Lokalsport | 31.10.2016, 08:21 Uhr

Dieses Derby in der Fußball-Kreisliga A Rhein/Ahr hatte es wahrlich in sich

Kapitän besorgt 2:2 in der Nachspielzeit

SG Westum/Löhndorf - SV Dernau 2:2 (1:1)

Die 230 Zuschauer bekamen beim Derby zwischen der SG Westum/Löhndorf (blaues Trikot) und dem SV Dernau (gelbes Trikot) einiges geboten.RÜ
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Westum. Vier Tore, zwei Elfmeter, Spannung und Dramatik, optimale Bedingungen bei strahlendem Sonnenschein, eine Gelb-Rote Karte, eine Halbzeit mit nur 43 Minuten, der Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit: Die 230 Zuschauer bekamen beim 2:2 (1:1) im Derby der Fußball-Kreisliga A Rhein/Ahr zwischen der SG Westum/Löhndorf und dem SV Dernau auf dem Hartplatz in Westum für ihre 2,50 Euro Eintritt einiges geboten und wahrlich auf ihre Kosten.

„Das Unentschieden ist unter dem Strich ein gerechtes Resultat, obwohl der Zeitpunkt unseres zweiten Treffers für uns glücklich und für Dernau natürlich sehr unglücklich war. Beide Mannschaften hätten auch als Sieger vom Platz gehen können, aber eine Niederlage hatte wiederum auch keiner verdient“, erklärte SG-Trainer Elmar Schäfer. „Beide Vereine pflegen ein gutes Verhältnis. Wir kennen und wir schätzen uns. Auf dem Platz gibt es zwar kleine Reibereien, aber wir alle wissen vernünftig miteinander umzugehen.“

Bereits nach drei Minuten scheiterte der Westumer Julian Schmitz mit einem Foulelfmeter am Dernauer Torhüter Michael Krämer. Nach einem Foul von Mario Liersch an Kevin Wagner hatte Schiedsrichter Markus Wozlawek aus Bad Breisig, der im Verlauf der Partie häufig gefordert war, auf den ominösen Punkt gezeigt. Besser machte es nur fünf Minuten später auf der Gegenseite Jonas Großgarten, der nach einem weiten Einwurf und einer Kopfball-Ablage die erste Dernauer Führung erzielte.

Nach genau einer halben Stunde gab es erneut Elfmeter für Westum, Dominik Nietgen hatte Christian Morgenschweis im Strafraum zu Fall gebracht. Im Gegensatz zu Schmitz behielt Lukas Nachtsheim diesmal die Nerven und erzielte den Ausgleichstreffer. Dem Dernauer Torhüter Tobias Wäsch blieb nichts anderes übrig, als den Ball aus dem Netz zu holen. Wäsch? Genau. Der musste drei Minuten zuvor für Krämer zwischen die Pfosten, weil der sich am Steißbein verletzt hatte.

Noch schwerer traf es zwei Minuten vor dem eigentlichen Pausenpfiff den Westumer Christopher Breuer, der sich ohne Fremdeinwirkung das Knie verdrehte und mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus abtransportiert werden musste. Der Unparteiische unterbrach das Spiel, entschloss sich gleichzeitig zum Pausenpfiff, bat beide Mannschaften für 15 Minuten in die Kabine, pfiff die erste Halbzeit für zwei Minuten noch einmal an, pfiff zum zweiten Mal zur Pause, ließ die beiden Mannschaften die Seiten wechseln und pfiff die zweite Halbzeit an. Dieses Problem der langen Unterbrechung hatte Wozlawek optimal gelöst. Wer dachte, das sei es schon gewesen, der irrte. Die zweite Hälfte verlief ebenso spektakulär wie die erste. Marco Liersch brachte die Gäste zum zweiten Mal in Führung (65.). Sechs Minuten später sah sein Mannschaftskollege Großgarten wegen wiederholten Foulspiels allerdings die Gelb-Rote Karte. Die restliche Spielzeit musste Dernau also in Unterzahl bestreiten. Die Blau-Gelben verteidigten mit Mann und Maus ihre knappe Führung - bis zur dritten Minute der Nachspielzeit, vier Minuten hatte Wozlawek angezeigt. SG-Kapitän Carsten Ritterrath traf per Kopfball zum insgesamt gerechten Ausgleich.

„Ich kann mit diesem Unentschieden leben“, schloss sich SV-Trainer Uwe Deckenbrock dem Urteil seines Gegenübers an. „In Unterzahl haben wir gut verteidigt, bis in die Nachspielzeit. Aber irgendwann kannst du nicht mehr jede Standardsituation bereinigen.“ Seit fünf Jahren trainiert Deckenbrock mittlerweile den SV Dernau, vorher war er fünf Jahre lang in Diensten der SG Westum/Löhndorf. Und in fünf Jahren wird sich der Trainer-Haudegen sicher noch immer an dieses ereignisreiche Derby erinnern.

Statistik

SG Westum/Löhndorf: Möhren, Giesen (73. Ramacher), Marienfeld, Ritterrath, Speich, Hoffmann, Morgenschweis, Nachtsheim (68. Münch), Schmitz, Breuer (43. Fuchs), Wagner.

SV Dernau: Krämer (27. Wäsch), Mario Liersch, Marco Liersch, Nietgen, Muhs, Großgarten, Cardoso, (67. Gilles), Noll (77. Lüke), Thelen, Creuzberg, Fischer.

Schiedsrichter: Markus Wozlawek (Bad Breisig).

Zuschauer: 230.

Torfolge: 0:1 Jonas Großgarten (8.), 1:1 Lukas Nachtsheim (30., Foulelfmeter), 1:2 Marco Liersch (65.), 2:2 Carsten Ritterrath (90.+3).

Besonderheiten: Julian Schmitz (SG Westum) scheitert mit einem Foulelfmeter am Dernauer Torhüter Michael Krämer (3.), Schiedsrichter Markus Wozlawek aus Bad Breisig beendet die erste Halbzeit nach einer schweren Verletzung des Westumers Christopher Breuer vorzeitig (43.), Gelb-Rote Karte gegen Jonas Großgarten (71., SV Dernau) wegen wiederholten Foulspiels.

Nächste Aufgabe für die SG Westum/Löhndorf: am Samstag, 5. November, um 17.30 Uhr bei der TuS Fortuna Kottenheim.

Nächste Aufgabe für den SV Dernau: am Freitag, 4. November, um 19.30 Uhr gegen die SG Hocheifel.

Der 2:2-Ausgleich für die Gastgeber fiel erst in der dritten Minuten der Nachspielzeit.

Der 2:2-Ausgleich für die Gastgeber fiel erst in der dritten Minuten der Nachspielzeit.

Im Derby wurde um jeden Ball erbittert gekämpft.

Im Derby wurde um jeden Ball erbittert gekämpft.

Die 230 Zuschauer bekamen beim Derby zwischen der SG Westum/Löhndorf (blaues Trikot) und dem SV Dernau (gelbes Trikot) einiges geboten.Fotos: RÜ

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