Politik | 21.04.2026

Kürzungen treffen Kinder mit Behinderung

Wer bei Schulbegleitung, zahlt einen viel höheren Preis

Susanne Müller MdL

Kreis Ahrweiler. Im Kanzleramt kursiert derzeit eine interne Liste mit über 70 Kürzungsvorschlägen im Umfang von mindestens 8,6 Milliarden Euro. Im Zentrum: Leistungen für Kinder mit Behinderung, die Kinder- und Jugendhilfe sowie Integrationshilfen. Die SPD-Landtagsabgeordnete Susanne Mueller aus dem Wahlkreis Remagen/Sinzig warnt eindringlich vor den Folgen dieser Pläne - gerade auch für Familien in der Region.

„Als ehemalige Lehrerin weiß ich aus eigener Erfahrung: Schulbegleitung ist kein Luxus und kein verzichtbarer Kostenfaktor. Sie entscheidet täglich darüber, ob ein Kind am Unterricht teilnehmen kann - oder nicht. Wer hier kürzt, verschlechtert die Lebensrealität der Betroffenen unmittelbar und nimmt bewusst in Kauf, dass Familien zusätzlich unter Druck geraten.“ - Susanne Mueller, MdL

Konkret sehen die Pläne unter anderem vor: den Wegfall des gesetzlichen Anspruchs auf Schulbegleitung für Kinder mit Behinderung, Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss - der vor allem Alleinerziehende und ihre Kinder trifft - sowie den Verzicht auf Nachbetreuung junger Erwachsener nach der Jugendhilfe, was Experten zufolge direkt in die Wohnungslosigkeit führen kann. Mehrere der Vorschläge widersprechen nach Einschätzung von Fachverbänden der UN-Kinderrechtskonvention und der UN-Behindertenrechtskonvention.

Mueller kritisiert, dass hinter dem harmlosen Begriff ‚Effizienter Ressourceneinsatz‘ ein grundlegender Angriff auf soziale Errungenschaften steckt: ‚Kinder und Jugendliche werden als untragbar abgestempelt - zu Systemsprengern, weil das System sie nicht mehr trägt. Das ist eine Umkehrung der Verantwortung, die ich entschieden ablehne.‘

Die Abgeordnete weist zudem auf ein fundamentales Missverhältnis hin: Während jährlich rund 200 Milliarden Euro durch Steuerbetrug verloren gehen, werde ernsthaft diskutiert, bei den Schwächsten zu kürzen. ‚Das ist keine Haushaltspolitik. Das ist eine Frage der Prioritäten - und der politischen Haltung.‘

Mueller macht deutlich, dass sie Reformen nicht grundsätzlich ablehnt: ‚Bürokratie abbauen, Verfahren verbessern - das unterstütz ich ausdrücklich. Aber wer Effizienz als Deckmantel für Kürzungen nutzt, löst keine Probleme. Der schafft neue.‘ An den Rechten von Menschen mit Behinderungen dürfe nicht gespart werden. Teilhabe sei kein Privileg - Teilhabe sei ein Menschenrecht.

Susanne Müller MdL Foto: Daniel Hammelstein

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 8

  • Winfried: Rheinbrücke bei Engers
  • Gerhard Stotzem: Die einzige mir bekannte Brückenbaustelle in Hönningen berührt zwar den Ahrradweg, aber sie unterbricht ihn nicht. Es handelt sich dabei um eine Ahrquerung vom Radweg in die Ortschaft. Der Radweg zwischen...
  • Jörg Kasper: Habe zehn Jahre rumgedocktert, war schon als Simmulant abgestempelt, dann 2021 war es soweit. Im November links, Hüfttep und weil es so schön war, sieben Monate später rechts, da hatte mein Arzt dann gemerkt das ich nicht simuliert habe.
  • Horst Peschell: Manschmal isch aber auch der Bein und der Knie inschgeschamt im Arrrrgehnnnn, ich hab Krääääätze und Schoooorf, Schnooooorrrrr!!! ESCH juckt so seeeehr, ob eine Prothese da hilft ? mit freundlichen Grüßen Eure Schorfkrätze
  • Heruete: Holt euch auf jeden Fall eine Zweit- oder Drittmeinung ein. So schnell wie in Deutschland wird in keinem anderen Land operiert und der Patient über den OP Tisch gezogen
Dauerauftrag
Wir helfen im Trauerfall
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, Juni 2026
Sonderseite Jahn Eleven
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Anzeigensponsoring Sommerbunt - o.B.
Empfohlene Artikel
Die Sinziger Grünen informieren sich in den Ahrauen am Christinensteg vor Ort
61

