SG Kempenich/Spessart, Fußball-Kreisliga B Ahr
Fahrradfahren in der Disco
Kempenich. Es ist Jahr für Jahr das gleiche Spiel: Der Winter kommt - und der Amateurfußball geht am Stock. In dieser Saison trifft es die Spieler aber ganz besonders hart, denn Schnee und Eis haben in der Region schon lange nicht mehr ein solch intensives und hartnäckiges Gastspiel abgegeben. An Training auf dem Platz ist momentan nicht zu denken. Die Trainer der Amateurfußballer müssen sich in diesen Wochen etwas einfallen lassen, um ihre Spieler bei Laune zu halten. An einen geregelten Trainingsbetrieb ist derzeit jedenfalls nicht zu denken. Das zermürbt die meisten Trainer ganz gewaltig, regt aber auch Fantasien an. Schließlich wollen die Spieler bei Laune gehalten werden, die Fitness darf natürlich trotz der widrigen Bedingungen nicht leiden.
„Natürlich ist eine planmäßige, ordentliche Vorbereitung so nicht möglich. Aber dieses Problem haben ja nicht nur wir“, sagt Trainer Patrick Melcher. Er und sein Trainerteam haben für seinen Kader gleich ein ganzes Paket an Alternativen geschnürt, damit der Spaß nicht verloren geht. Laufeinheiten gehören zwar auch dazu, doch zwischendurch gibt’s Stippvisiten bei der Indoor-Halle „Soccer Point“ in Sinzig, auf dem dorfeigenen Kunstrasen-Bolzplatz sowie die ein oder andere Einheit in der Leyberghalle, wo sich die Fußballer den Kraftzirkeln unter Anleitung von Co-Trainer Sebastian Bell stellen mussten. Auf den Platz ging es dann doch immer mal wieder - jedoch waren auch diese Einheiten aufgrund einer geschlossenen Schneedecke meist dem Kraft-Ausdauer-Bereich zuzuordnen. Der Spaß ging dabei jedoch nicht verloren.
Der Spaß ging auch bei einer weiteren Alternative nicht verloren. In diesem Jahr ging es für die Spieler aus dem oberen Brohltal abermals zu mehreren Spinning-Einheiten nach Mayen ins Fitness-Studio. Auf Initiative eines Fitnesstrainers wurde die langjährige Kooperation mit „Vulkan Sports“ wiederbelebt. Die Melcher-Elf trat dort in einzelnen Gruppen zu einigen Ausdauer-Einheiten an. Bei fetzigen Beats und passender motivierender Beleuchtung strampelten sich die Jungs unter Anleitung einer Spinning-Instructorin die Seele aus dem Leib. Auch wenn die Anzahl der angesagten „Berge“ meist nicht ganz stimmte und komischerweise immer noch ein simulierter Anstieg mehr zu bewältigen war, verließen am Ende doch alle ihr Bike mit einem Lächeln - trotz der schweißtreibenden Stunde, die sie zuvor darauf verbracht hatten. Alles in allem verzeichnete Melcher „sehr gute und hochintensive Einheiten“.
