Lokalsport | 28.12.2016

Rückblick: Hinrunde der Volleyball Spielgemeinschaft Sinzig I

„Absolut positives Fazit nach der Hinrunde“

Sinzig. Die neu gebildete erste Mannschaft der Volleyball Spielgemeinschaft (VSG) Sinzig startete in der Saison 2016/17 in der Verbandsliga Nord Frauen. Der Kader, der sich erst seit Ende August im gemeinsamen Training befand, Zuspielerin Sarah Rosauer kam sogar erst Mitte September von einem Auslandsjahr zurück, war mit acht Spielerinnen sehr dünn besetzt. Durch diese mehr als knappe Vorbereitung lief beim ersten Spieltag in Vallendar auch noch einiges schief.

„Da hat man deutlich gesehen, dass wir wenig zusammen trainieren konnten“, resümierte VSG Trainer Merlin Hinsche nach der ersten, verdienten Saisonniederlage. Bereits eine Woche später, beim Aufsteiger TG Konz, sollten aber die ersten drei Punkte eingefahren werden. Dabei tat sich die Mannschaft, die auf Außen/Annahmespielerin Larissa Pauly verzichten musste, lange schwer. Erst in den Sätzen drei und vier gelang es, die technische und taktische Überlegenheit auszuspielen und das Spiel, am Ende deutlich, mit 3:1 zu gewinnen. Nach diesem ersten Erfolg stand für die VSG Mädels eine fünfwöchige Pause an. In dieser Zeit wurde vor allem an den Grundlagen gearbeitet.

Neben den obligatorischen Einheiten zu Aufschlag und Annahme, wurde am Spielverständnis gefeilt. „In den ersten Spielen haben wir zu sehr ‚0-8-15‘ gespielt und uns zu wenig auf den Gegner eingestellt“, so VSG Mittelblockerin Mona Bell. Beim ersten Heimspiel Ende Oktober kam es zu einer wahren Nervenschlacht. Durch viele Eigenfehler in Angriff und Annahme brachten sich die, dem Gegner technisch Überlegenen, Spielerinnen der Sinziger zweimal in die Situation, einen 1:2 Satzrückstand wieder wettmachen zu müssen. „An diesem Tag haben wir einen unglaublichen Willen bewiesen. Im Angriff waren wir phasenweise sehr schwach und haben dadurch dem Gegner leichte Punkte geschenkt, aber am Ende haben wir in beiden Spielen die Oberhand behalten und vier wichtige Punkte geholt“, war VSG Trainer Merlin Hinsche nach den zwei nervenaufreibenden Fünfsatzkrimis nur teilweise zufrieden.

Eine gute Defensive als Basis für den Erfolg

Es galt nun die Angreifer flexibler zu machen. „Wir sind mehr zu hohen Bällen und flexiblen Lösungen zurückgegangen“ so Hinsche. Schnörkelloser Volleyball aus einer guten Defensive sollte den Erfolg bringen. Als nächster Gegner wartete der TuS Asbach, der bereits einen Sieg gegen die bis dahin punktlosen Damen aus Ehrang verzeichnen konnte.

Mit drei Siegen und sieben Punkten standen die Sinziger auf Platz drei der noch extrem engen Tabelle. Nach dem Spiel in Asbach konnte über den, letztendlich ungefährdeten, 3:0 Sieg gejubelt werden. Allerdings folgte am gleichen Tag ein herber Rückschlag für die VSG. Michaela Eisele, bis dahin gesetzt auf der Mittelblockposition, hatte sich im Spiel eine Bänderüberdehnung zugezogen. Im Verlauf der Untersuchung wurde klar, dass ein alter Bruch nicht völlig verheilt und erneut operiert werden musste. Damit war der ohnehin knappe Kader von acht auf sieben geschrumpft und der Trainer zum Umstellen gezwungen. Nur zwei Wochen später in Etzbach startete also die athletisch starke Larissa Pauly über die Mitte und die defensiv starke Tamara Rosauer übernahm die dadurch vakante Außen-Annahme Position.

