Lokalsport | 19.02.2018

Nachholspiel in der Fußball-Rheinlandliga: Vulkanstädter landen Befreiungsschlag

„Die Mannschaft hat Charakter gezeigt“

SG Eintracht Mendig/Bell - SG Badem/Kyllburg/Gindorf 4:2 (2:1)

So richtig einverstanden sind die Mendiger (von links Kodai Stalph, Jeset Akwapay, Florian Schlich und Matthias Strahl) mit der Entscheidung des Unparteiischen Sebastian Nicolay nicht.SK

Mendig. Drei wichtige Punkte sind unter Dach und Fach: In einem Nachholspiel der Fußball-Rheinlandliga behielt die SG Eintracht Mendig/Bell gegen Schlusslicht SG Badem/Kyllburg/Gindorf mit 4:2 (2:1) die Oberhand und konnte mit nun 26 Punkten den Abstand zu den gefährdeten Regionen weiter vergrößern. Die 300 Zuschauer auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße sahen eine umkämpfte Partie, die von vielen Fouls auf beiden Seiten und umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen geprägt war. „Fußballerisch war das keine Offenbarung“, räumte Eintracht-Trainer Cornel Hirt ein. „Für uns zählten in unserer momentanen Lage aber nur die drei Punkte, und die haben wir geholt. Da kurzfristig noch sechs Spieler mit Grippe ausgefallen sind, hat die Mannschaft das gut gelöst.“

Nach einer knappen halben Stunde führten die Gastgeber bereits mit 2:0, nichts deutete auf einen aufregenden Nachmittag hin. Nach einem langen Ball von Neuzugang Kodai Stalph war Marcel Berg bei seinem Treffer zum 1:0 (8.) ebenso eingelaufen wie vor dem Tor zum 2:0 (29.) nach einer eher unfreiwilligen Vorlage von Malte Wedemeyer. Und hätte Stoßstürmer Wedemeyer nach glänzender Vorarbeit von Matthias Strahl nur fünf Minuten später den Ball aus kürzester Distanz nicht in die Wolken gejagt, sondern im Tor untergebracht, wäre die Messe frühzeitig gelesen gewesen.

„Nach acht Minuten war unser Matchplan schon über den Haufen geworfen, weil wir einem frühen Rückstand hinterherlaufen mussten. Da hatten meine Innenverteidiger ein paar Probleme mit der tief stehenden Mendiger Sonne. Gut 20 Minuten später stand es 2:0, obwohl die Gastgeber, die das Spiel sicherlich bestimmten, keine einzige Torchance hatten“, meinte ein zerknirschter Bademer Trainer Thomas Schon. „Es gab aber keine Phase, in der wir aufgesteckt haben, das zeichnet meine Mannschaft aus. Durch den berechtigten Elfmeter waren wir dann auch wieder im Spiel.“

Die Mendiger Verantwortlichen sahen die Szene aus der 37. Minute zwischen Stalph und Mike Schwandt (naturgemäß) etwas anders, doch Schiedsrichter Sebastian Nicolay zeigte auf den ominösen Punkt. Diese Chance ließ sich Routinier Alexander Berscheid nicht entgehen und besorgte den 2:1-Anschlusstreffer. Wenn der Mendiger Torhüter Jan Heinemann nach einem zu kurzen Rückpass von Kapitän Florian Schlich gegen Norman Schneider nicht Kopf und Kragen riskiert hätte (45. + 4), wäre schon vor der Pause der Ausgleich gefallen. „Der verwandelte Strafstoß brachte eine neue Situation mit sich, der Film wurde praktisch neu geschrieben“, analysierte Hirt.

Vier Minuten nach Wiederanpfiff traf Daniel Robertz gegen eine entblößte Mendiger Abwehr zum bis dahin nicht einmal unverdienten Ausgleich. Nur 360 Sekunden später zappelte das Spielgerät erneut im Netz der Vulkanstädter, doch der Schiedsrichter-Assistent hatte die Fahne gehoben und den Torschützen Robertz oder Vorlagengeber Damian Machon zuvor im Abseits gesehen. „15 Minuten lang war Mendig völlig verunsichert und hat uns zum Kontern eingeladen“, so Schon während der Pressekonferenz. „Ob Abseits oder nicht, wir hätten in dieser Zwei-gegen-eins-Situation das 3:2 machen müssen. Dann hätte sich das Spiel anders entwickelt.“

