Mentale Gesundheit Sinzig
Veranstaltungsreihe zur mentalen Gesundheit in Sinzig gegen November-Blues
aus Koblenz
Sinzig. Die Tage werden kürzer, das Wetter schlechter und plötzlich steht er vor der Tür: der „November-Blues“.
Damit Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit in diesem Jahr keine Chance haben, organisiert der Pastorale Raum Sinzig eine Veranstaltungsreihe zur mentalen Gesundheit.
Den Start bildet am Dienstag, 20. Oktober um 19.30 Uhr in der Kirche St. Peter in Sinzig (Kirchplatz) ein Gesprächsabend mit Akustik-Set des Sängers Mo-Torres, dessen Lieder auch die Workshops (Start 27. Oktober) begleiten. Der Abschluss des Projekts findet am Samstag, 28. November ab 18 Uhr im Rahmen eines Benefizkonzerts im Helenensaal (Koblenzer Straße 72) Sinzig mit dem Künstler aus Köln statt.
„Gegen den November-Blues“ lautet die Überschrift der Aktion, die von Diakon Sebastian Zinken aus dem Pastoralen Raum Sinzig und Ramona Schüller ins Leben gerufen wurde. Aktuelle Pop-Musik und der Themenkomplex „Mentale Gesundheit“ werden dabei verbunden. Vor etwa fünf Jahren hat Zinken ein ähnliches Projekt im Brohltal organisiert, „das kam so gut an, dass ich etwas Vergleichbares hier machen wollte“, erklärt er. Für die Idee begeistern konnte er auch Ramona Schüller, die als Ehrenamtliche eingestiegen ist. „Im Sommer trifft man eher Menschen, unternimmt was, aber im Herbst und Winter wird das weniger“, weiß auch Schüller. Da könne einem schnell die Decke auf den Kopf fallen. Die zahlreichen Anmeldungen für die Workshops und die guten Vorverkaufszahlen sprechen für sich.
Enttabuisierung von seelischen Problemen
Enttabuisierung von seelischen Problemen
„Wir merken in unserem alltäglichen Umgang mit Ehrenamtlichen, verschiedenen Menschen und Gläubigen, dass diese aufgrund unterschiedlicher Krisen angeschlagen sind und wir spüren die stärkere Belastung“, berichtet Zinken. „Ich finde, das trifft den Kern der Kirche: zu schauen, was brauchen die Menschen und drauf einzugehen“, erklärt Zinken das Engagement des Pastoralen Raums Sinzig in Bezug auf mentale Gesundheit. Zusätzlich der Flutkatastrophe vor fünf Jahren kommen weitere politische Unruhen und gesellschaftliche Unsicherheiten hinzu. Daneben gibt es noch ein Privatleben, wo ja auch nicht immer alles rund laufe, weiß der systemische Coach und Achtsamkeitstrainer. Doch über psychische Probleme zu sprechen, sei oftmals noch ein Tabu. „Auch mich begleitet das Thema, daher werbe ich dafür, darüber offen zu sprechen“, betont Schüller.
Das Gefühl von Antriebslosigkeit kennt Mo-Torres auch aus eigener Erfahrung: „Es gab Tage, an denen ich zwei oder drei Stunden gebraucht habe, um eine einzige E-Mail zu beantworten. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich allein nicht weiterkomme und Unterstützung brauche.“ Der Kölner ermutigt dazu, keine Scham davor zu haben, sich Hilfe zu suchen. „Gerade bei Männern gibt es immer noch die Vorstellung, dass man stark sein und alles mit sich selbst ausmachen muss. Solche Reaktionen habe ich damals auch erlebt. Ich konnte mich zum Glück davon lösen.“ Er spreche daher offen über seine Erfahrungen. „Ich möchte dazu beitragen, dass Menschen sagen können, wenn es ihnen nicht gut geht, und sich trauen, Hilfe anzunehmen.“
Unterschiedliche Formate
Unterschiedliche Formate
Nach dem Gesprächsabend mit Mo-Torres über mentale Gesundheit, persönliche Erfahrungen und inneren Kämpfen zum Auftakt folgen vier Workshop-Abende (immer dienstags ab 27. Oktober, jeweils um 19.30 Uhr) im Pfarrheim St. Peter in Sinzig (Zehnthofstraße 11) zu unterschiedlichen Themen der seelischen Gesundheit. „Die Reihe richtet sich an alle, die sich in der Herbst- und Winterzeit stärken möchten – Vorerfahrungen sind nicht notwendig“, erklärt Zinken, der die Abende leiten wird. Die Teilnehmenden erhalten alltagsnahe Impulse und Übungen der Achtsamkeitspraxis, der Stressbewältigung und dem Selbstmitgefühl. Lieder von Mo-Torres werden darin einfließen. „Die Gruppe soll ein geschützter Raum sein, in dem auch persönliche Erfahrungen ausgetauscht werden können“, erklärt Zinken. „Eine solche Reihe bietet die Möglichkeit, direkt miteinander ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen auszutauschen“, so Mo-Torres, der sich schon auf die kommenden Begegnungen freut.
Unterstützt wird die „Gegen den November-Blues“ des Pastoralen Raums neben Mo-Torres von den Kooperationspartnern Katholische Erwachsenenbildung Koblenz und Team.Z-Beratung, sowie von den Unterstützern und Förderern Stiftung GLAUBEN LEBEN im Bistum Trier, der Kreissparkasse Ahrweiler, Vereint! Stiftung der PSD Bank West eG, der Karnevalsgesellschaft Närrische Buben Sinzig und den Brohler Mineral- und Heilbrunnen GmbH.
Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten www.pastoraler-raum-sinzig.de/pastoraler-raum/gegen-den-november-blues/ und im Büro des Pastoralen Raums unter Tel.: 02642-977111.
Pressemitteilung Bistum Trier
Sebastian Zinken und Romana Schüller Foto: Julia Fröder / Bistum Trier