Neujahrskonzert in der Stadthalle
Beschwingter Jahresbeginn mit Johann Strauß und Co.
Vallendar.Konzerte am Neujahrstag sind beliebt und um sie zu erleben, muss man in Vallendar dafür nicht in Ferne schweifen. „K.I.V. - Kultur in Vallendar“ hatte auch dieses Jahr das Johann-Strauß-Ensemble Köln in die Stadthalle eingeladen.
Stadtbürgermeister Günther Hahn begrüßte die vielen Konzertbesucher mit den herzlichsten Neujahrsgrüßen und war sich sicher, dass das zehnköpfige Orchester für einen beschwingten Start ins neue Jahr sorgen wird. Die Vollblutmusikerinnen und -musiker ließen sich das nicht zweimal sagten und sorgten in einem gut zweistündigen Konzert für allerbeste Stimmung.
Bei der Programmzusammenstellung in diesem Jahr habe man überlegt, so der Pianist des Orchesters Gerd Winzer, was die Wiener Gesellschaft vor einhundertvierzig oder einhundertfünfzig Jahren am liebsten hörte - was sozusagen die Ohrwürmer der damaligen Zeit waren. Das Ergebnis der musikalischen Recherche konnte sich hören und auch sehen lassen. Nicht nur die Bühne war sehr schön passend zum Thema hergerichtet, die Damen trugen lange hübsche Kleider, die Herren Frack und rote Fliege.
Entführung ins Wien der 1850er Jahre funktionierte
Es dauerte nicht lange, da fühlte sich der Konzertbesucher entführt in eine andere, vergangene Zeit. Es schien, dass die Zeit damals anders verging, langsamer, gemütlicher mit dem „Kaiserwalzer“, der „Tratsch-Tratsch-Polka“, „Rosen aus dem Süden“. Die Musikerinnen und Musiker sind fantastisch aufeinander eingespielt. Tonangebend ist die Orchesterleiterin Anja Borchers mit ihrem Violinspiel - sehr, sehr gut, kann man da ohne Übertreibung feststellen. Für den imaginären Publikumseffekt „Die Entführung nach Wien“ sorgte auch Moderator und Pianist Gerd Winzer. Fachkundig, geistreich und witzig erzählte er von früher, von den Komponisten der Familie Strauss, von einer Welt, in der Melodien Geschichten erzählen und ein Walzer gut mal länger fast fünfzehn Minuten dauerte.
Ganz wunderbar abgerundet wurde das Neujahrskonzert mit Operettenmelodien, zauberhaft dargeboten von der stimmgewaltigen Sopranistin Nadja Platen. Werner Richard Heymann schrieb zahlreiche Filmmelodien in den 1930er, 40er und 1950ern Jahren, so auch „Das muss ein Stück vom Himmel sein“. Außerdem auf dem Programm von Meldien von Fanz Lehár: „Meine Lippen, die küssen so heiß“ oder aus „Paganini“ „Liebe, du Himmel auf Erden“.
Dem Publikum gefiel es - spätestens nach „An der schönen blauen Donau“ waren Bravorufe im langen Applaus überfällig - Zugaben, stehende Ovationen - das war der verdiente Lohn für ein wirklich schönes Konzert.
Zum Schluss begrüßte Stadtbürgermeister Günther Hahn die beiden neuen Kulturbeauftragten der Stadt Vallendar - Marian Künzel und Uli von Hammé. Diese werden ab 2013 ehrenamtlich in einem fachkundigen, interessierten Team im Rahmen von „K.I.V. - Kultur in Vallendar“, kulturelle Veranstaltungen möglich machen. Der Stadtbürgermeister bedauerte, dass er beim Neujahrskonzert dem bisherigen Kulturbeauftragten Lutz Haushahn für seine geleistete Arbeit nicht persönlich danken konnte. Seine offizielle Verabschiedung werde jedoch in einem würdigen Rahmen nachgeholt, so Günther Hahn. AND
Stadtbürgermeister Günther Hahn begrüßt die beiden neuen Kulturbeauftragten der Stadt Vallendar Uli v. Hammé und Marin Künzel.
Mit Charme und Witz führte Gerd Winzer, Pianist der Gruppe, durch das Programm.
