SV Remagen
Klatsche gegen Kruft
1:6-Rückschlag nach zuletzt vier Siegen in Folge
Remagen. Alles andere als zuversichtlich waren die Verantwortlichen des SVR trotz der kleinen Siegesserie der letzten Wochen bereits vor dem Spiel. Das Trainergespann musste im Vergleich zu den letzten Wochen nochmals auf vier Stammkräfte verzichten, sodass eine extrem junge (Durchschnittsalter unter 22 Jahren) und in einigen Teilen sehr unerfahrene Mannschaft auflief - und dies ausgerechnet gegen eine so offensivstarke und abgezockte Truppe wie Kruft.
Die Gäste rund um Topstürmer Malte Wedemeyer nutzten die fehlende Abstimmung und Verunsicherung auf Remagener Seite von Beginn an und störten das gegnerische Team bereits tief in der eigenen Hälfte. Dementsprechend oft wurde der Ball zunächst einfach hinten rausgeschlagen, und ein Angriff nach dem nächsten rollte auf das Tor von Dominik Stahl zu. Zunächst konnte Kruft jedoch noch kein Kapital aus seiner Überlegenheit schlagen.
Regelkonform, aber ohne Fingerspitzengefühl
Nach gut einer Viertelstunde jedoch, als man gerade das Gefühl hatte, dass sich Remagen etwas befreien konnte, gingen die Gäste mit einem platzierten Schuss aus 18 Metern doch in Führung. Kurz darauf dann bereits die Vorentscheidung in der Begegnung.
Turgut Levent sollte ausgewechselt werden und zog sich auf dem Weg vom Spielfeld unmittelbar vor der Außenlinie sein Trikot aus. Der Schiedsrichter zeigte ihm für dieses „Vergehen“ die Gelbe Karte, und da er für ein Foulspiel bereits gelb gesehen hatte, bedeutete dies Gelb-Rot. Eine Entscheidung, die zwar regelkonform gewesen sein mag, allerdings jegliches Fingerspitzengefühl für die Situation vermissen ließ.
78 Minuten in Unterzahl
Dementsprechend ging es für die verbleibenden 78 Minuten zu allem Überfluss auch noch in Unterzahl weiter. Der Rest der Truppe zeigte sich von den Geschehnissen zunächst jedoch unbeeindruckt, und tatsächlich gelang Turan Levent kurz darauf der überraschende Ausgleich (30.).
Die Freude darüber währte allerdings nicht allzu lange, denn keine fünf Minuten später kam die erneute Krufter Führung. Und noch vor der Pause musste die Mannschaft den nächsten Nackenschlag verdauen. Musti Apaydin, Herzstück des eh schon dezimierten defensiven Mittelfeldes, wurde so heftig gefoult, dass er nicht mehr weiterspielen konnte. Für ihn kam mit Mustafacan Bebek der vierte A-Jugendspieler aufs Feld. Mit einer knappen 2:1-Führung ging es kurz darauf in die Kabinen, wo Trainer Mazih seine Jungs erst einmal aufbauen musste.
Defensive vernachlässigt
Nach dem Seitenwechsel sorgten die Gäste mit dem 3:1 dann recht schnell für die endgültige Entscheidung (56. Minute). In der verbleibenden Spielzeit versuchte die Remagener Mannschaft dann trotz Unterzahl, weiterhin selbst für Torgefahr zu sorgen, anstatt das Hauptaugenmerk auf die Torsicherung zu richten. Die dabei gezeigten Ansätze waren durchaus sehenswert, allerdings wurde die Defensive allzu häufig vernachlässigt.
Diese Einladung nahm Kruft dankend an und schraubte das Ergebnis in regelmäßigen Abständen auf 6:1 hoch, ehe Schiedsrichter Jan Ulmer die Begegnung beendete.
Fazit: Gegen eine starke Mannschaft wie Kruft ist es in Normalbesetzung schon schwierig genug, zum Erfolg zu kommen. Da aber hier so viele negative Dinge zusammen kamen, war es schier unmöglich, etwas Zählbares aus der Begegnung mitzunehmen. Nun gilt es, die Niederlage schnell aus den Köpfen zu bekommen und am nächsten Sonntag gegen einen nicht weniger guten Gegner (SV Dernau) wieder in die Erfolgsspur zu kommen.
