Politik | 19.05.2026, 09:48 Uhr

Christinensteg muss für Wiederaufbaumaßnahmen weichen

FWG setzt sich für sicheren Schulweg während der Bauzeit ein

Die geringe Fahrbahnbreite der Ahrbrücke an der stark befahrenen Kölner Straße stellt für Radfahrer seit Jahren ein erhöhtes Risiko dar.
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Sinzig. Im Stadtrat wurden kürzlich die geplanten Wiederaufbaumaßnahmen an der Ahr in Sinzig vorgestellt. Neben dem Wiederaufbau des Rhein-Ahr-Stadions und des stark frequentierten Christinenstegs ist im Zuge der Gewässerwiederherstellung eine Verbreiterung der Ahr auf rund 60 Meter vorgesehen. Um die Bauzeiten insgesamt möglichst zu reduzieren, sollen die Maßnahmen parallel durchgeführt werden.

Dies hat allerdings gravierende Auswirkungen auf den Schul- und Fußgängerverkehr: Der derzeit noch als Provisorium bestehende Christinensteg soll bereits Anfang 2027 abgebaut werden. Damit entfällt für rund zwei Jahre eine der wichtigsten Querungsmöglichkeiten der Ahr.

Gefahrenpunkt Brücke Kölner Straße

Besonders betroffen sind Schülerinnen und Schüler aus Bad Bodendorf, Kripp und Remagen. Allein das Rhein-Gymnasium wird von rund 250 Jugendlichen aus diesen Orten besucht, von denen ein großer Teil mit dem Fahrrad zur Schule kommt. Nach aktuellen Einschätzungen sei davon auszugehen, dass täglich zwischen 200 und 230 Radfahrer innerhalb eines kurzen Zeitfensters am Morgen die einzige verbleibende Querung – die stark befahrene Brücke an der Kölner Straße – nutzen müssen. Insgesamt könnten sich so bis zu 300 Kinder gleichzeitig in diesem Bereich bewegen, bedingt durch den zusätzlichen Bringverkehr sowie Kita-Kinder aus dem angrenzenden Wohngebiet am Teich.

Die Situation wird darüber hinaus durch weitere Faktoren verschärft: Wegfall der bisherigen Hol- und Bringzone am Grünen Weg sowie zusätzlicher Baustellenverkehr durch Stadionbau und Wohnungsbau in der Albert-Schweitzer Straße. Bereits heute bestehen laut Polizeistatistik auffällige Unfallzahlen im Bereich der Kreuzung Kölner Straße / Grüner Weg / Bodendorfer Straße

FWG unterstützt Vorschlag für temporären Steg

Der Ortsbeirat hat daher frühzeitig reagiert und sich für die Errichtung eines temporären Stegs für die 2-jährige Bauzeit ausgesprochen, beispielsweise neben der Kölner Straßen-Brücke. Ziel ist eine deutlich sicherere Führung des Fuß- und Radverkehrs während der umfangreichen Wiederaufbau- und Gewässerwiederherstellungsmaßnahmen.

Die FWG-Fraktion unterstützt diesen Vorschlag ausdrücklich und hat hierzu in der letzten Stadtratssitzung einen Antrag eingebracht. Konkret soll die mit dem Wiederaufbau betraute Gesellschaft für Wiederaufbau und Innovation (GEWI) Sinzig prüfen, ob ein solcher temporärer Steg für die Dauer von rund zwei Jahren realisiert werden kann.

Sicherheit hat oberste Priorität

Für die FWG steht fest: Der Schutz von Kindern und Fußgängern muss bei allen Baumaßnahmen oberste Priorität haben. Großprojekte wie die Ahrverbreiterung und der Wiederaufbau der Infrastruktur sind wichtig und notwendig – dürfen aber nicht zu vermeidbaren Gefahren im Alltag führen.

Die beantragte Prüfung zur Realisierung eines temporären Stegs ist daher ein sinnvoller und pragmatischer Ansatz, um die Verkehrssituation während der Bauzeit deutlich zu entschärfen. Die FWG Sinzig wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass praktikable und sichere Lösungen für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt gefunden werden.

Während der 2-jährigen Baumaßnahmen gibt es keinen Christinensteg für die sichere Querung der Ahr auf dem Weg zu den Schulen und Kitas

Während der 2-jährigen Baumaßnahmen gibt es keinen Christinensteg für die sichere Querung der Ahr auf dem Weg zu den Schulen und Kitas Foto: FWG Reiner Friedsam

Die geringe Fahrbahnbreite der Ahrbrücke an der stark befahrenen Kölner Straße stellt für Radfahrer seit Jahren ein erhöhtes Risiko dar. Foto: FWG Reiner Friedsam

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