Kolping-Karneval Lahnstein
„Spür‘ den Zauber, fühl‘ die Magie: Kolping-Karneval ganz ohne KI“
aus Lahnstein
Lahnstein. Adolph Kolping, der Schustergeselle und spätere Priester lebte von 1813 bis 1865 und wirkte im Rheinland, vornehmlich in Köln. Zu Lebzeiten (1823) gründete sich in der Domstadt das Festordnende Komitee, welches sich um einen gesitteten Ablauf des kölschen Fastelovend kümmerte.
Als Kolping die katholischen Gesellenvereine (die heutigen Kolpingsfamilien) gründete, gab er den Handwerksgesellen vier Kernwerte mit auf den Weg. Neben Religion, Fleiß und Eintracht war die vierte offizielle Devise ausdrücklich „Frohsinn und Scherz“.
Er war überzeugt, dass junge Menschen neben harter Arbeit und Bildung auch unbeschwerte Geselligkeit und das gemeinsame Lachen brauchten.
Es gibt drei Aussprüche des Präses der Gesellenvereine, welche untermauern, dass Kolping der Fröhlichkeit nicht abgeneigt war. „Ohne Freude, ohne Erheiterung kann das Menschenherz nicht sein“, lautet einer. „Das Lachen aus heiterem Herzen ist mehr wert, als die längste und schärfste Predigt“, der nächste und schließlich: „Wenn man Freud und Leid miteinander teilt, wächst man zusammen.“ Die drei „K“, Kirche, Kolping und Karneval wurden den rheinischen Gesellenvereinen quasi in die Wiege gelegt. „Wir sind zwar kein Karnevalsverein, aber wir feiern sehr gerne“, meint Peter Stein, einer der Vorstandssprecher der Kolpingsfamilie Lahnstein, St. Martin, auf die Tradition des Kolping-Karnevals am Rhein-Lahn-Eck angesprochen.
Schon mitte der 1950er Jahre wurde im Turnerheim in der Westallee gefeiert. Von dort ging es ins Hotel Weiland sowie ins Rhein-Hotel. Schließlich fanden Damensitzungen im Kolpingsaal des Altenheimes St. Josef in der Hochstraße statt. Dort war es manchmal so rappelvoll, daß die gesamten Garderobenständer zusammenkrachten und die Besucher ob der Enge auf dem Klavier Platz nehmen mussten. Die Herren aus dem Familienkreis 1 zauberten farbige Kostümbilder, vom Narrenschiff bis zu Paris bei Nacht. Präsidierte Alfons Loch mit seinem Elferrat im Turnerheim, so übernahm Roland Jussen mit einer Schiffsglocke das Präsidentenamt im Kolpingsaal. Damals gründete sich auch eine Jungkolping-Mädchentanzgruppe unter der Leitung von Monika Jaster und Marita Persch. Mit Eröffnung des Pfarrzentrums am Europaplatz (1978) wurde der Saal in der Südstadt zur Narrhalla. Nun gab es am Fastnachtsonntag Kostümsitzungen mit Prämierungen der schönsten Kostüme. Ulrich Schneider führte dort den Elferrat an. Später gab es dann wieder Sitzungen am Schwerdonnerstag mit einem Dreierrat, welchem unter anderem Klaus Hohenbild, Johann Dausenau und Dennis Otto angehörten.
Angekommen in der Jetztzeit führen Elmar Schmitz und Markus Schild gemeinsam durch das Programm beim „Kolping-Karneval“. Um die Chronik zu vervollständigen sei darauf hingewiesen, dass einmalig auch im Hotel Koppelstein die Kolping-Fastnacht über die Bühne ging. Der Kolping-Karneval wird verantwortet und vorbereitet vom Arbeitskreis Kolping-Karneval, welchem über 20 tatkräftige und närrisch infizierte Personen angehören. Seit 1975 gibt es wechselnde Mottos für das närrische Treiben. „Wen auch immer Ihr gewählt, heute nur die Freude zählt“, hieß es beispielsweise 2025 und „Kolping sagt es Groß und Klein: Es ist schön ein Narr zu sein“ im vergangenen Jahr. Auch das Motto für die Session 2027 ist hochaktuell: „Spür‘ den Zauber, fühl‘ die Magie: Kolping-Karneval ganz ohne KI!“ So ist am Schwerdonnerstag, 4. Februar 2027, ab 19,11 Uhr „für umme“ die gesamte Pfarr- und Kommunalgemeinde zum Feiern im Pfarrzentrum am Europaplatz eingeladen. Musik kommt diesmal von der Sängerin SIMONE, ein Lohnschdener Urgewächs. Für Speis und Trank ist wieder gesorgt. Dabei sind höchstwahrscheinlich auch wieder die „Fidele Mädcher“ aus Wallersheim, die mit ihrer tollen Showtanzgruppemit Pyramiden bis zur Hallendecke den Sternenhimmel an den Europaplatz zaubern wollen. Ein Wiedersehen gibt es auch mit den Show- und Gardetanzgruppen befreundeter Lahnsteiner Karnevalsvereine, die ihr hohes Können unter Beweis stellen. Vom Möhnenclub Immerfroh bis zu „Family and friends“, der Mehrgenerationentanzgruppe vom NCV. Von der CCO-Juniorengarde bis zur Närrischen Turmgarde. Also: Ab dem „Elften im Elften“ ist die Vorfreude erlaubt. Den Schwerdonnerstag mit Kolping schon mal im Terminkalender anstreichen!
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Auch 2027 gehören tolle Showtänze zum Programm beim Kolping-Karneval in Lahnstein. Foto: Thomas Schneider