Politik | 27.10.2014

Bürgerversammlung im Sinziger Rathaus

Sinzig macht sich auf den langen Weg in die Barrierefreiheit

Im Sitzungssaal des Rathauses fand die Einwohnerversammlung zum Thema Barrierefreiheit statt. BL

Sinzig. „Barrierefreiheit ist ein langwieriger Prozess“, dies war die Kernaussage von Peter Neumann bei der Einwohnerversammlung im Sitzungssaal des Sinziger Rathauses. Und die Stadt Sinzig will sich auf den langen Weg in eben diese Barrierefreiheit machen. Die allerersten Schritte wurden bereits gemacht und dazu zählte auch die Einwohnerversammlung im Rathaus, die unter dem Motto „Sinzig für alle - Konzepte für ein barrierefreies Sinzig stand.“ Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger hatte in seiner engagierten Begrüßungsrede noch einmal dargelegt, dass man in der Stadtspitze gemeinsam mit den Sinzigern mit vielen kleinen Schritten den Weg in die Barrierefreiheit anstreben will.

Besonderer Stadtrundgang

Fachliche Hilfe hat man sich mit dem Planungsbüro Neumannconsult mit Peter Neumann geholt. Das Büro aus Münster hat sich auf das weit gefasste Thema Barrierefreiheit spezialisiert. Und ist in Sinzig mit einer durchaus cleveren Maßnahme gestartet. Bereits im August gab es Stadtrundgänge in Sinzig und Bad Bodendorf an denen Menschen mit verschiedenen Behinderungen, mit Rollatoren, Rollstühlen und Kinderwagen teilnahmen. „Diese Menschen kennen die Problemzonen am besten“, so Neumann zu einer Ortsbegehung ohne „Schlipsträger“ sprich ohne Vertreter der Verwaltung und ohne Vertreter der Politik. Die ersten Auswertungen dieser Rundgänge und die ersten Ergebnisse der Arbeit des Büros präsentierte Neumann. Um Missverständnissen vorzubeugen: Es handelte sich um einen ersten Zwischenbericht. In den endgültigen Bericht werden dann auch die Ergebnisse der Einwohnerversammlung einfließen und die städtischen Gremien werden sich bis zum Ende des Jahres damit beschäftigen. Die Schlüsselzahl für die Zukunft kommt aus der Demografie: Im Jahr 2030 werden mehr als ein Drittel der Sinziger über 65 Jahre alt sein. „Wir sind alle betroffen“, so Neumann. Und Neumann lieferte noch einen anderen Ansatz: „Für zehn Prozent der Bevölkerung sind Maßnahmen zu Barrierefreiheit unentbehrlich, für fast 40 Prozent notwendig und für alle sind sie überaus komfortabel“.

Kleine und große Maßnahmen

An ganz konkreten Beispielen, wie etwa fehlenden Handläufen oder schlechter farblicher Kennzeichnung und an Treppenstufen rund um Kirche und Rathaus, machte Neumann auch klar, dass Maßnahmen zur Barrierefreiheit nicht unbedingt sehr teuer sein müssen. Sie können dies aber schnell werden, wie an zwei weiteren Beispielen angedacht wurde. Eine barrierefreie öffentliche Toilette in der Kernstadt, die bei den Rundgängen mehrfach angemahnt wurde, wird schon richtig Geld kosten. Eine Feststellung von Neumann: Es gibt keine wirklich barrierefreie Verbindung vom Sinziger Bahnhof zum Rathaus und zu Sinzigs Wahrzeichen Sankt Peter. Lösung des Problems: ein Aufzug parallel zur Treppenanlage im Schießberg. Erste Grundfinanzierungen sind sichergestellt. Im Haushalt der Stadt stehen in diesem Jahr 20.000 Euro zur Verfügung und im Jahr 2015 sollen noch einmal 30.000 Euro hinzukommen.

