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Bambini-Cup des Tennisverbands Rheinland in Andernach

Kaltes Wasser und Aufschlag mit Wut

Junge Spielerinnen verraten ihre Erfolgsrezepte - SV Föhren und TC BW Bad Ems waren je zweimal erfolgreich

05.12.2018 - 17:01

Andernach. Am Ende wurde es spannend beim Bambini Cup, die letzten beiden Finalspiele der Jüngsten-Meisterschaften des Tennisverbands Rheinland (TVR) gingen in den Match-Tiebreak.

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich ihn schlagen kann“, gestand Henri Luft vom SV Föhren, der den Entscheidungssatz Jungen U 9 gegen Clemens Müller (TC Hattert) nach 8:9-Rückstand noch zum 11:9 drehte. Fast gleichzeitig beendete auf dem benachbarten Platz Jil Hassinger (TC Mülheim-Kärlich) ihre Aufholjagd gegen die Neuwiederin Ana Hirth im entscheidenden Gruppenspiel der Mädchen U 12 mit einem 10:7-Match-Tiebreak. „Nach dem 7:5 im ersten Satz ging bei mir die Konzentration nach unten“, erklärte Hirth. Die beiden Finalistinnen kennen und mögen sich, „wir treffen uns schon mal zu einem Trainingsspiel“, erzählte Hassinger, die auch gleich ihr Erfolgsrezept verriet: „Als ich den zweiten Satz mit weniger risikovollem Spiel 6:3 gewinnen konnte, habe ich mir in der Pause vor dem Tiebreak das Gesicht mit kaltem Wasser abgewaschen.“ Das mache sie häufig, „um mich wach zu machen“, und es half auch diesmal.

Mit 55 Meldungen lag die Teilnehmerzahl beim Bambini Cup, der diesmal zum Beginn der Hallensaison im Andernacher Tennistreff ausgetragen wurde, auf ähnlichem Niveau wie vor einem Dreivierteljahr. TVR-Präsident Ulrich Klaus zeigte sich zufrieden mit der Quantität und „beeindruckt von der Qualität“ dieser Titelkämpfe. „Es ist sehr erfreulich, dass es für alle Teilnehmer in jeder Klasse die Möglichkeit gab, mindestens zwei Spiele zu bestreiten“, hob er hervor. „In der Nebenrunde Jungen U 12 sind alle Verlierer noch einmal angetreten.“ In dieser Altersklasse wiederholte Finn Gerharz (TC BW Bad Ems) den Finalsieg gegen Julian Franzmann (TC BW Bad Kreuznach) mit einem platzierten Rückhand-Longlineball zum 6:4, 6:2. Rheinland-Pfalz-Freiplatzmeister Franzmann hatte im zweiten Durchgang sein Aufschlagspiel per Doppelfehler vorentscheidend zum 2:4 abgegeben, einige Ballwechsel später musste nach einem umstrittenen Grundlinienball Oberschiedsrichter Tobias Dommermuth eingeschaltet werden. „Wenn Emotionen reinkommen, verliert sich mancher für ein paar Spiele darin“, erklärte Landestrainer Sascha Müller. „Daran arbeiten wir im Mentaltraining, aber das ist ein langer Prozess.“ Dem Verbandscoach bietet der Bambini Cup stets die beste Gelegenheit, „auf die Entwicklung vor allem der Kleinsten zu achten“, wobei das Wettkampfverhalten unter besonderer Beobachtung steht. Mental voll auf der Höhe war nach eigener Auskunft Finn Gerharz in diesem Turnier, bei dem er mit seinem Sieg gegen Franzmann eine Serie fortsetzte: „Fünfmal haben wir gegeneinander gespielt, meistens war es eng, aber ich habe immer gewonnen.“TVR-Jugendwart Michael Montada zeigte sich vom Endspiel-Niveau der Jungen U 12 angetan („sehr ansprechend“) und lobte den 06er-Jahrgang: „Wenn man noch Noah Meister vom TC Höhr-Grenzhausen hinzuzählt, der erkrankt absagen musste, dann sind wir in dieser Altersklasse gut aufgestellt.“ Montada freute sich ebenso über ein gut besetztes Feld bei den jüngsten Mädchen. Auffällig: Auch in der Klasse Mädchen U 9 (verkürzte Sätze, Midfeld und orangefarbene Bälle mit wenig Druck) gab es, wie schon bei den Jungen, einen Erfolg des SV Föhren: Sarah Funk setzte sich gegen Amina Arndt vom VfL Bad Kreuznach mit 6:3, 6:4 durch und meinte: „Meine Gegnerin hat stark gespielt, aber die meisten Bälle habe ich zurückgebracht.“

