Lokalsport | 31.10.2019

Judoka des SV Urmitz zu Gast an der Grundschule Kärlich

„Der sanfte Weg“ begeisterte

Tag des Judo bescherte Erst- und Zweitklässlern besondere Sportstunden

Judomatten sorgen für die richtige Trainingsatmosphäre - gebannt hören alle zu. Fotos: privat

Urmitz/Kärlich. Immer um den Geburtstag des Judo-Begründers Jigoro Kano am 28. Oktober findet der „Tag des Judo“ statt. Hierbei besuchen Judoka Schulen und bieten den Kindern Einblicke in diese besondere Sportart. Judo wird von vielen Kinderärzten empfohlen, da es ein ganzheitliches Training bietet. Die Grundschule Kärlich wollte es sich natürlich nicht nehmen lassen, an diesem Event teilzunehmen und den Schülern somit etwas Besonderes abseits des Lehrplans anzubieten.

Was ist Judo eigentlich?

Judo heißt übersetzt „der sanfte Weg“ oder freier übersetzt auch „Siegen durch nachgeben“ und ist ein traditioneller japanischer Kampfsport, bei dem Schlagen und Treten ein absolutes Tabu sind! Zudem wird neben den sportlichen Aspekten auch sehr viel Wert auf ein respektvolles und diszipliniertes Miteinander gelegt.

Den Anfang durften die beiden zweiten Klassen machen. 31 Kinder versammelten sich auf der Matte zur traditionellen Begrüßungszeremonie. Die Schüler saßen ihren Betreuern gegenüber, mit der Aufforderung „mokuso“ wurden die Augen geschlossen und alle konzentrierten sich. Es war mucksmäuschenstill in der Halle. Das Kommando „rei“ forderte zur Verbeugung auf. Nun waren alle mit ihren Gedanken auf der Matte.

Um ein wenig Dojo- (Trainingsraum-)Atmosphäre zu erzeugen, hatten die Betreuer richtige Judo-Matten dabei. Mit einfachen Laufspielen startete die Aufwärmphase. Als erste „echte“ Judo-Übung wurden die Grundübungen für das Rückwärtsfallen gezeigt. Hierbei war Körperspannung gefragt. Die Kinder merkten schnell, dass diese „einfachen“ Aufgaben durchaus anstrengend sein konnten. Sich einfach nur nach hinten fallen zu lassen, dabei das Kinn auf die Brust zu nehmen und den Fall nur mit der eigenen Körperspannung und dem „Abschlagen“ aufzufangen, erforderte zudem ein wenig Mut. Und es waren alle mutig und meisterten diese Übung mit Bravour.

Weitere Falltechniken wurden dann von den beiden Schülerinnen und Judoka Maria (3. Klasse) und Lisa (4. Klasse) demonstriert. Die beiden Mädels, die schon erfolgreich für den SV Urmitz auf die Matte gehen (Maria ist Vize-Bezirksmeisterin in der U10 und Lisa ist Rheinlandmeisterin in der U12), unterstützten das Betreuerteam hervorragend. Dass Judo nicht nur im Stand stattfindet, sondern auch am Boden, zeigte die nächste Übung. Der Haltegriff „mune gatame“ wurde spielerisch vermittelt.

Der Uke (Übungspartner) ist das höchste Gut eines Judoka

Hierbei wurde schnell klar, dass Judo nur erlernt werden kann, wenn man dies mit seinem Partner zusammen und nicht gegen seinen Partner macht. Der Uke (Übungspartner) ist das höchste Gut eines Judoka. Ohne Respekt, Hilfsbereitschaft und Wertschätzung funktioniert Judo nicht.

Beinchen stellen kann jeder, aber einen O-soto-otoshi kann lange nicht jeder. Diese schon komplexe Aufgabe musste als Nächstes bewältigt werden. Und sie wurde sehr gut gemeistert. Hierbei ist neben der technisch komplexen Bewegungsabfolge auch Hilfsbereitschaft und Mut erforderlich. Auch hierbei zeigte sich, nur gemeinsam lassen sich solche Aufgaben bewältigen. Der Tori (der Ausführende) muss hilfsbereit sein und seinem Uke Fallhilfe geben, und der Uke muss den Mut haben, sich fallen zu lassen und darauf vertrauen können, dass Tori ihm auch Fallhilfe gibt.

Im Anschluss demonstrierten die „Profis“ Maria und Lisa noch so einige Techniken aus ihrem Repertoire: O-Goshi (Hüftwurf), Seoi-Nage (Schulterwurf), De-Ashi-Barai (Fußfeger), Ko-uchi-gari (Kleine Innensichel – eine Fußtechnik). Die Kinder staunten nicht schlecht über die Fähigkeiten ihrer Mitschülerinnen.

Zum Abschluss durfte sich dann fast alle noch im Sumo-Ringen versuchen. Dazu standen sich die Partner in einem Kreis gegenüber. Sie begrüßten sich durch eine Verbeugung und mit dem Kommando „Hajime“ startete der Wettkampf. Sie mussten versuchen, sich gegenseitig aus dem Kreis zu befördern. Wer den Kreis verlassen hatte, wurde zweiter Sieger, denn gewonnen hatten sie an diesem Tag alle. Die Verbeugung zum Abgrüßen durfte am Ende eines Kampfes natürlich auch nicht fehlen. Die Jungs und Mädels zeigten hierbei tollen Einsatz und wurden dabei lautstark von den anderen Kids angefeuert. Mit dem traditionellen Abgrüßen wurden die Kinder dann wieder in den normalen Schulalltag entlassen.

Vollste Konzentration auch bei den Erstklässlern

Nach den Zweitklässlern kamen die Erstklässler an die Reihe. Für sie waren die Aufgaben nochmals schwieriger. Denn für viele war es das erste Mal, dass sie sich eineinhalb Stunden mit einer Sache konzentriert auseinandersetzen mussten. Das Betreuerteam war sich einig, dass sie diese Aufgabe hervorragend gemeistert haben.

Die Judostunden vergingen für die jeweiligen Klassenstufen wie im Flug, und so mussten sich die Judoka viel zu schnell wieder von ihren „Schülern“ verabschieden.

Zum Abschied erhielt jede Klasse ein Poster mit den Judowerten, und jedes Kind erhielt eine Urkunde über die erfolgreiche Teilnahme am Tag des Judo.

Die Judoka des SV Urmitz bedanken sich für die Gastfreundschaft an der Grundschule Christophorus und würden sich riesig freuen, wenn sie viele von den tollen Schülern zum nächsten Anfängerkurs begrüßen dürften. Es sind natürlich auch alle anderen Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren eingeladen.

Anfängerkurse für alle Interessierten

Der nächste Anfängerkurs startet am 11. November um 17.30 Uhr in der Peter-Häring-Halle, Kaltenengerser Straße 3, 56220 Urmitz.

Und wer da noch Karneval feiert, darf auch gerne erst am 18. November kommen.

Übrigens sind Eltern und Lehrer ebenfalls eingeladen freitagabends um 19.30 Uhr beim Erwachsenentraining vorbei zu schauen. Die Ausreden „zu alt“, „zu dick“, „zu dünn“ zählen nicht. Interessierte erwartet eine tolle Truppe, die einfach viel Spaß an diesem Sport hat. Viele haben auch erst im Erwachsenenalter mit Judo begonnen.

Großen Spaß machte das Sumo-Ringen.

Großen Spaß machte das Sumo-Ringen.

Judomatten sorgen für die richtige Trainingsatmosphäre - gebannt hören alle zu. Fotos: privat

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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