Kürzungen treffen Kinder mit Behinderung
Mueller (SPD): Wer bei Schulbegleitung und Jugendhilfe spart, zahlt morgen einen viel höheren Preis
aus Sinzig
Kreis Ahrweiler. Im Kanzleramt kursiert derzeit eine interne Liste mit über 70 Kürzungsvorschlägen im Umfang von mindestens 8,6 Milliarden Euro. Im Zentrum: Leistungen für Kinder mit Behinderung, die Kinder- und Jugendhilfe sowie Integrationshilfen. Die SPD-Landtagsabgeordnete Susanne Mueller aus dem Wahlkreis Remagen/Sinzig warnt eindringlich vor den Folgen dieser Pläne - gerade auch für Familien in der Region.
„Als ehemalige Lehrerin weiß ich aus eigener Erfahrung: Schulbegleitung ist kein Luxus und kein verzichtbarer Kostenfaktor. Sie entscheidet täglich darüber, ob ein Kind am Unterricht teilnehmen kann - oder nicht. Wer hier kürzt, verschlechtert die Lebensrealität der Betroffenen unmittelbar und nimmt bewusst in Kauf, dass Familien zusätzlich unter Druck geraten.“ - Susanne Mueller, MdL
Konkret sehen die Pläne unter anderem vor: den Wegfall des gesetzlichen Anspruchs auf Schulbegleitung für Kinder mit Behinderung, Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss - der vor allem Alleinerziehende und ihre Kinder trifft - sowie den Verzicht auf Nachbetreuung junger Erwachsener nach der Jugendhilfe, was Experten zufolge direkt in die Wohnungslosigkeit führen kann. Mehrere der Vorschläge widersprechen nach Einschätzung von Fachverbänden der UN-Kinderrechtskonvention und der UN-Behindertenrechtskonvention.
Mueller kritisiert, dass hinter dem harmlosen Begriff ‚Effizienter Ressourceneinsatz‘ ein grundlegender Angriff auf soziale Errungenschaften steckt: ‚Kinder und Jugendliche werden als untragbar abgestempelt - zu Systemsprengern, weil das System sie nicht mehr trägt. Das ist eine Umkehrung der Verantwortung, die ich entschieden ablehne.‘
Die Abgeordnete weist zudem auf ein fundamentales Missverhältnis hin: Während jährlich rund 200 Milliarden Euro durch Steuerbetrug verloren gehen, werde ernsthaft diskutiert, bei den Schwächsten zu kürzen. ‚Das ist keine Haushaltspolitik. Das ist eine Frage der Prioritäten - und der politischen Haltung.‘
Mueller macht deutlich, dass sie Reformen nicht grundsätzlich ablehnt: ‚Bürokratie abbauen, Verfahren verbessern - das unterstütz ich ausdrücklich. Aber wer Effizienz als Deckmantel für Kürzungen nutzt, löst keine Probleme. Der schafft neue.‘ An den Rechten von Menschen mit Behinderungen dürfe nicht gespart werden. Teilhabe sei kein Privileg - Teilhabe sei ein Menschenrecht.
Weitere Themen
Artikel melden
HeimatHelden: Saffig: Peter Röttgen und Dieter Sill sind für ihre Mitmenschen im Einsatz
- Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!
BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 1
- Rüdiger Knieps: Kesseling im Kreis Ahrweiler
Windpark für Bad Hönningen: Flächenpachtvertrag unterzeichnet
- Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
Jiddische Musik und Märchen
Klezmer märchenhaft
Koblenz. Klezmer märchenhaft - Jiddische Musik und Märchen am Samstag, 2. Mai 2026, 18 Uhr in der Christuskirche Koblenz, Friedrich-Ebert-Ring / Hohenzollernstraße.
Weiterlesen
Verein Lebensfach Glück e.V.
Un-artificial intelligence – Schule, Wohlbefinden & Schutzräume im KI-Zeitalter
Koblenz. Schule kann für die psychische Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen einen guten Schutzraum bieten.
Weiterlesen
Tag der Diakonin plus am 6. Mai in Koblenz
„Gott diskriminiert nicht“
Koblenz. Die Einführung des Diakonats der Frau ist seit Jahren ein wichtiges Anliegen des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB), der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), des Netzwerks Diakonat der Frau sowie vieler Katholikinnen weltweit und hier vor Ort.
Weiterlesen
