Lokalsport | 20.04.2016

SV Rot-Weiß Queckenberg gewinnt Auswärtsspiel

Pennenfeld bleibt eine rot-weiße Festung

ISC AlHilal Bonn II - SV Rot-Weiß Queckenberg 2:3 (1:0)

Queckenberg. Die Partie zwischen dem Tabellendritten und dem Drittletzten der Kreisliga D4 hatte etwas den Charakter von neuzeitlichen Ritterspielen. Zum Einen fuhr der SV Rot Weiß Queckenberg in seine beliebteste Auswärts-Festung, wo er seit 2011 das Schlachtfeld immer als Sieger verließ. Zum anderen trat die Lohaus-Truppe die Reise quasi mit dem Messer zwischen den Zähnen an, hatte man doch die dramatischen und hoch emotionalen Schlussminuten des Hinspiels gegen die Reserve von ISC AlHilal Bonn noch in extrem unguter Erinnerung. Der Coach griff bei seiner Aufstellung denn auch ganz tief in die Taktik-Kiste und überraschte gegen den erwartet Spiel- und offensivstarken Gastgeber mit vier Sechsern und damit einem extrem defensiv-kompakten Mittelfeld. Die Marschroute, aus einer gut organisierten Abwehr heraus immer wieder gefährliche Nadelstiche setzen zu wollen, setzten die Queckies perfekt um. Und wenn denn doch mal der quirlige Marokko-Wüstensturm in den Sechzehner einfiel, blieben Mr. Zuverlässig Declair und der bärenstarke Winkel die Felsen in der Brandung. So wäre beinahe den gallig-giftigen Geimer beziehungsweise Degirmen die Gästeführung geglückt, doch das Glück war ihnen leider nicht hold (07./15.). Einmal nur erwies sich das rot-weiße Abwehrbollwerk in Durchgang eins als durchlässig und der machtlose Braun musste das Leder aus den Maschen klauben (17.). Doch die Ritter aus der Voreifel kämpften weiter vorbildlich gegen eine drohende Auswärtspleite und gingen mit diesem knappen Rückstand in die Pause. Für die zweite Hälfte öffnete Lohaus nochmals seine reich gefüllte Zauberbox: Mit dem Tausch Arlt für Keshikashvili schmiss er einen wahren Bluthund in das Match, der den Spielmacher der Einheimischen an eine ganz kurze Leine legte. Damit war es mit der Herrlichkeit der Bonner endgültig vorbei. Zwar erspielten sie sich einen Ballbesitz von gefühlten 70 Prozent, doch der Braun-Kasten wurde nun regelrecht vernagelt. Dabei erwies sich nun auch noch Becker als bedingungsloser Verteidiger und machte „seinen“ linken Burggraben dicht. Den von allen Mannschaftsteilen leidenschaftlich geführten Fight belohnte schließlich Düsentrieb Geimer, als er aus spitzestem Winkel, fast von der rechten Torauslinie, die Kugel gefühlvoll in das lange Toreck schlenzte (53.). In dieser Szene verletzte sich Degirmen schwer und wurde von dem bisher meist als eisernen Reservisten wahrgenommenen Jakobs ersetzt. Der frische Mann war sich für keinen Zweikampf zu schade, spulte ein Laufpensum ab, als wolle er das komplette Pennenfeld dreimal neu vermessen und unterband viele Aktionen der Gastgeber bereits an der Mittellinie. Einmal rutschte dem RWQ-Fanlager das Herz allerdings nochmal in die Unterhose, als der umsichtige und souveräne Unparteiische auf den ominösen Punkt zeigte. Doch diesmal hielt der Fußballgott seine Hand über das extrem sicher gehütete Braun-Gehäuse; so schmatzte das Geschoss vom Querbalken ins Toraus. Diese vergebene tausendprozentige Gelegenheit verlieh den Männern vom Mount Queck magische Kräfte. Als Ausgangspunkt für die binnen vier Minuten herausgeschossene 1:3-Gästeführung erwiesen sich jeweils Klemmsche Freistoßkünste: Zunächst hämmerte der rechte Außenrist aus 25 Metern halbrechter Torentfernung die Kugel in den linken Giebel und ließ dem AlHilal-Keeper nicht den Hauch einer Abwehrchance (69.). In der 73. Minute zog Klemm gar aus 35 Metern den Ball auf die Kiste. Der verdutzte Torwart konnte das Ferngeschoss nur klatschen lassen – Kaya reagierte am schnellsten und drückte die Kirsche über die Linie. Nun war endgültig Feuer unterm Dach. Mit Breuer wurde nochmals die Defensive gegen die jetzt wütend anrennenden Bonner verstärkt, doch mehr als der Anschlusstreffer wollte den Einheimischen nicht mehr gelingen (90.). In dieser herzzerreißenden Schlussphase war es unter anderem auch dem glänzend aufgelegten Braun zu verdanken, dass seit nunmehr fünf Jahren die Punkte vom Pennenfeld komplett mit an die Madbach genommen werden. Doch allzu lang sollte man den Erfolg nicht genießen, sondern sich bereits auf die nächste Herausforderung vorbereiten. Schließlich wartet am 24 April mit dem Branchenprimus 1. FC Flerzheim II das absolute Schwergewicht der Liga auf die Lohaus-Truppe. Anstoß ist wie gewohnt um 15 Uhr.

Aufstellung:

Braun – von Sturm, Declair, Winkel, Becker – Leifer, Kaya, Klemm, Keshikashvili – Geimer, Degirmen

Verstärkung: Arlt, Jakobs, Breuer

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