz in der Gesellschaft bekommen, der ihnen zusteht: gleichberechtigt mit anderen; den Blick auf die Person und die Persönlichkeit, nicht nur auf Hilfebedarf und Unterstützung, sondern auch auf Kompetenzen und Ausdruckskraft gerichtet.“
Auch Hans Ternes, Studiendirektor und stellvertretender Schulleiter des Cusanus-Gymnasium Koblenz unterstrich den ungezwungenen Umgang von Menschen mit und ohne Behinderung und beschrieb das gemeinsame Tun als gegenseitige Bereicherung. Dass dies tatsächlich so ist, davon konnten sich alle Teilnehmer der Kulturtage und die Gäste bei einem anschließenden Imbiss überzeugen. Bei anregenden Gesprächen wurde die freundliche und herzliche Atmosphäre deutlich, die diese Begegnungen von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung prägt.