In der nächsthöheren Altersklasse dominierte der TC BW Bad Ems. Yannis Ross bezwang im Finale Jungen U 10 seinen Emser Vereinskameraden Christian Henkel mit 7:5, 6:4 und meinte: „Wir kennen uns vom Training, aber in einem Turnier habe ich noch nie gegen ihn gespielt.“ Bei den Mädchen U 10 setzte sich Emily Eigelsbach aus Bad Ems im entscheidenden Gruppenspiel nach hartem Kampf dank ihrer läuferischen Qualitäten mit 7:6 (7:1), 7:5 gegen Onalee Wagner (TV Wincheringen) durch und nannte anschließend ihr Rezept: „Wenn ich mich ärgere setze ich meine Wut in den Aufschlag.“


Zahlenspiegel Bambini-Cup


Mädchen U 9: Finale Sarah Funk (SV Föhren) - Amina Arndt (VfL Bad Kreuznach) 6:3, 6:4.

Jungen U 9: Finale Henri Luft (SV Föhren) - Clemens Müller (TC Hattert) 7:6, 3:6, 11:9; Halbfinale Müller - Gergö Biró (ASG Altenkirchen) 6:2, 4:6, 10:3, Luft - Johannes Scherer (Osburger TC) 6:4, 7:6.

Mädchen U 10: Finale: Emily Eigelsbach (TC BW Bad Kreuznach) - Onalee Wagner (TV Wincheringen) 7:6, 7:5.

Jungen U 10: Finale Yannis Ross (TC BW Bad Ems) - Christian Henkel (TC BW Bad Ems) 7:5, 6:4.

Mädchen U 12: Finale Jil Hassinger (1, TC Mülheim-Kärlich) - Ana Hirth (2, TC Neuwied) 5:7, 6:3, 10:7

Jungen U 12: Finale Finn Gerharz (2, TC BW Bad Ems) - Julian Franzmann (1, TC BW Bad Kreuznach) 6:4, 6:2, Halbfinale Franzmann - Arjen Hövelmann (4, TC Mülheim-Kärlich) 6:0, 6:0, Gerharz - Julian Moor (Andernacher TC) 6:2, 6:2

Jungen U 12 Nebenrunde: Finale Romeo Rehrmann (TC Mülheim-Kärlich) - Adrian Ley (TC BW Bad Kreuznach) 6:3, 6:0

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Kommentare
Uwe Klasen:
Dazu passend ein Bericht in der "Jüdischen Rundschau": Wieder auf gepackten Koffern - Wegen des zunehmenden Antisemitismus fürchten junge Juden um ihre Zukunft in Deutschland. [Link v. d. Redaktion entfernt]
juergen mueller:
Ob Konrad-Adenauer-Ufer oder Kornpfortstraße - alles ist - und noch mehr - sanierungsbedürftig.Sich immer wieder als Kümmerer darzustellen und auf seinen Spaziergängen Probleme, die wir zuhauf in Koblenz haben, aufzuzählen, sollte man mit offenen Karten spielen, was heisst, wer soll das bezahlen. Es hapert überall, dazu brauchen wir keine Spaziergänger, die anscheinend nichts anderes u tun haben, Defizite aufzudecken, die lange bekannt sind u.nur darauf bedacht sind,sich immer wieder selbst in den Fokus zu setzen, was keine löst.Wer Forderungen stellt u. selbst im Stadtrat sitzt (oder dahin will, gell Herr Blank) sollte sich bei seinen Forderungen erst einmal Gedanken darüber machen, wie das bezahlt werden soll. Diese immerwährende Selbstdarstellung ist scheinheilig und täuscht über den wahren Hintergrund hinweg.
juergen mueller:
Das ist ja in der Politik nichts neues u. gehört einfach zu der Mentalität eines jeden Politikers, Dinge für sich in Anspruch zu nehmen, auch wenn sie nicht auf dem eigenen Mist gewachsen sind u.sich wohldurchdacht in den Vordergrund zu stellen. Das gehört neben Reden ohne wirklichen Inhalt einfach zum Handwerkszeug. Jeder Politiker sollte ein Präsent mit auf seinen Weg bekommen - ein LABER-Glas.Wenn ihm keiner zuhört: Deckel öffnen,reinlabern,Deckel schließen.Wenn keiner mit ihm spricht: Deckel öffnen,sein altes Gelaber anhören.Und das Ding mit den hygienischen Argumenten ist wirklich zweitrangig u.vorgeschoben.Da gibt es Beispiele,bei denen das Wort "Schwein" schon eine Beleidigung dieser Tiergattung darstellt.Und was die Grundwerte betrifft,so dürften gerade diejenigen,die sich damit gerne idendifizieren,erst einmal in Klausur gehen um zu verinnerlichen,was sie selbst damit verbindet.Denn Detailkenntnisse gehören ja nicht unbedingt zu einem Muss eines jeden Politikers.
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