Lokalsport | 30.03.2016

Fußball-Bezirksliga Ost

Becker war stolz auf seine Jungs

SG Ellingen/Bonefeld/Willroth – VfB Linz 5:4 (2:1)

Linz. In der Fußball-Bezirksliga Mitte unterlag der Tabellendritte VfB Linz beim zweiten SG Ellingen/Bonefeld/Willroth nach einem spannenden, turbulenten und torreichen Kreisderby mit 4:5 (1:2). Es war ein super Spiel zwischen zwei starken Mannschaften, das die 300 Zuschauer hellauf begeisterte und eigentlich keinen Verlierer verdient hatte. Im ersten Durchgang waren die Platzherren die dominante Mannschaft, die in der 18. Minute durch ihren Torjäger Florian Raasch verdient in Führung ging. Es war das Produkt eines eiskalten Konters über Philip Drees, dessen Schuss zwar von VfB-Keeper Sebastian Seitz noch abgewehrt wurde, doch der Ball fiel genau vor die Füße von Raasch, der nur noch zum 1:0 einzuschieben brauchte. Ebenfalls nach einem Konter traf Ellingen durch Christian Weißenfels (23.) zum 2:0. „Es darf nicht passieren, dass wir zwei Mal auf fremden Platz ausgekontert werden“, ärgerte sich der Linzer Coach Paul Becker über die schlampige Abwehrarbeit seiner Mannschaft, die in der Folgezeit noch weitere Geschenke verteilte. Nach zum Teil haarsträubenden Abspielfehlern vergaben Drees (26.) und Raasch (31., 34.) weitere Treffer. Es hätte durchaus 4:0 oder 5:0 stehen können. Im Fußball wird so etwas oft bestraft und so war es auch diesmal. Kurz vor dem Pausenpfiff verkürzte Dijan Ramovic durch einen vom Ellinger Luan Muriqi verschuldeten Foulelfmeter auf 1:2. Nach Wiederanpfiff setzte sich die Aufholjagd der Gäste fort. In der 52. Minute gelang Yannik Becker per Foulelfmeter den 2:2-Ausgleich und drei Minuten später gingen die Becker-Schützlinge durch Mario Seitz sogar in Front. Die Partie schien gedreht zu sein, aber die Gastgeber schüttelten sich nur kurz und kamen durch einen abgefälschten Freistoß von Raasch (64.) zum 3:3. Die Antwort der Rheinstädter erfolgte in der 69. Minute, als Fabian Lacher das 3:4 erzielte. Danach hatte die SG Glück, als Muriqi nach einem bösen Foul an Nicolas Kyrion nur die Gelbe Karte sah. „Das war für mich eine Schlüsselszene. Ich musste in dieser heißen Phase der Partie den verletzten Kyrion durch den jungen und unerfahrenen Maximilian Schwarz ersetzen“, unterstrich VfB-Trainer Becker, der mit ansehen musste wie die Kahler-Elf durch Dennis Loose (80.) den 4:4-Ausgleich markierte. In der Folgezeit wehrte sich die junge VfB-Elf mit allen Kräften, um einen weiteren Treffer zu verhindern, mussten sich aber in der Nachspielzeit doch noch geschlagen geben, als Benjamin Schmidt (90.+3) den vielumjubelten 5:4-Siegtreffer schoss. „Ich bin unheimlich stolz auf meine Jungs. Sie haben trotz unserer vielen personellen Sorgen eine wahnsinnige Leistung gebracht. Ich gratuliere Ellingen. Aufgrund der ersten Hälfte ist das ein nicht unverdienter Sieg“, zeigte sich Becker nach dem Abpfiff als fairer Verlierer.

VfB Linz: S. Seitz, Lacher, Baars, Bernhard, Joch, Y. Becker, Kizilkan, Krupp (46. Kastert), Kyrion (76. Schwarz), Ramovic (63. Skorobogatko), M. Seitz.

Torfolge: 1:0 Florian Raasch (18.), 2:0 Christian Weißenfels (23.), 2:1 Dijan Ramovic (45., Handelfmeter), 2:2 Yannik Becker (52., Foulelfmeter), 2:3 Mario Seitz (55.), 3:3 Raasch (64.), 3:4 Fabian Lacher (69.), 4:4 Dennis Loose (80.), 5:4 Benjamin Schmidt (90.+3).

Schiedsrichter: Fabian Schneider (Grafschaft).

Zuschauer: 300.

Vorschau:

Bereits am Freitagabend um 20 Uhr empfängt der VfB Linz den Tabellensiebten SG Müschenbach/Hachenburg. Im Hinspiel unter lag die Becker-Elf mit 1:2. Eine Revanche dürfte nicht einfach werden, sind die Westerwälder auswärts doch bärenstark. Vier Siege, vier Remis und nur zwei Niederlagen auf fremden Plätzen ist eine beachtenswerte Bilanz. Um den dritten Tabellenplatz erfolgreich zu verteidigen, dürfen sich die Linzer allerdings keinen Punktverlust erlauben. Die Verfolger Wissen und Weitefeld würden sich freuen.

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