Sinzig. Die derzeit laufenden Bauarbeiten im Bereich der B9 lassen erstmals das volle Ausmaß des geplanten Ahrkorridors in Sinzig erkennen. Die Sinziger Grünen begrüßen die Umsetzung dieses Vorhabens ausdrücklich und bewerten es als die bedeutendste Hochwasser- und Renaturierungsmaßnahme in der Geschichte der Stadt. Mit der deutlichen Erweiterung des Gewässerraums wird die Ahr künftig in der Lage sein, erheblich größere Wassermengen sicher abzuleiten.

Weiterlesen

Petra Schneider MdL
55

KREIS AHRWEILER/MAINZ. Die Ausschüsse des Landtags Rheinland-Pfalz haben sich neu konstituiert. Dabei wurde die CDU-Landtagsabgeordnete Petra Schneider aus dem Wahlkreis 13 (Brohltal, Bad Breisig, Remagen, Sinzig) mit wichtigen Aufgaben betraut. Sie übernimmt künftig den Vorsitz des Petitionsausschusses sowie den Vorsitz der Strafvollzugskommission. Darüber hinaus gehört sie weiterhin dem Wirtschaftsausschuss des Landtags an.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verbindung zwischen dem Reitverein und der Palliativmedizin hat in Metternich eine feste Tradition.Fotos: privat
9

RFV Metternich lädt zum Ponyreiten für den guten Zweck ein

Glücksmomente auf dem Ponyrücken

Weilerswist-Metternich. Ein unvergessliches Erlebnis für die kleinsten Pferdefreunde und gleichzeitig ein starkes Zeichen für die Region: Der Reit- und Fahrverein (RFV) Metternich e.V. veranstaltete ein großes, geführtes Ponyreiten auf seiner Vereinsanlage am Ginsterberg. Das Besondere an dieser Aktion: Die gesamten Einnahmen des Reitens, wurden zu 100 Prozent an das Palliativ-Netz Südlicher Erftkreis e.V. gespendet.

Weiterlesen

Die lange Geschichte der Altenahrer Weinmajestäten, wird auch 2026/27 weitergeschrieben, von links Lukas Sermann (Vorsitzender Ahrwein e.V.), Lara Surget (designierte Weinprinzessin), Victoria Charlotte Zimmermann (designierte Weinkönigin), Leonie Krupp (designierte Weinprinzessin), Eva Flügge (Vorsitzende Weinort Altenahr e.V.), Mirco Burkardt (stellv. Vorstandsvorsitzender WG Mayschoß-Altenahr).  Foto: DU
69

Neue Weinmajestäten für 2026/2027 vorgestellt

Victoria Charlotte Zimmermann wird Altenahrer Weinkönigin

Altenahr. Die lange Geschichte der Altenahrer Weinmajestäten wird auch 2026/27 weitergeschrieben. Sehr zur Freude des Teams vom Weinort Altenahr e.V. rund um die geschäftsführende Vorsitzende Eva Flügge, aber auch der Bürgerinnen und Bürger, der Vereinsvertreter, der lokalen Politik sowie der Winzerinnen und Winzer, übernehmen erneut drei junge Frauen diese wichtigen Ehrenämter. Designierte Weinkönigin...

Weiterlesen