In dieser für sein Team kritischen Phase sei er als Trainer „von außen quasi machtlos gewesen“, gab Hirt unumwunden zu. „Aber die Mannschaft hat in dieser Situation Charakter gezeigt, vor allem John Rausch übernahm Verantwortung.“ Nachdem der überragende Berg genau auf der Strafraumlinie von Berscheid gefoult worden war, verwandelte Kapitän Schlich den Elfmeter sicher (63.). Vier Minuten später machte Rausch aus gut 20 Metern nach einer Ecke von Magomed Ibragimov mit dem Treffer zum 4:2 - erzielt mit perfekter Schusshaltung - den Deckel drauf.

SG Eintracht Mendig/Bell: Jan Heinemann (46. Niklas Nett), Jörg Jenke, Florian Schlich, Kodai Stalph, Philipp Geisen (46. Magomed Ibragimov), Jeset Akwapay, Matthias Strahl (46. Manuel Oster), Marcel Berg, John Rausch, Lars Bohm, Malte Wedemeyer.

Statistik

SG Badem/Kyllburg/Gindorf: Jens Freis, Stefan Epper, Tobias Stoffels, Jan Friedrich (87. Jannik Hüweler), Alexander Berscheid, Norman Schneider (46. Damian Machon), Mike Schwandt, Felix Leuschen (74. Manuel Berns), Michael Nierobis, Jerome Kolling, Daniel Robertz.

Schiedsrichter: Sebastian Nicolay (Cochem).

Zuschauer: 300.

Torfolge: 1:0, 2:0 Marcel Berg (8., 29.), 2:1 Alexander Berscheid (37., Foulelfmeter), 2:2 Daniel Robertz (51.), 3:2 Florian Schlich (63., Foulelfmeter), 4:2 John Rausch (67.).

Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Samstag, 24. Februar, um 15.30 Uhr bei der SG 06 Betzdorf.

Nächste Aufgabe für die SG Badem/Kyllburg/Gindorf: am Samstag, 24. Februar, um 17 Uhr gegen den SV Mehring.

Mit dem Außenrist setzt Lars Bohm (rechts) seinen Mannschaftskollegen Malte Wedemeyer (ganz links) in Szene. Den Spielern der SG Badem (in der Mitte von links Damian Machon, Jerome Kolling und Tobias Stoffel) bleibt nur die Zuschauerrolle.

Mit dem Außenrist setzt Lars Bohm (rechts) seinen Mannschaftskollegen Malte Wedemeyer (ganz links) in Szene. Den Spielern der SG Badem (in der Mitte von links Damian Machon, Jerome Kolling und Tobias Stoffel) bleibt nur die Zuschauerrolle.

Da gab es keine zwei Meinungen: Alexander Berscheid (Nummer sieben) lässt gegen Marcel Berg genau auf der Strafraumlinie das Bein stehen.

Da gab es keine zwei Meinungen: Alexander Berscheid (Nummer sieben) lässt gegen Marcel Berg genau auf der Strafraumlinie das Bein stehen.

So richtig einverstanden sind die Mendiger (von links Kodai Stalph, Jeset Akwapay, Florian Schlich und Matthias Strahl) mit der Entscheidung des Unparteiischen Sebastian Nicolay nicht.Fotos: SK

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Andi-RLP: Hallo Herr oder Frau Bastian, Sie haben Recht, die Kommentarantwort von mir war falsch ausgedrückt. Das Wort "vertrauensvoll" steht natürlich im Bericht. Jedoch habe nicht ich den vertrauensvollen Abstimmungsprozess...
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Elke Zeise: Nur Schade das man als Nachbarin keine Information bekommt ob der Täter noch in U Haft ist oder wieder auf freiem Fuß ist. Habe Angst die Wohnung zu verlassen
  • Gitta Meyer: Ehrlich,die ganze Idee Buga im Mittelrhein ist falsch. Die Gemeinden sind verschuldet. Schauen sie sich Lahnstein an. Hier ist nichts los. Die Brücke wird bestimmt toll,aber sonst.....
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag 2025
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Gesundheit im Blick
Gesundheit im Blick
Heizölanzeige
Blumen Meyer Neueröffnung
Titelanzeige
Maibaumstellen Heimersheim
Servicemitarbeiterin
Empfohlene Artikel
Packende Positionskämpfe schon beim Start des zweiten Laufes.Fotos: BURG
284

Adenau/Nürburgring. Die ADAC-24h-Nürburgring-Qualifiers sollten ein Motorsportfest werden: 135 gestartete Fahrzeuge, darunter 37 leistungsstarke GT3-Boliden, sowie ein hochkarätig besetztes Fahrerfeld mit internationalen Langstreckenspezialisten und sogar dem vierfachen Formel-1-Weltmeister Max Verstappen sorgten im Vorfeld für große Erwartungen. Entsprechend groß war das Interesse bei den Fans, und...