Damit war die eine Wechseloption, die es in den Spielen vorher gegeben hatte, Geschichte, denn auch wenn Rilana Schnelzauer die Mannschaft als achte Spielerin unterstütze, so doch nur, um im Verletzungsfall nicht sofort aufgeben zu müssen, da Jennifer Fuchs wie gewohnt als Libera agieren sollte. „Rilana ist keine Jugendspielerin und spielt sich daher bereits beim zweiten Einsatz in der Verbandsliga fest. Sie soll, nach ihrer langen Zwangspause, zunächst die zweite Mannschaft unterstützen, da wäre ein Einsatz ohne Not, in der jetzigen Phase der Saison, höchst unpraktisch“, erklärt Hinsche die verfahrene Situation. In Etzbach sollte es dann zu einem engen und phasenweise hochklassigen Schlagabtausch kommen. Beide Mannschaften starteten fahrig und fehlerhaft und so ging der erste Satz nach einer umkämpften Endphase durchaus glücklich mit 25:27 an die Heimmannschaft. Die VSG steckte jedoch nicht auf und konnte sich den zweiten Satz mit 25:22 sichern. Im dritten Satz hatte die, an diesem Tag durchwachsene, Annahme eine längere Schwächephase und wieder einmal standen die Sinzigerinnen vor einem 1:2 Satzrückstand. Zum dritten Mal in der laufenden Saison gelang es ihnen diesen Rückstand, getragen von einer defensiv bärenstarken Mona Bell und einem Kniff in der Aufstellung, in der Melanie Deurer auf die Außen-Annahme Position und Tamara Rosauer dafür auf die Diagonale wechselte, auszugleichen und den entscheidenden fünften Satz zu erzwingen. Diesmal sollte dieser jedoch kein gutes Ende für Sinzig nehmen. Trotz einer zwischenzeitlichen 11:8 Führung und einem Matchball, musste man sich nach über zwei Stunden Spielzeit mit 14:16 und damit mit 2:3 geschlagen geben. „Wir konnten Michi in der Mitte vor allem im Block leider nicht 1:1 ersetzten, aber Lara hat ihre Sache wirklich gut gemacht. Gescheitert sind wir heute an der Annahme, die zu viele Fehler produziert hat“, so VSG-Trainer Hinsche. Nach dieser knappen Niederlage stand die VSG mit elf Punkten aus sechs Spielen auf dem vierten Tabellenplatz und war nun im letzten Heimspiel am vierten Advent auf einen überraschenden Sieg gegen den bis dato unangefochtenen Tabellenführer PSV Wengerohr angewiesen. „Wir werden in den drei Wochen vor allem weiter am Aufschlag arbeiten, um dem Gegner den Spielaufbau zu erschweren. Das wird wohl unsere einzige Chance sein, sie zu knacken“ gab Hinsche einen klaren Trainingsschwerpunkt vor dem Spitzenspiel aus.

Grippewelle Anfang Dezember erschwerte das Training

Bedingt durch eine Grippewelle, die durch die Mannschaft rotierte, konnte bis zum 18. Dezember nur noch einmal mit der gesamten Mannschaft trainiert werden. „Individuell haben wir natürlich stark an Aufschlag und Annahme gearbeitet und das, bis auf Satz drei, deutliche 3:0 gegen den TV Ehrang zeigte auch eine deutliche Verbesserung in diesen Elementen, allerdings fehlte uns im Spiel gegen den PSV Wengerohr dann doch die Trainingsroutine, um in den entscheidenden Phasen taktisch flexibel genug zu agieren“, so der an diesem Sonntag als Co-Trainer anwesende Alexander Engelmann. Vor dem Spieltag hätte natürlich jeder Verantwortliche der VSG eine knappe 2:3 Niederlage gegen den Tabellenführer als Erfolg verbucht, doch nach dem Spielverlauf zeigte sich das, an diesem Tag dreiköpfige, Trainerteam nicht vollends zufrieden.

„Einerseits sind wir die erste Mannschaft, der es gelungen ist, die Dominanz von Wengerohr zu durchbrechen.

Andererseits waren wir lange Zeit so deutlich überlegen, dass wir aus diesem Spiel eigentlich drei Punkte mitnehmen müssen“, so Jan Niklas Comes, der die Mannschaft an diesem Spieltag unterstützte. Insgesamt kann nach der Hinrunde für die erste Mannschaft ein absolut positives Fazit gezogen werden. „In der ein oder anderen Phase fehlt uns noch etwas die Routine und wir sind natürlich auch noch nicht 100 prozentig aufeinander eingespielt, aber wir haben nun unsere beste Aufstellung gefunden und wollen in der Rückrunde die Spitzengruppe noch mal angreifen“, zeigt sich VSG-Libera Jennifer Fuchs optimistisch.

Für die VSG I spielten in der Hinrunde der Saison 2016/17:

Mona Bell, Melanie Deurer, Michaela Eisele, Jennifer Fuchs, Rebecca Küpper, Larissa Pauly, Tamar Rosauer, Sarah Rosauer, Rilana Schnelzauer.

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