Neumann lobte zwar die überdurchschnittlich große Anzahl von Behindertenparkplätzen im direkten Stadtgebiet, sah aber auch weitere Schwachstellen. So etwa die schwere Begehbarkeit des Pflasters auf dem Kirchplatz und dem Marktplatz oder aber einfach die Tatsache, dass die Touristeninfo und die Senioreninfo in der Bachovenstraße nur über Treppenstufen zu erreichen sind. Barrierefreiheit muss zum Stadtgespräch werden und mit einem „Kümmerer“ auch fest in der Verwaltung und den Köpfen der Menschen etabliert werden, darin waren sich Peter Neumann und Wolfgang Kroeger einig. Wohl wissend, dass es ein ganz langer Weg mit vielen Hürden werden wird.

Im Sitzungssaal des Rathauses fand die Einwohnerversammlung zum Thema Barrierefreiheit statt. Foto: BL

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Boomerang : Wer Grüne wählt stellt sicher das demnächst Tausende Afghanen und Iraner ins Land kommen.

09.01.: Bus stürzt in Graben

  • Achim Hoffmann: Warum nicht? Weil sie denken es gibt hier keine ISUZU Busse? Wenn das der Ansatz ist: ich meine es wurden 70 Stück neu beschafft.
  • Johannes Hübner: Das Foto mit dem Isuzu-Bus gehört wohl nicht zu dem Unfall - Sie sollten solche Dinge unbedingt kennzeichnen.

Infoveranstaltung: Wiederherstellung der Ahr

  • HansE: Herr Schmidt, sie vergessen, dass wir im Michelland leben. Hier mahlen die Mühlen bekanntlich langsam. Also regen Sie sich nicht auf, wir können die Geschwindigkeit, mit der unsere Beamten arbeiten, ohnehin nicht beeinflussen.
  • K. Schmidt: "Der Wiederaufbau soll ökologisch wertvoll, klimafolgenangepasst, nachhaltig und attraktiv für die Bürgerschaft gestaltet werden." - Ja, alles schön und gut, aber wie wäre es denn mal mit "schnell"?...
Anzeige Kundendienst
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Dauerauftrag
Daueranzeige Januar
Kreishandwerkerschaft
12. Rheinbacher Hochzeitsmesse
Kirmes in Hemmessen, 18.01.26
Empfohlene Artikel

Remagen-Kripp. Bürgermeister Björn Ingendahl lädt zu seiner nächsten Bürgersprechstunde ein für Mittwoch, den 28. Januar 2026, ab 17.30 Uhr, in das Hotel-Restaurant Rhein-Ahr (Schremmer), Quellenstraße 67 – 69, 53424 Remagen-Kripp. Bürgerinnen und Bürger, die Fragen oder Anregungen haben und diese dem Bürgermeister persönlich mitteilen möchten, haben an diesem Abend die Gelegenheit, ihre Anliegen zu erläutern.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Benefizprojekt der 1. Bundeskönigin Andrea Reiprich und Prinzgemahl Thomas Herschbach

Das große Abschieds-Menü galt Frauen in Not

Neuwied. Ihr letztes großes Abend-Menü in der Destille hatte Wohltätigkeitscharakter, der wiederum Bände für die Beliebtheit der scheidenden Betreiber Lothar und Ulrike „Ulli“ Werner auch außerhalb kulinarischer Künste sprach: Vor ihrem selbstgewählten Rückzug aus der Gaststätte „Destille Ewig Jung“ kochte und servierte das beliebte Gastronomen-Ehepaar für das Benefizprojekt der historischen 1. Bundeskönigin Andrea Reiprich und Prinzgemahl Thomas Herschbach zugunsten von „Frauen in Not“.

Weiterlesen

Kardinal Woelki feiert Eröffnung der neuen Kirchengemeinde Wachtberg und Meckenheim

Festliche Messe und Glaubensgespräch markieren Start der neuen Gemeinde

Meckenheim/Wachtberg. Zum 1. Januar 2026 wurde die neue Kirchengemeinde St. Marien und St. Johannes der Täufer Wachtberg und Meckenheim errichtet. Sie entstand aus der Zusammenführung von sechs bisherigen Kirchengemeinden und umfasst rund 17.000 Katholikinnen und Katholiken.

Weiterlesen

DA bis auf Widerruf
Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Innovatives rund um Andernach
Daueranzeige (Januar 26)
Winter-Angebot
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Imageanzeige
Titelanzeige
Neujahrsgruß