Weiterlesen

30

Bad Hönningen. Auch im Jahr 2026 lädt der Turnverein Bad Hönningen alle sportbegeisterten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen dazu ein, das Deutsche Sportabzeichen zu erwerben. Die Trainings- und Abnahmetermine finden traditionell auf dem Sportplatz der Römerwallschule in Rheinbrohl statt. Der Auftakt ist für Montag, den 4. Mai 2026, um 18:00 Uhr angesetzt. Nach einem kurzen Aufwärmprogramm haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in den Disziplinen Laufen, Springen und Werfen zu erproben.

Weiterlesen

Weitere Artikel
ie Polizei Köln fahndet öffentlich nach dem 44 Jahre alten Ukrainer Alexander G. Fotos: Polizeipräsidium Köln
53

Flucht aus der Forensik: Polizei sucht Alexander G.

22.04.: Fahndung: Flüchtiger Straftäter aus Maßregelvollzug entkommen

Köln. Die Polizei in Köln sucht öffentlich nach dem 44-jährigen Ukrainer Alexander G., der seit 2023 im geschlossenen Maßregelvollzug der forensischen Station der LVR-Klinik Köln - Porz untergebracht ist. Bei einem begleiteten Ausgang entkam er am Mittwoch, den 22. April, um etwa 14.20 Uhr aus einem Pfarrhaus in der Georgstraße im Stadtzentrum. Gegen Alexander G. liegt ein Unterbringungsbeschluss des Landgerichts Düsseldorf aufgrund von Gewaltdelikten vor.

Weiterlesen

Wie ist es um Adenau als Fahrrad-Stadt bestellt.  Foto: Dominik Ketz
7

Kann die Verkehrssituation in der Eifelstadt verbessert werden?

HeimatCheck: Adenau: Keine optimale Situation für Radfahrer

Adenau. Wie sicher ist das Radfahren durch die Innenstadt? Diese Frage bewegt aktuell die Bürgerinnen und Bürger. Und sorgt für Diskussionen rund um die Verkehrssituation auf der Hauptstraße. Ein Anwohner schildert eine aus seiner Sicht zunehmend problematische Entwicklung: Vor allem für Radfahrer sei die Lage in den vergangenen Jahren deutlich schwieriger geworden.

Weiterlesen

Ein Schild an der L74 weist auf die kaputte Fahrbahndecke hin.  Foto: Mara Schmitz
8

Verzögert der Schutz von Fledermäusen das Projekt auch in Zukunft?

HeimatCheck: Wershofen: Kaputte L74 bleibt ein echtes Ärgernis

Wershofen/Hümmel. Schlaglöcher, Risse und ein insgesamt stark beanspruchter Fahrbahnbelag: Für viele Anwohner ist der Zustand der L 74 zwischen Wershofen und Hümmel längst mehr als nur ein Ärgernis. Die Strecke ist in einem desolaten Zustand - das ist Fakt. Auch aus der Kommunalpolitik wird Kritik laut, insbesondere über die immer wieder verschobene Sanierung. Kürzlich machte auch Ortsbürgermeister Robert Zawada die Verschiebung des Baustarts öffentlich (BLICK aktuell berichtete).

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus "Baustellen / Wertstoffhöfe"
Dauerauftrag 2026
Schulhausmeister
Anzeige Uhren Vintage
Anzeige Jaadeporz 2026
Praxis an neuem Standort
Maibaumstellen Heimersheim
Maifest in Gönnersdorf
Maifest in Gönnersdorf
Maifest in Dedenbach
Industriemechaniker
Tank leer?
Gesundheit im Blick // Anzeige Kinder
Erzieher
Innovatives rund um Andernach
Verwaltung Immobilien